... ist dann vernachlässigbar, wenn es vollständig aus Eigenschaften und Merkmalen besteht, die man selbst herstellen und dauerhaft kontrollieren kann.
:-)
Ein Mittelweg zwischen Subjektivismus und Objektivismus, Rationalismus und Empirismus, philosophischer Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie
"Unser Erkenntnisapparat ist ein Ergebnis der Evolution. Die subjektiven Erkenntnisstrukturen passen auf die Welt, weil sie sich im Laufe der Evolution in Anpassung an diese reale Welt herausgebildet haben. Und sie stimmen mit den realen Strukturen (teilweise) überein, weil nur eine solche Übereinstimmung das Überleben ermöglichte"
(Vollmer 1998, S. 102)
Gerhard Vollmer - "Was können wir wissen?"
Evolutionäre Erkenntnistheorie
Zur Theorie der Evolution
Interview mit Gerhard Vollmer
Rudolf Eisler - "Wörterbuch der philosophischen Begriffe" (1904)
Positivismus
Naturalismus
Materialismus
Objekt
Natur
Materie
Rudolf Eisler - "Wörterbuch der philosophischen Begriffe" (1904)
Wahrscheinlichkeit
Pierre Simon de Laplace
"Philosophischer Versuch über die Wahrscheinlichkeiten"
(1814)
"Alle Ereignisse, selbst die, welche wegen ihrer Geringfügigkeit nichts mit den grossen Naturgesetzen zu thun zu haben scheinen, sind eine ebenso nothwendige Folge derselben als die Umläufe der Sonne. Unbekannt mit deren notwendigem Zusammenhang, in welchem sie mit dem ganzen System des Weltalls stehen, hat man sie, je nachdem sie mit Regelmässigkeit oder ohne sichtbare Ordnung eintraten und aufeinanderfolgten, entweder von Zweckursachen oder vom Zufall abhängen lassen; aber diese eingebildeten Ursachen traten in dem Maasse zurück, als die Schranken unserer Kenntniss sich erweiterten und verschwinden vor der gesunden Philosophie, welche in ihnen nichts als den Ausdruck unserer Unwissenheit in Betreff der wahren Ursachen sieht."
Auszug
***
Nachtrag:
Bietet leider nicht das, was ich erwartet und gesucht hatte. Eine wirklich philosophische Behandlung des Wahrscheinlichkeitsbegriffs ist hier nicht zu finden. Stattdessen aber eine mathematische, und auf die kann ich weitgehend verzichten.
Wer sich also im philosophischen Sinne mit dem Wahrscheinlichkeitsbegriff befassen möchte, der sei hiermit ausdrücklich gewarnt.
Offensichtlich existieren zwei Arten von Realität.
Eine feststehende, objektive Form, die sich im Wesentlichen auf die Materie, die Stofflichkeit bezieht, und eine subjektive, beliebig formbare, substanzlose Form, die, mittels Interpretation und Uminterpretation, durch Gedanken und Gefühle hergestellt wird.
Im optimalen Fall sollten beide Realitäten natürlich deckungsgleich sein bzw. jeweils nur kurzfristig, zum Beispiel im Zuge dialektischer Erkenntnisprozesse und nach Möglichkeit bewusst, von der Deckungsgleiche abweichen.
Im ungünstigsten Fall jedoch klaffen sie weit auseinander oder behaupten sogar jeweils einen alleinigen Existenzanspruch (Objektivismus/ Subjektivismus).
Extremer Objektivismus führt zu materialistisch-mechanistischer und, psychologisch gesehen, behavioristischer Sichtweise.
Extremer Subjektivismus führt zu pervertiertem Universalrelativismus, übersteigertem Idealismus und Solipsismus.
Darum ist es nötig, sich hin und wieder der Deckungsgleichheit von subjektiver und objektiver Realität zu versichern, oder, zumindest, den gegen eine irregeleitete, subjektive Sichtweise gerichteten Widerstand von Seiten der objektiven Realität als eben solchen anzuerkennen und also nicht zu ignorieren oder gar im Sinne der subjektiven Realität umzudeuten.
(Im Moment scheue ich die normalerweise verwendeten Begriffe der „Repräsentation“ bzw. der „Widerspiegelung“, weil ich der objektiven Realität, auf Grund ihrer Festigkeit, zwar eine Kontrollfunktion, nicht aber ein Primat gegenüber der subjektiven Realität einräumen will)
Früher hatte er die Realität gemocht, geliebt sogar. Heute dagegen stieß sie ihn ab. Und dennoch hielt er an ihr fest.
Warum? Aus Angst?
Ist es nicht völlig unsinnig, ja geradezu pervers, an etwas festzuhalten, das einen mit aller Macht abstößt?
Also ließ er los.