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Science Fiction

Samstag, 10. September 2016

"Nun..."

... bin ich nicht wirklich ein Kenner von Gibsons schriftstellerischem Werk (obwohl ich selbstverständlich um seine Bedeutung für das Genre weiß), was ich jedoch jetzt bereits über PERIPHERIE sagen kann, ist dass Gibsons Zukunftswelt, die er hier präsentiert, einfach wunderbar herrlich, unaufgeregt real erscheint. Andere Autoren scheinen oftmals in der Sensation der eigenen, von Ihnen erschaffenen Welt zu schwelgen, nicht so Gibson. Diese Welt ist phantastisch und - auf seltsame, unnachahmliche Weise - trotzdem realistisch. Vielleicht liegt das tatsächlich an Gibsons viel gerühmter Befähigung zur Extrapolation.

Und - natürlich nicht zu vergessen -: nochmal der besondere Kniff in PERIPHERIE: Gibson präsentiert hier zwei zukünftige Welten, die man selbstverständlich jetzt auch noch gegeneinander halten kann.

Extrapolation in zwei Stufen, sozusagen.

Mittwoch, 19. März 2014

"Schnell..."

... gelutschter Drop, so zur Erholung zwischen den dann doch etwas anspruchsvolleren Werken von Fontane, Dostojewski und Dickens.

Gregory Benford, Larry Niven

Zwei alte Haudegen der SF.


9783453314931


"Himmelsjäger"

Heyne, 2013


("Bowl of Heaven")

Eine zügig geschnittene Reise in den Weltraum, die ich jedem, der an so was Freude hat, sehr empfehlen kann. Zwar kann ich mir vorstellen, dass der wahre Hardcore-SF-Fan nicht vollends zufrieden sein wird, aber das ist ein anderes Thema. Mir jedenfalls ging das runter wie Öl, nicht zuletzt weil es genau das war, auf das ich - zwischen den ganzen Literaturklassikern - unbedingt Lust hatte. Lust auf das All, sozusagen.
Ohne viel unnötiges Vorspiel steigt die Story am Vorabend des Abflugs von der Erde ein und nur wenige Seiten später erwacht man bereits unplanmäßig aus dem Kälteschlaf, weil das Schiff im Raum auf ein seltsames und höchst unerklärliches Artefakt gestoßen ist.
Sieh an, sieh an, eine gigantische Schale, konstruiert halb um einen Stern herum (nein, diesmal keine Ringwelt, sondern eine Schalenwelt ;-)), dessen Partikelstrom sie als Antrieb nutzt, um mehr oder weniger entspannt durch den Raum zu cruisen. Nette Konstruktion, ziemlich gewagt, aber macht ja nix.

:-)

Natürlich besteigt man flugs eine Landefähre und man erkundet, nachdem das Mutterschiff in eine annehmbare Position zwischen Stern und Innenseite der Schale gebracht wurde, die mit atembarer Atmosphäre, Wasser und Vegetation reichlich gesegnete Oberfläche. Und natürlich gibt es dort Lebewesen, und zwar jede Menge. Verschiedene Rassen, zumeist unterwegs aufgenommen und ins soziale System integriert (strange things!) und selbstverständlich auch eine Rasse (Vogelmenschen - die direkten Zugang zu ihrem eigenen Unterbewusstsein haben und unter anderem über das wechselnde Farbenspiel ihres Gefieders kommunizieren), die das ganze mehr oder weniger kontrolliert.
Und so fort...

:-)

Was das Ganze jetzt aber so außergewöhnlich und lesenswert macht, ist einerseits natürlich das - erwiesenermaßen - große schriftellerische Können der beiden Autoren, andererseits aber auch die hemmungslose Vielfalt an Ideen, die verarbeitet werden. Es gibt zu allem eine - manchmal natürlich auch schräge, aber immer irgendwie coole - phantastische Idee, eine Theorie, eine Funktionsweise, ein Gedankenspiel, eine Hypothese. Absolut nichts bleibt unerläutert oder unüberlegt.
So haben wir also zum Beispiel Raum für Spekulationen über eine Welt mit geringer Schwerkraft, ohne Jahreszeiten und, weil der antreibende Stern ja immer voraus ist, ohne Nacht (was für den menschlichen Organismus natürlich nicht ohne Folgen bleiben kann).

Dass da hin und wieder auch mal was Schräges dabei ist (zum Beispiel die Vermutung, dass die Schale von den Dinosauriern der Erde gebaut wurde, *lach*)..., okay, die Phantastik dieser Welt wiegt das auf.

Band 2 erscheint September 2014. Werd ich mir auch besorgen.

:-)

Phantastikfaktor:
100 %

Hard-SF-Faktor:
75 %

***

Ups, nach kaum zwei Stunden für 9,50 € bei booklooker verkauft! Nicht schlecht. Jetzt kann ich mir "Die Brücke der Gezeiten" besorgen, Fantasy von einem Herrn namens David Hair. Bin gespannt.



:-)

Dienstag, 5. Juli 2011

"Der..."

... neunte Planet.

Coole Seite für alle Freunde obskurer SF-Filme der fünfziger und sechziger Jahre.


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:-)

Der neunte Planet

Dienstag, 21. Juni 2011

"Rainer..."

... Erler.

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"Das Genie"

1978

Weniger überzeugend. Irgendwie hat man während des Lesens das Gefühl, es mit der schriftlichen Niederlegung des Kleinen Fernsehspiels zu tun zu haben. Was natürlich, oder sehr wahrscheinlich, daran liegt, dass Rainer Erler eben aus genau diesem Bereich kommt.
Bekannt geworden ist der Mann vor allem für seine SF-Fernsehreihe "Das Blaue Palais", die zwischen 1974 und 1976 ausgestrahlt wurde, aus fünf jeweils neunzigminütigen SF-Filmen mit wissenschaftlichem Hintergrund besteht, und immer noch als bislang beste SF-Produktion des Deutschen Fernsehns gilt.
Gesehen hab ich die Filme noch nicht wirklich, aber ich kann mich dunkel entsinnen, als Kind einmal irgendetwas aus dieser Reihe aufgeschnappt zu haben. Kam mir damals ziemlich obskur vor (na gut, ich war noch klein).

;-)

Die Romane erschienen dann im nachhinein zwischen 1978 und 1980.

Wie gesagt, Erlers Verdienst um die deutsche SF und seinen Ansatz der wissenschaftlich basierten SF (allerdings angereichert auch mit Thriller- bzw. Krimi-Elementen) in Ehren, in Schriftform finde ich "Das Genie", die erste Folge der Fernsehreihe, nicht unbedingt so prickelnd. Die Grundidee - Mensch-zu-Mensch-Übertragung von Genie, Talent und besonderen Fähigkeiten via Hirnsubstrat - ist ganz nett, aber...

60 %

Sonntag, 5. Juni 2011

"Der Tag..."

... Million.

"Nebula Award Stories 2"

1967



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Herausgegeben von Harry Harrison und Brian W. Aldiss


Storiesammlungen, in denen wirklich jede enthaltene Story lesenswert ist, oder sogar ein Genre-Highlite darstellt, gibt es natürlicherweise selten; meist finden sich ein oder zwei herausragende, eine Menge akzeptabler und einige schwächere Bestandteile.

Hier ist das mal anders.

Kein Wunder, denn es handelt sich um eine Sammlung, die sich ausschließlich aus nominierten und ausgezeichneten Stories zusammensetzt. Eben die Auswahl des Nebula Award 1966. Eigentlich eine sehr sinnvolle Sache (ich weiß, dass die Reihe noch mehrere Teile hat, aber ob sie heute noch fortgeführt wird? Kaufen würde ich die auf jeden Fall alle. Warum sorgt eigentlich nicht mal jemand für einen oder zwei, oder drei, fette Sammelbände mit allen in den bekanntesten Preisvergaben nominierten und ausgezeichneten Stories und Novellen? Das wär doch mal was, oder?!).

Na ja, auf jeden Fall sind die hier versammelten Stories, Novelettas und Kurzromane allesamt so außerordentlich, dass man eigentlich keine Abstufung oder besondere Heraushebung mehr vornehmen kann. Auf diesem gleichbleibend hohen Niveau wird es einfach zur reinen Geschmacksfrage, was einem besonders gefällt (inhaltlich, stilistisch, von der Dramatik her - wie auch immer begründet).

Enthalten sind:

Richard McKenna

"Das tiefe Land (The Secret Place)"

Sonya Dorman

"Mein Leben als Miss Dow (When I was miss Dow)"

R. A. Lafferty

"Mitleid? Mit Menschen? (Among The Hairy Earthmen)"

Frederik Pohl

"Der Tag Million (Day Million)"

Gordon R. Dickson

"Sie nennen ihn Lord (Call Him Lord)"

Philip K. Dick

"Rekal, Inc. - Erinnerungen jeder Art (We Can Remember It For You Wholesale)"

Jack Vance

"Die letzte Burg (The Last Castle)"

***

Wie gesagt, alle großartig. Meine Favoriten:

Dicksons "Call Him Lord", weil da einer völlig absurden und bizarren Situation mit dem letzten Satz, ja mit dem letzten Wort sogar, plötzlich eine Selbstverständlichkeit und Logik zukommt, die extrem frappierend wirkt. Natürlich wird diese frappierende Schlüssigkeit anschließend durch einen zweiten Gedankengang sofort wieder in Frage gestellt, was bedeutet, dass Dickinson hier auf wunderbare Weise mit angeblich objektiver Logik, Wahrheit, Erklärung, aber auch persönlicher Interpretation, Subjektivität und Wertung spielt.

Prima Sache.

Jack Vance - "The Last Castle"

Tolles Stück. Vance, wenn er zur Höchstform aufläuft, vermag - wie kein anderer - phantastische Settings, phantastische Welten zu kreieren, die - und das ist nochmal sein besonderer Bonus - stets präzise zwischen Science-Fiction und Fantasy angesiedelt sind (weshalb Vance ja auch als der Begründer eines eigenen Subgenres geehrt wird, der Fantasy-Fiction). Auch hier wieder: eine wunderbare Welt zwischen Fantasy und SF, mit einer atemberaubend seltsamen Story um menschliche Dekadenz und Überheblichkeit.

And last, but not least, natürlich, natürlich, natürlich:

des unsterblichen Meisters geniale Story "We Can Remember It For You Wholesale". Ein grandioses Stück, das auf wenigen Seiten Realität und Nicht-Realität vollkommen ihres vermeintlich objektiven Werts, ihres angeblich objektiven Charakters, beraubt. Übrigens die Basis für Verhoevens Film "Total Recall" (1990), der ja demnächst eine Neuauflage mit Collin Farell erleben soll.

Also: selbst jemandem, der für gewöhnlich so seine Probleme mit Kurzgeschichten hat, sei diese Sammlung bedingungslos empfohlen.

100 %

Dienstag, 31. Mai 2011

"Niven,..."

... ... Pournelle, Barnes.

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"Der Held von Avalon"

("The Legacy Of Heorot")

1987

Ein - mehr oder weniger - berühmtes Autorentrio. Am bekanntesten vielleicht Larry Niven, der mit seinem legendären Roman "Ringwelt" (sehr guter Roman übrigens) seit Anfang der Siebziger als Retter und Erneuerer der Space-Opera gilt, außerdem bekannt für seine Zusammenarbeit mit Jerry Pournelle, die so große SF-Romane wie "Luzifers Hammer" ("Lucifer`s Hammer", 1977) oder "Der Splitter im Auge Gottes" ("The Mote In God`s Eye", 1974) hervorgebracht hat.
Pournelle alleine hat, meines Wissens, dagegen eher weniger Erfolg gehabt. Vor vielen Jahren fiel mir mal einer seiner Soloromane in die Hände, "Die entführte Armee" ("The Sundering Flood", 1979), Military-SF, die mich seinerzeit relativ schnell gelangweilt hat (kann aber auch sein, dass das an mir lag, weil Military-SF damals absolut gar nicht mein Ding war - es gibt nämlich auch Leute, die Pournelle sehr Ehren halten). Auch Steven Barnes, der dritte im Bunde, hat, meines Wissens, alleine nichts wirklich Bedeutendes auf die Reihe gekriegt.

Zusammen aber hat es offensichtlich funktioniert, denn "Der Held von Avalon" ist ein sehr gelungener, wirklich guter SF-Roman.

Das nahezu klassische Thema: Mensch und Natur bzw. Ökologie - in Gestalt einer Gruppe von Kolonisten, die sich mit den unvertrauten Gegebenheiten auf einem fremden Planeten auseinanderzusetzen hat. Wirklich spannend und abenteuerlich, mit einem einfachen, aber genialen, ökologischen Trick. Glaubhaft und interessant, mit verdeckter, niemals blödsinnig aufdringlicher Mahnung zur Achtsamkeit der Ökologie gegenüber.

Fast ein Pageturner!

Ein anderer Aspekt - angelehnt an Ridley Scotts Film "Alien" aus dem Jahr 1979: auch hier hat man es mit einer aggressiven, fremden Lebensform zu tun, wobei Niven, Pournelle und Barnes es allerdings, im Gegensatz zur einseitigen Alien-Perspektive bei Scott, nicht versäumen, in großartiger Weise auch die Sicht der fremden Lebensform darzustellen.

Wirklich klasse.

100 %

Dienstag, 24. Mai 2011

"John..."

... Wyndham.

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1903-1969

Britte, sozusagen der Spezialist für subtil erzählte Invasionsgeschichten, in denen sich das Eindringen des Fremden und das damit verbundene Grauen langsam und schleichend entwickeln. Ich persönliche halte ihn seit, und wegen, "Day Of The Triffids", 1950, in höchsten Ehren. Nach wie vor der beste Invasionsroman, den ich gelesen habe (hier, April 2006, anlässlich einer Neuauflage bereits gewürdigt).

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Diesmal "The Kraken Wakes", aus dem Jahr 1953, wieder eine sehr unterhaltsame Sache. Ging es in "Day Of The Triffids" um Pflanzen, so haben wir es jetzt mit einer fremden Lebensform zu tun, die sich in den unzugänglichen Regionen der Tiefsee einnistet und von dort aus die Menschheit bedroht. Über die fremde Intelligenz selbst (die am Ende natürlich besiegt wird) erfährt man nicht viel, sie tritt nahezu völlig anonymisiert in Form sogenannter "Seepanzer" in Erscheinung - große, graue, tropfenförmige Teile, die sich an Land schieben, dort eine Art klebrigen Fangarm auswerfen, und die so erbeuteten Menschen mit zurück ins Meer nimmt. Very Strange, isn't it?!

:-)

Ganz nett im zentralen Aufbau des Romans: die Darstellung der Figur des Dr. Boker, der typische, frühe Warner vor der Bedrohung, der zu Beginn wie ein schwarzherziger Pessimist wirkt und sich am Ende - als die Katastrophe komplett und also nahezu alles verloren ist - als rettender Optimist entpuppt.

:-)

Die fiesen Außerirdischen gehen übrigens - nachdem ein Mittel gegen die Übergriffe der Seepanzer gefunden wurde - dazu über, die Menschheit per unterseeisch gesteuerter Klimaveränderung zu attackieren. Schweine! Aber auch das nutzt ihnen im Endeffekt nichts, denn die Japaner finden - nachdem die Zivilisation in manchen Gebieten der Erde schon ziemlich am Boden liegt - ein Mittel: Ultraschall!

:-)


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Fazit: wer irgendwie besonderes Interesse an Invasionsstorys hat, der muss Wyndham natürlich gelesen haben. Ansonsten: sehr amüsant.

90 %

***

SF - Klassiker and some other old Stuff

Samstag, 19. März 2011

"Chad Oliver"

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Chad Oliver

"Brüder unter fremder Sonne"

("Uneahrtly Neighbours", 1960)


Ein Klassiker des, sagen wir mal, Mensch-trifft-auf-fremde-Kultur-Themas. Gut aufgebaut und geschrieben, interessant, wenn auch nicht wirklich neue Aspekte offenbarend.

:-)

Gegen Ende tritt dann leider, nach einer wirklich überzeugenden, wenn auch etwas rudimentären Darstellung der fremden Lebensform, so ansatzweise ein bisschen das Problem auf, das man bei vielen ähnlich gelagerten Romanen feststellen kann: die große, alles umfassende Verständnis- und Toleranzbotschaft, gegen die an sich natürlich nix zu sagen ist, die aber selten so stimmig in den Romanverlauf eingefügt wird, dass sie nicht aufgesetzt oder irgendwie plakativ wirkt.

Ganz unverholene Appelle nerven mich in einem Roman immer.

:-)


80 %

***

SF - Klassiker and some other old Stuff

Samstag, 5. März 2011

"Herbert"

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Frank Herbert

"Die Leute von Santaroga"


("The Santaroga Barrier", 1968)



Erstklassiger SF-Roman von einem Autor, der ja vor allem durch seine Dune-Romane ("Der Wüstenplanet") Weltruhm erlangt hat.
Eine Story, die in relativ typischer Manier das Thema einer mysteriösen Lebensgemeinschaft thematisiert (vergleichbar in etwa auch mit den Romanen, in denen man es mit einer unbekannten, außerirdischen Zivilisation zu tun hat). Santaroga nämlich ist ein irdisches Tal, das sich von der Außenwelt völlig abkapselt und sämtlichen Versuchen der Einbeziehung strikt verweigert. Warum? Das will ich natürlich nicht verraten.

:-)

Herbert nutzt das Setting sehr schön, um die verschiedensten Themen zu behandeln: Drogen, Bewusstsein, Kapitalismuskritik, alternative Lebensformen...

Lohnender Roman, der natürlich auch gut geschrieben und sehr spannend ist.

95 %

***

SF - Klassiker and some other old Stuff

Freitag, 7. Januar 2011

"Leben ohne Ende"

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George R. Stewart

"Leben ohne Ende"


("Earth Abides", 1949)


Ein Roman, den ich jedem hundertprozentig ans Herz legen möchte. Durchweg von sehr hoher literarischer Qualität, gehaltvoll und trotzdem spannend, rund - ja, geradezu einen epischen Eindruck hinterlassend.

Hat mich von der Thematik her natürlich an alle Romane erinnert, in denen postapokalyptisch das Überleben einiger weniger Menschen geschildert wird. Siehe Mathesons "I Am Legend" (auch nicht schlecht, aber doch viel reißerischer und sehr viel weniger auf die tatsächliche Analyse menschlicher Grundbedingungen ausgerichtet) oder - nicht wirklich postapokalyptisch, aber thematisch gleich - Goldings "Lord of the Flies" (übrigens schrieb Stewart seinen Roman 1949, während Goldings Studie erst 1954 erschien - Nachtigall, ick hör dir trappsen! ;-)).
"Earth Abides" anlysiert und behandelt in wunderbarer Form alle Aspekte menschlicher Zivilisation, menschlichen Zusammenlebens, und sucht dabei die unabänderlichen Grunddeterminanten herauszuarbeiten (was auch gelingt). Dabei gleitet der Text schriftstellerisch sehr schön voran, die Geschichte ist exzellent aufgebaut, glaubhaft und überzeugend, und geradezu gespickt mit großartig herausgearbeiteten Wendepunkten. Erstklassig! Ob das daran liegt, dass Stewart tatsächlich ein echter Literat war, der mit "Earth Abides" seinen ersten und einzigen Ausflug in die Science-Fiction unternommen hat, will ich mal dahingestellt lassen.

:-)

Obwohl auch Stewart die tief verwurzelten Schwächen und Grausamkeiten des menschlichen Wesens nicht völlig ausspart, macht es definitiv Spaß, zu lesen, wie er sich dem Thema neutral und mit der ehrlichen Absicht des objektiven Herausarbeitens nähert, anstatt - wie Golding- das Negative, Pessimistische, allzusehr in den Vordergrund zu stellen.


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Also: ne rundum gelungene Sache, die große Spannung mit Unterhaltung und intellgenter Betrachtungsweise kombiniert.

Lesen!

;-)


100 %

***

SF - Klassiker and some other old Stuff
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