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Philosophie

Donnerstag, 12. Januar 2017

"Nietzsche..."

... hat sich, wie kein zweiter, selbst ein brutales, körperliches Maß auferlegt, nur um - im Gegenzug - einer geradezu unglaublichen, geistigen Maßlosigkeit zu frönen. Dieser Spagat hat ihn letztlich zerrissen.

Ne echte Extremleistung!

Deshalb kommt sein Bild ins Antiquariat, als abschreckendes, den Verstand klärendes Exempel.

Mittwoch, 24. Februar 2016

"Um den..."

... Begriff der "phänomenologischen MONADE" oder "phänomenologischen Wahrnehmungsmonade" (vgl. Eintrag vom 16.02, drei unten drunter, "Begriffe und...") berechtigterweise, und korrekt, einsetzten zu können, MUSS ich natürlich Leibniz konsultieren.

Am besten persönlich.

Also ab in die Kutsche und raus auf die staubige Landstraße, wo Räuber und allerhand andere Gefahren lauern. Durchs teutsche Land, nach Hannover oder Mainz, je nachdem, wo er sich gerade aufhält und seine Monaden predigt.

;-)

Dienstag, 16. Februar 2016

"Begriffe und..."

... Zusammenhänge aus Beils "Transzendenz und Zeitbewusstsein", einer, für den phänomenologisch Interessierten, spannenden Arbeit, welche zum Ziel hat, die husserlsche Phänomenologie, vor allem in ihrer Methodik, in Hinblick auf ihre Grenzen zu duchleuchten. Jeder, der sich ernsthaft mit Phänomenologie beschäftigt, stößt ja irgendwann auf die ernüchternde Tatsache, dass auch die phänomenologische Reduktion, bei aller, zweifelsfrei gegebener Funktionalität, letztlich eine - wenn auch nicht offensichtliche, oder banale - Frucht idealistischer Voraussetzung, und damit eine Maske des Absoluten ist.
Schade eigentlich, aber wahr.
Beils Analyse sucht also, in den Worten meiner eigenen Fassung des phänomenologischen Grenzproblems formuliert, jenen Rubicon, an dem die phänomenologische Reduktion schließlich, trotz aller Bemühungen, doch zur idealistisch-phänomenologischen Konstruktion wird.

APPERZATIVE ERGÄNZUNGSINTENTIONALITÄT

Meint nichts anderes, als die Tatsache, dass der intenional-visuellen, phänomenologischen Wahrnehmungsmonade keinerlei Räumlichkeit gegeben ist. Das visuell-phänomenologische Wahrnehmungerlebnis liefert lediglich IMMER NUR eine einzige Ansicht eines Gegenstands (von einem Schreibtisch beispielsweise nur die Vorderseite), nicht unmittelbar sichtbare Seiten werden ergänzt.
Ein Folge der grundsätzlichen Räumlichkeit von Wahrnehmung, Vorstellung und Denken.
Da diese perspektivisch-räumliche Ergänzung aber sukzessive erfolgt, gelangt man sofort und ohne weitere Schnörkerl zum Vorgang der Zeitlichkeit.

Die Ergänzungsintentionalität wurde von Husserl erkannt, und als eine der Hauptunsicherheiten der phänomenologischen Reduktion bezeichnet.

Seeeehr spannend, weil im Rahmen philosophischer Überlegungen womöglich relevant für die Genese des subjektiven Zeitempfindens, Operationalisierung bzw. Definition des Begriffs "Zeit" und - schließlich - den generellen Raum-Zeit-Begriff.

Sind also Raum und Zeit - Perspektive, Kausalität, Verhältnis, Sukzession, Folge - nur der Klebstoff, welcher die Masse einzelner, phänomenologischer Erlebnismonaden zusammenhält? Strukturiert? Ordnet?

Und wird daraus notwendig hervorgehend womöglich das Ich konstituiert? Quasi als "fester" perspektivischer Ankerpunkt?

*lach*

Lange nicht mehr solchen intellektuellen Spaß gehabt!


INTENTIONALITÄT UND KORRELATION


Folgt man Beils Analysen, so ist es IMMER nur die Korrelation, die phänomenologisch erscheint und grundlegend ist. Im Kern hätten wir es - ganz prinzipiell - immer nur mit der Korrelation zweier Transzendenzen zu tun. Die Korrelation des Wahrgenommenen mit dem Wahrnehmenden (oder umgekehrt), wobei der Korrelationspol des Wahrgenommenen einerseits sinnlich, andererseits aber auch rein geistig sein kann (was wieder zusätzliche Differenzierungen notwendig macht).

Amüsant.

Und richtig!

Es ist natürlich einzig und alleine die Korrelation, die man phänomenologisch wahrnimmt. Ein unbezweifelbares Ergebnis konsequent angewandter phänomenologischer Reduktion.
Für mich persönlich löst das außerdem ein altes Problem, das ich immer mit der Phänomenologie hatte, das Problem der "Intentionalität". Das war mir stets zu umfassend, dieses Intentionalitätskonzept, weil es implizit eine gewisse Art des Denkens propagiert, ich aber - neben dem natürlich auch vorhandenen - intenionalen Denken/Bewusstsein ebenso ein nicht-intentionales Denken/Bewusstsein für gegeben halte. Ein passives Bewusstsein ohne Zugriff auf irgendeinen Inhalt.

Der Begriff "Korrelation" löst dieses Problem.

Korrelation: ja, selbstverständlich; Intention: hin und wieder, aber nicht grundsätzlich.

;-)

(...)

Dienstag, 27. Oktober 2015

"Frage und ..."

... Folgerung.

Warum verändert sich, in variierenden Zeitabständen - alles immer wieder? Warum diese permanente Neu- und Umstrukturierung? Warum nicht ein individuelles Schicksal, eine klare, notwendige Sichtweise für jeden einzelnen? Warum nicht die unverrückbare Festlegung? Warum das Bleiben durch permanenten Wandel? Die Einheit in der Zersplitterung? Der Stillstand durch andauernde Bewegung? Warum die Auffächerung?
Und wovon hängt dieser beständige Vorgang eigentlich ab?

Es ist der zugestandene Raum der Willensfreiheit, der persönlichen Entscheidungsfreiheit, der notwendig zu Umwegen zwingt, welche wiederum die permanente Neu- und Umstrukturierung notwendig machen.
Abhängigkeit besteht also, zum einen, von den eigenen Entscheidungen, und, zum anderen, den Entscheidungen der anderen.
Klar ist aber auch: das letzte Ziel, das letzte Bild (überindividuell!) ist festgeschrieben und - ebenso sicher: permanente Umstrukturierung des Weges verdeckt zuweilen das Festgeschriebene des Letzten.
Phraseologisch gedacht: den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.
Ein Fall für?
Augustinus, im Gegensatz zum jesuitischen Ansatz.
Die ins Religiöse gewendete Frage: kann der einzelne denn überhaupt etwas tun, um in den Genuss direkter "göttlicher" Führung zu gelangen? Oder ist die Auswahl immer schon getroffen, von Beginn an? Wird "Gnade" einseitig gewährt? Oder kann man sie - durch selbstbestimmtes Tun, in welcher Form auch immer - erlangen?

(...)

Nächster Bezug:
Hegel. Hergenommen aus dem Begriff der "Notwendigkeit", der, so ist es nun einmal, zumindest dort, untrennbar verbunden ist mit dem Begriff der "Vernunft".
Die "Dialektik" ist ein ganz anderes, davon völlig unabhängiges Thema.
Die "Dialektik" ist konstruiert, keinesfalls real.

(...)

Donnerstag, 13. August 2015

"Was..."

... man sich auch in metaphysischer Absicht für einen Begriff von der Freiheit des Willens machen mag: so sind doch die Erscheinungen desselben, die menschlichen Handlungen, eben so wohl als jede andere Naturbegebenheit nach allgemeinen Naturgesetzen bestimmt."

Kant, "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht".

ZEIT, mal wieder Kant zu lesen, und zwar ernsthaft.

Die Kategorien, und damit die Ebenen klarmachen.

Samstag, 1. August 2015

"Seit..."

... langem mal wieder eine interessante, philosophische Sache.

Georg Misch, Lebensphilosophie und Phänomenologie - eine Auseinandersetzung der diltheysche Schule mit Husserl, Heidegger, Original 1930, also frisch aus der Zeit der heideggerchen Provokation ("Sein und Zeit").

Es geht, so weit, um den schwer fassbaren Schwebezustand von Phänomenologie, Lebensphilosophie und hermeneutischer Existenzphilosophie, zwischen ontologischem Fixpunkt und grundlegender Dynamik, die natürlich, im Rahmen eines auf das menschliche Leben als Alpha und Omega rückbezüglichen Ansatzes, ganz und gar unumgänglich ist.

So weit, wie gesagt.

;-)

Das berührt natürlich wieder die alten Bipolaritäten "Metaphysik" vs "Naturwissenschaft", "Letztbegründung" vs "Ewigkeit". Ein nette Begriffsbildung find ich in diesem Rahmen in dem Begriffspaar "Gedanklichkeit" vs "Unendlichkeit", von mir angenommen als universelles Distinktionskriterium für ALLE philosophischen Ansätze und Systeme, in seinem Urteil variabel je nach Tendenz in die eine oder andere Richtung.

Aber da fehlt natürlich noch ne Quelle bzw Ableitung, denn: zwar nehme ich dieses Distinktionsmerkmal an, doch bin ich nicht sein Schöpfer.

MOMENT.

;-)

Auf Diltheys historischem Mist gewachsen, war ja klar.

Das Problem mit der "Hermeneutik" (vor allem diltheyscher Prägung), als geisteswissenschaftlicher Disziplin mit methodischem Anspruch, ist die Tatsache, dass manche Ableitungen (philologisch-historischer Natur) wie Zauberei erscheinen, - UND: ist nicht der ewige methodische Rückgriff auf philologische Urbedeutungen etwas, das fundamental GEGEN die zwingende Grundkategorie der "Dynamik" (des Lebens) gerichtet ist? Weniger in ihrem methodischen Dasein, als in der Art und Weise der implizit enthaltenen Ausblendung von etwas, womöglich, VÖLLIG Neuem? KANN etwa nichts Neues entstehen? Nichts grundsätzlich Neues vor allem?
Es gibt nichts Neues unter der Sonne?
Autopoiese?

Gut, dann wäre "Hermeneutik" immer nur sekundär, sowieso, eine - etwas zweifelhafte - Zweitmethode, die zuvor als interessant und festhaltenswert eingeschätzte Erkenntnisse um zumindest amüsante, manchmal sogar nützliche, freie, phantastische Spielerein ergänzt.

Bemerkung zu Georg Mischs Analyse des Verhältnisses der diltheyschen Lebensphilosophie zur LOGIK, die doch tatsächlich - und da haben wir das Problem - eine irgendwie geartete Relevanz urtümlicher Begriffsinterpretationen des Begriffs des "LOGOS" für den Logikbegriff der neuzeitlichen Wissenschaft und Philosophie annimmt.
Da aber muss man - Anno Domini 2015 zumindest - nun wirklich historisch werden, denn Mischs Analyse stammt aus dem Jahre 1930, und da war von den vehementen Aus- und Durchbrüchen der Analytischen Sprachphilosophie oder gar der empirischen Wissenschaftstheorie noch kaum etwas zu sehen.

An dieser Stelle könnte ich das Buch eigentlich zuklappen.

:-)

Wenn schon Kabbalah, dann doch lieber die echte.

Aber! Ich will mal noch ein wenig weitersehen, vielleicht kommt ja noch was. Vorzugsweise etwas mehr zur Logik (obwohl ich die Probleme der diltheyschen Hermeneutik mit der Logik natürlich verstehen kann. Eine zu deutliche Akzeptanz und Annäherung, eine unideologische, realistische Sichtweise der Logik, wäre wahrscheinlich ganz einfach der Tod der Hermeneutik. Und welche Idee schafft sich schon gerne selbst ab bzw. mindert ihren eigenen Wert?)
Aber ich bin guter Dinge, denn auch die Hermeneutik arbeitet ja durchaus mit dem Begriff der "Vernunft", und dem - "Verstand", oder?

:-)

Schaun wir mal.

Dienstag, 7. Juli 2015

"Philo-..."

...sophie ist eine Ansammlung von Kernideen, die jeweils von einem Menschen ausgearbeitet wurden. Heißt: jedem Philosophen liegt EINE Grundidee zugrunde.

Im Falle Edmund Husserls liegt diese Kernidee in der Idee der "Begründung" selbst (wie wahrscheinlich auch im Falle Carnaps, aber da müsste man auch nochmal nachdenken). Im Falle Schopenhauer liegt sie bzw. heißt sie "System". Hegel gründet sich aus der Kernidee der "Überzeugung". Und Nitzsche, ja, Nietzsche, der vertritt die Kernidee des Trotzes.

;-)

Jetzt könnte man natürlich laut anfangen zu rufen. "Aber Hegel ist doch System, Hegel ist doch Vernunft!".
Nein, das System, beispielsweise, ist ihm tatsächlich nur Mittel zum Zweck, ebenso wie ihm auch die Vernunft nur Mittel zum Zwecke der - Ausführung seiner Kernidee ist. Zwiebelschalen, Maskenspiel.
Alles zum Zweck der "Überzeugung"!

:-)

Donnerstag, 18. Juni 2015

"Ex-..."

... istence.

ghghgh

- existence/15 -

Montag, 24. November 2014

"Nachdem ich,..."

... just letzten Samstag, mal wieder den Weg ins Antiquariat gefunden habe, und mit einem netten Tütchen von vier Büchern wieder auskehrte, jetzt interessierte Lektüre von Eike von Savignys "DIE PHILOSOPHIE DER NORMALEN SPRACHE", Erstauflage Suhrkamp 1974.

Schon seit einiger Zeit zog es mich mal wieder in die sehr amüsanten Gefilde der analytischen Sprachphilosophie bzw. der Sprachphilosophie allgemein, seit meiner wissenschaftstheoretisch geprägten Studienzeit hab ich nämlich eine mittelschwere Schwäche für Carnap, den Wiener Kreis und den niedlichen, aber aller Ehre werten Versuch, eine klare, unmissverständliche Protokollsprache zu entwickeln. Geht natürlich nicht, aber die - damals immer verzweifelter und bizarrer werdenden - Versuche dazu, find ich immer wieder interessant.

Da lief mir dann das Buch von Eike von Savigny am Samstag natürlich gut rein.

Schöner Aufbau über drei Kapitel zu jeweils: Wittgenstein (den ich zwar für den "Tractatus" respektiere, aber DEFINITIV NICHT mag), Gilbert Ryle und John L. Austin, und dann die Abhandlung des Konzepts der "normalen Sprache", eine kritische Auseinandersetzung zum Thema.

Samstag, 7. Juni 2014

"Nietzsche..."

... als Erzieher, Schrift 15.10 02 - 31.10.02.

*

TEIL I - Einführung und Einträge 1 - 3

*

Vierter Eintrag:

19.10.02

Es scheint mir, als habe Nietzsche das Ideal, das Pathos, die Gefühle der Erhabenheit gegen sich selbst verdammt. Das Ideal verdammt und es doch selbst immer gesucht, ja gelebt.

Ich muss es sagen:
Nietzsches „Zustände“ sind mir erschreckend bekannt. Ich kenne die Krankheit und die Symptome, kenne das Pathologische daran. Ob ihr es glaubt oder nicht, auch ich sah diesen Weg. Der Unterschied jedoch: Ich brach ihn ab! Und zwar um wieder Eins zu werden!

Bewundernswert die Konsequenz dieses Mannes. Das bedingungslose Durchführen des Willens zur Genialität. Nietzsche wollte nicht zurückweichen, um keinen Deut, bei klarer Sicht auf die wahrscheinlichen Folgen seines Beharrens. Denn es ist wahr: Ein solcher Wille schafft das Gewollte, doch der Preis ist hoch, sehr hoch.
Um zu gesunden, hätte er entsagen müssen, dem Wunsch etwas zu bedeuten, dem Wunsch einzugehen in die ewige Reihe der weltbewegenden Denker. Das war ihm nicht möglich und so ging er den Weg zu Ende. Er ging den Weg bis zu jenen Januartagen des Jahres 1889, in denen die Konsequenz einer solchen Gewaltsamkeit ihn einholte. Die Konsequenz der Konsequenz nahm ihm den Verstand.


Kommentar 2014:
Holla, die Waldfee, festhalten jetzt!!! Rauchen einstellen! Anschnallen, am besten: Kopf nach unten zwischen die Knie! Aber hurtig!

:-)

Die nächsten beiden Einträge liegen schon auf der Lauer (und ich bin echt gespannt, was da noch kommt!). Ich lese nämlich nicht vor, nein, ich lese mit.

;-)

Dieser war übrigens komplett (und nicht im Auszug)!


Fünfter Eintrag:

20.10.02

So langsam wird es mächtig dunkel um Nietzsche. Er wirkt seinen Affekten nicht mehr entgegen, entweder er kann es nicht mehr oder er will es nicht mehr angesichts der teilweisen Erhabenheitsgefühle des Wahnsinns.

Persönlich glaube ich, dass es bestimmte Gedankenbereiche (Gedankenzirkel) gibt, die man nicht anzapfen sollte. Tut man es doch - und ist zugleich prädestiniert durch Umstände der Erziehung oder spätere Lebensumstände -, so gerät man in das Fahrwasser des völlig der Realität enthobenen Macht- bzw. Überlegenheitsgefühls. Dieses wiederum entwickelt sich zu einem Selbstläufer, einer Art Teufelskreis zwischen „erbärmlicher“ Realität und „phantastischer“ Vorstellung. Jeder unbotmäßige Höhenflug, jede erzwungene Euphorie, die erzwungene Erhebung zum Großartigen, führt dann unweigerlich zum Umschlag der Empfindung zurück ins Leiden der Wirklichkeit. Es scheint dann als wäre das Zentrum, als wäre die Mitte verloren, als wäre kein Ausgleich mehr möglich zwischen den Übertreibungen, die, wie ich glaube, sowohl in den Tiefen als auch den Höhen, gewaltsam gesucht und konstruiert werden. Es existiert kein innerlicher Halt mehr, und äußerst interessant würde ich es finden, dazu einen parallelen bzw. zu Grunde liegenden neurophysiologischen Prozess zu suchen.
Irgendwo mangelt es in diesen Fällen an Geduld, und ein wesentliches Element dieser Empfindungen ist die Gier, ist der „Gierige Geist“ (vgl. "Die Entschleierung der Welt zu Gunsten der Verschleierung des Geistes""; "SHORT CUTS II - 2000-2002 - HÖLLENFAHRT - " bzw. "FATUM", S. 6-11, PUNKT 1.2 - "Die metaphysische Gier"), der Geist, der mehr und mehr will, der nicht warten kann, um in der Zeit ein ansehnliches Quantum an Erkenntnis anzuhäufen, sondern der notwendig gewaltsam die schnelle, möglichst allumfassende Erkenntnis will. Dieser so orientierte Geist muss förmlich verbrennen, ausbrennen wie ein lang anhaltend an seine Belastungsgrenzen forcierter Motor.
Ich vermute, dass in diesem Bereich der Grenzbelastung Nerven- und Gehirnzellen in großer Zahl vernichtet werden, vielleicht gar als eine Art Selbstschutzmechanismus, der eben die selbstzerstörerische Grenzbelastung beenden soll, um die wichtigen Kernfunktionen zu erhalten.

Wird dem zum Trotz weiter forciert, ein Vorgang, der natürlich - mit der zunehmenden Abnahme an Nervenzellen - immer schwieriger, immer aufzehrender, immer gewaltsamer wird, so muss dies im endgültigen Versagen des Verstandes, des Geistes enden.

Der Wahnsinn, die geistige Umnachtung, die Verblödung ist das Produkt.

Man könnte fast meinen, hier hätte jemand sich eine Leistung zugemaßt, die ihm nicht angemessen war, die eigentlich nicht im Bereich seiner geistigen Möglichkeiten gelegen hat, die er aber trotz allem gewollt und alleine aus seinem Willen heraus erzwungen hat.

Eine nächste Assoziation führt mich zu der Anmerkung, dass, so gesehen, womöglich alle Lehren, seien sie philosophischer oder auch magisch-okkulter Natur, welche den Willen des Individuums als das höchste und mächtigste Instrument ausrufen, womöglich vernichtendes Gift für den menschlichen Geist und Verstand sind. Ich denke dabei, ohne freilich nähere Untersuchungen angestellt zu haben, an Schopenhauer, an Aleister Crowley und natürlich an eben das prägnanteste Opfer dieses giftigen Einflusses, an Friedrich Nietzsche.

Vielleicht versuchen aus diesem Grund auch die allgemeinen Religionen, welche ich hier einmal als psychologische Lebensratgeber verstehen will, vom Eigenwillen des Individuums abzulenken und den Willen Gottes an seiner statt zu installieren.

Natürlich alles nur reine Spekulation, dennoch anregend wie ich finde.

Übrigens noch eine Bemerkung zu Aleister Crowley: Ich bin mir sehr sicher, das bezüglich der Lehren Crowleys genau jene Quellen am bedeutendsten sind, die er selbst niemals und nirgendwo erwähnt, z.B. Nietzsche. Es wäre einmal zu untersuchen, ob Crowley Nietzsche gelesen hat, ja, ob er überhaupt die Möglichkeit dazu gehabt hat. Wurde Nietzsche noch zu Lebzeiten in England herausgebracht? Bei Crowleys Lese- und Studiereifer, und nicht zuletzt seiner Reiselust, müsste ihm Nietzsche doch untergekommen sein, oder?


Kommentar 2014:
Tja, was soll ich dazu noch sagen: man steigert sich halt so rein, mitunter. Andererseits muss man das aber auch, denke ich manchmal, weil - sonst kriegt man ja nix Fundamentales raus, oder?!
Gute Frage! Gute, gute Frage!

;-)

Ich hab's nur einmal gemacht, aber es war ein vollkommen idiotischer Fehler. Ich meine das Zusammenlegen von Texten einer Sparte in eine große Datei (hab ich nur bei den philosophischen Texten gemacht, und teilweise, glaub ich, bei den okkulten). Natürlich hab ich persönlich nämlich noch die Überschriften der Einzeltexte im Schädelkasten. Noch schlimmer, ich hab im Zuge dieser Zusammenlegung ("FATUM" z.B. hat 169 Seiten) auch eine Systematisierung versucht, die letztlich dazu führte, dass ich mitunter auch andere Textüberschriften installiert habe. Deshalb bin ich mir nicht ganz sicher, ob dieser Teil aus "FATUM", der sich mit dem Gierigen Geist beschäftigt ("DIE METAPHYSISCHE GIER"), nicht das ursprüngliche "Über den Gierigen Geist" ist.

So ein Mist.

Muss jetzt sehen, ob ich den Gierigen Geist noch irgendwo zusammengefasst habe, is aber unwahrscheinlich. Für mich ne dumme, und völlig uncharakteristische Sache, ich kenne eigentlich ALLE Texte der letzten 30 Jahre.

;-)
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