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Studien

Samstag, 25. Oktober 2014

"Studien I-II"

Zusätzlich stellte sich kurz nach Ablauf ihres siebten Ehejahres etwas heraus, von dem er allmählich erkannte, dass es sich - ihre Person betreffend - nicht bloß um eine vernachlässigbare, an sich bedeutungslose Charakterschwäche, sondern vielmehr - und in seinen Augen ganz und gar unbezweifelbar - um eine abgrundtief verwurzelte, psychologische Störung handelte. Mehr und mehr kristallisierte sich da in ihrem Wesen etwas heraus, das er im Laufe der Zeit zu fürchten gelernt hatte, eine nahezu dämonische Besetzung eines Teils ihrer Persönlichkeit, die - er hatte es mehrmals mit eigenen Augen gesehen - geprägt war von rückhaltloser Aggression und purer, simpler, haltloser Boshaftigkeit.
Stets konnte er es fühlen, wenn Sie begann, die Beherrschung über jenen fauligen, psychologisch-seelischen Moloch in ihrem Inneren zu verlieren, dann nämlich umgab sie eine ständig sich steigernde, zunehmend manifest und damit greifbar werdende Atmosphäre der Beklemmung, und er spürte förmlich die wachsende Präsenz jenes anderen, fremden, blutberauschten Wesens, das ihre eigentliche Persönlichkeit verdrängte und von dem man unmöglich sagen könnte, wann es einen angreifen würde. Die Tatsache jedoch, DASS es, vorzugsweise in einem Augenblick fataler persönlicher Unaufmerksamkeit, angreifen würde, war gewiss. Doch wie und wann...
Unmittelbar vor Vollendung der dämonischen Übernahme ihres Wesens gab es, neben der zunehmenden atmosphärischen Beklemmung um sie herum, ein weiteres Anzeichen, das, nachdem ihm die ganze Tragweite der Vorgänge in ihrer Seele bewusst geworden war, untrüglich auf die bevorstehende Gefahr hinwies: Ihr Blick, der dann nicht mehr im eigentlichen Sinne IHR Blick war, sondern bereits den Ausdruck eines diffus leuchtenden, höllischen Abgrundes in sich trug. Ein seltsam leerer Blick, der starr fixierend auf ihn gerichtet wurde und doch nichts von ihm wahrnahm, der ins Nichts gerichtete Blick einer Geisteskranken, einer Wahnsinnigen. Und dann - meist kurz darauf - erfolgte der Angriff, unvermittelt, trotz aller Anzeichen, die zu erkennen er gelernt hatte, unerwartet in seiner Heftigkeit, seiner hemmungslosen Brutalität; eine Tatsache, die er, in einem bestimmten Winkel seines Verstandes sogar noch zu würdigen wusste, denn hieß es nicht (und war es nicht wahr), dass, wenn du angreifst, du mit aller rückhaltlosen Härte, allen dir zur Verfügung stehenden Mitteln angreifen sollst? Ja, er kam nicht mehr umhin, es sich vorbehaltlos einzugestehen, er verspürte Angst vor dem, was da in ihrem Inneren verschlossen lag und nur mühsam gebändigt werden konnte. Vor dieser unsagbaren, namenlosen Monstrosität, die dort unten mit hundert hornigen Krallen tiefe Furchen in den Fels ihrer schmutzigen Zellenwände grub, dieser entstellten, zutiefst verletzten Kreatur aus dem schwarzen Abgrund, die vor blinder Wut schrie, heulte und tobte.

Freitag, 17. Oktober 2014

"Studien I-I"

Wie erstaunt war er, als er kurz nach der Eheschließung feststellen musste, dass seine Frau nicht das geringste Gespür dafür hatte, wie man als Frau, zumal als Ehefrau, mit einem Mann umging, ihn glücklich machte, ja, ihn BEFRIEDIGTE! Ihr fehlte, so konstatierte er ernüchtert, jegliches natürliche Gefühl dafür, was ein Mann, alleine schon aufgrund seiner nun einmal nicht zu ändernden biologischen Konstitution, benötigte, um das ruhige, zufriedene und glückliche Leben eines Ehemannes und Gatten zu führen.
Und so geschah es, dass er nun immer öfter in jene typischen Nöte geriet, die mit seinem sich in den Hoden sammelnden und dort vor sich hinfaulenden Sperma in Zusammenhang gebracht werden konnten. Nein, er hielt sich beileibe nicht für einen jener unglückseligen Vertreter seines Geschlechts, die im Laufe ihres sexuell aktiven Lebens nur allzu oft zu armseligen und - in seinen Augen - höchst bemitleidenswerten Kreaturen absoluter Geilheit degenerierten. Er war durchaus in der Lage, sich zu beherrschen und die mächtigen Kräfte des Triebes zu sublimieren, umzuwandeln in allgemeine Lebens- und - vor allem - Geisteskraft. Allerdings existierte, allem Sublimationsvermögen zum Trotz, auch für ihn eine zeitliche Grenze, über die hinaus ihm das Leben zur Qual wurde. Ein Punkt, an dem er nicht mehr anders als missgelaunt, mürrisch und unduldsam in die Welt blicken konnte. Einfach alles, jede noch so unbedeutende und - an sich - lächerliche Lebensäußerungen, fiel ihm dann schwer und nichts im Leben breitete, während Hoden und Unterleib schmerzten und die Anzahl unwillkürlicher Erektionen allmählich überhand nahmen, ihm mehr wirkliche Freude. In diesen brutalen Phasen seines Daseins wurde er wieder und wieder überwältigt von sexuellen Visionen, in deren Mittelpunkt er selbst und seine Frau standen; Visionen und Vorstellungen davon wie und auf welche Art er sie nahm, unbarmherzig durchvögelte oder zu ihm gefälligen Sexualpraktiken zwang. Er hasste diesen Zustand, in dem er nicht mehr Herr seiner selbst, seines Geistes, seiner Gedanken und Stimmumgen zu sein schien. Selbst seine Wahrnehmung führte in diesen Phasen ein seltsam unkontrolliertes Eigenleben, denn sein Blick, seine visuelle Aufmerksamkeit richtete sich, völlig ohne sein Zutun, beständig auf Einzelheiten der weiblichen Anatomie oder der Weiblichkeit als Ganzes. Kurz: er sah und nahm kaum mehr etwas anderes wahr als mannigfaltig geformte Frauenärsche und Titten.

***

Studien I

Montag, 13. Oktober 2014

"Studien I"

Er hatte eine Frau geheiratet, die ihr komplexbehaftetes Vaterimago vor sich hertrug wie ein Sportlerteam die Landesfahne während des Einzugs bei den olympischen Spielen. Ein Kleinkind, das erwartete, dass man ihm seine dummen Peinlichkeiten, seine banal-dämlichen Provokationen wie selbstverständlich verzieh oder sie sogar noch süß oder niedlich fand.
Insgesamt jedoch, wenn man von den gröbsten Ausfällen einmal absah, relativ leicht zu handhaben: tagsüber bespaßen, also müde machen, abends wahlweise mit drei Gläsern Rotwein ausschalten oder - gegebenenfalls - noch kurz bespringen, um ihm die Chance zu geben, seine psychologisch basierte Frigidität zu bekämpfen. Ein Geschlechtsakt, der ihn stets an das ungelenke Agieren einer automatisierten Frankiermaschine in einer großen, fließbanddurchzogenen Versandhalle erinnerte.

***

Studien I-I
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