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Phantastik

Freitag, 4. April 2008

"Lovecraft"

Schöne neue Lovecraft-Seite (erstellt vom Festa-Verlag, glaub ich). Mit vielen Originaltexten online.

H.P. Lovecraft

Sonntag, 23. März 2008

"Vellum"

vellum


Hal Duncan

"Vellum - Das ewige Stundenbuch"/ Shayol 2007.


("Vellum - The Book Of All Hours", 2005)


So, nach etwa 400 Seiten hat es sich jetzt mit "Vellum". Obwohl phasenweise interessant geschrieben, experimentell und wahrlich monumental, werd ich das Ding nicht zu Ende lesen. Wahrscheinlich bin ich dann doch zu konservativ an einer wirklichen Geschichte interessiert. Im Endeffekt erscheint mir Duncans Wälzer einfach zu unstrukturiert, zu fragmentarisch, zu ziellos und beliebig, und letztlich - ganz einfach zu inhaltsleer.

Eine Wertung unter Vorbehalt:

35 %

***

Reading-Track

***

PS.

Buch steht übrigens zum Verkauf. Es ist sehr schön und solide hergestellt und dabei sehr dekorativ. Wer also selbst mal sehen und lesen will? Für Durhams "Acacia" gilt das Gleiche.

Bei Interesse: melden!

Freitag, 21. März 2008

"Wurdack"

Interessantes Interview mit Ernst Wurdack, der über Anfänge, Arbeitsweisen und Konzepte seines phantastischen Kleinverlags spricht.

Literra

Sonntag, 13. Januar 2008

"Die Schatten des Mars"

belletristik31


Frank W. Haubold


"Die Schatten des Mars"


2007


Was mich - neben der handwerklichen und stilistischen Perfektion - momentan am meisten begeistert: die geniale, hundertprozentig gelungene Mischung aus Emotionalität, phantastischen Inhalten, Spannung und wunderbaren Bildern, die dieses Buch bietet. Nicht zuletzt eine gewaltige Inspiration, was das Schreiben an sich betrifft.

Zweiter Teil: "Die alte Welt" - "Die Begegnung"/"Die Frau im Schatten".

***

Die Schatten des Mars

Dienstag, 1. Januar 2008

"Das Mirakel/Stories"

belletristik30


"Das Mirakel"


Ausgewählte Phantastik von:

Heidrun Jänchen • Anke Laufer • Christel Scheja • Friederike Stein • Andrea Tillmanns • Alexander Amberg • Matthias Falke • Wolfgang G. Fienhold • Hans-Dieter Furrer • Horst Geßler • Volker Groß • Frank W. Haubold • Michael K. Iwoleit • Hahnrei Wolf Käfer • Hartmut Kasper • Bertram Kuzzath • Wilko Müller jr. • Frank Neugebauer • Lothar Nietsch • Niklas Peinecke • Stephan Peters • Uwe Schimunek • Frank Schweizer • Malte S. Sembten • Michael Siefener • Achim Stößer

Herausgegeben von Frank W. Haubold, illustriert von Mario Franke und Thomas Hofmann.

Edfc-Jahresanthologie 2007.

***

Die Stories:

Malte S. Sempten, "Bubble-Boy" - Gut geschrieben, sehr stimmungsvoll, schön aufgebaut, das Ende hätte vielleicht - nach dem sehr überzeugenden Aufbau - etwas mächtiger ausfallen können; Wolfgang G. Fienhold, "Absolutum" - weise Worte, tadellos; Heidrun Jänchen, "Slomo" - wunderbar, schönes Spiel mit dem Tempo...

Zwischenruf:

Ich kann mir - auch in Anbetracht der letzten beiden Jahresanthologien, die hier übrigens noch einmal getoppt sind - nicht vorstellen, dass es generell eine bessere, lohnendere Phantastikanthologie auf dem deutschen Markt gibt. Das ist die Spitze, ganz sicher. Die ersten drei Stories sind dermaßen gut - was u.a. die Ideen und die literarische Ausführung betrifft -, dass es einem schon irgendwie den Atem verschlagen kann. Beste Phantastik, und ich gehe natürlich davon aus, dass das bis zum Ende so bleiben wird.

;-)

Hans-Dieter Furrer, "Madame Delvaux" - vom phantastischen Thema her eine dieser klassischen Geistergeschichten, die mich immer ein wenig an die Comicserie "Gespenstergeschichten" erinnern - "Seltsam, aber so steht es geschrieben!" -, mir persönlich insgesamt ein bisschen zu wenig Handlung und zu viel Brüssel bzw. Delvaux; Friederike Stein, "So was wie Joghurt" - ziemlich chaotisch, ziemlich hektisch, aber interessant, weil komplett im Slang geschrieben - das kann man, muss man aber nicht mögen; Frank Schweizer, "Inspektor Pyrrhon und der Killerfön" - sehr interessante Idee, ausreichend gut umgesetzt - eine Welt, in welcher der Skeptizismus zur Staatsreligion geworden ist und deshalb jedes sichere Wissen, jede sichere Meinung oder Äußerung unter Strafandrohung steht, außerdem gewürzt mit einer Vielzahl verschroben-bizarrer Detailideen, die das Ganze auch noch einmal zusätzlich lesenswert machen; Anke Laufer, "Der Klomann" - sehr schön aus der Ich-Perspektive geschrieben, obwohl sich mir Witz und Sinn der Sache im Endeffekt nicht unbedingt erschließen; Michael K. Iwoleit, "Terminal" - sehr schöne Idee in einer überzeugenden Pointe aufgelöst, und - eigentlich - auch gut geschrieben, obwohl mich die Eintönigkeit der schlangenartigen Sätze zwischendurch manchmal leicht einzuschläfern drohte, und ich mich zudem fragte, ob die Vielzahl englischer Begriffe wirklich sein muss (muss eine "Verbindung" denn unbedingt ein "Connect" sein?), außerdem mag ich manchmal - obwohl hier noch sehr ausgewogen eingesetzt - diese doch sehr berechnenden Stories nicht, die ihre Kernidee systematisch durch eine Stadtkulisse aufblasen, deren Straßen und Sehenswürdigkeiten man dann ausführlich erklärt bekommt, Reiseführer irgendwie - aber das ist letztlich natürlich auch eine reine Geschmackssache (vgl. auch Furrer); Stephan Peters, "Meine liebe Stella" - schöner, atmosphärischer, eiskalter Grusel - richtig spannend - klasse;


(... to be continued ...)

***

Der mikrokosmische Maler

Montag, 31. Dezember 2007

"Vellum"

vellum


Hal Duncan

"Vellum - Das ewige Stundenbuch"/ Shayol 2007.


("Vellum - The Book Of All Hours", 2005)



Ich frage mich, wie er das macht. Wie schafft Hal Duncan es, inmitten dieses fragmentierten Sprach- und Ideenwustes aus Pseudo-Mythologie, Cyber-Apokalypse und - inzwischen auch - Historienflashs, das reale Rückgrat der Geschichte noch so gekonnt zu bewahren??? Ich seh keinen Unterschied im Stil - vielleicht ist es die etwas gebremste und kontrolliertere Wortwahl in den entsprechenden Passagen. Andererseits erscheint aber auch gerade diese minimale "reale" Gedankenscheide des Romans wie der einzige, wirkliche Traum zwischen all den unzähligen, phantastischen Welten und Ebenen.

Hm...

Faszinierend ist auch, wie aus diesem Wust immer wieder ganz plötzlich, ganz starke Phantastikszenen aufscheinen. Das ist irgendwie, wie bunte Blüten im Schlamm zu finden. Na gut, man könnte jetzt natürlich einwenden, dass selbst ein blindes Huhn auf Dauer mal ein Korn findet, ja finden muss, aber womöglich würde das dann auch wieder zu kurz greifen.

;-)

Zu Beginn des zweiten Buchs - HERBSTDÄMMERUNG, im ersten Teil - "Die Hämmer des Hephaistos", nach "Das öde, wunde Land" und vor "Die widerspenst'ge Spitze" - S. 299.


***

Reading-Track

Samstag, 29. Dezember 2007

"Vellum"

vellum


Hal Duncan

"Vellum - Das ewige Stundenbuch"/ Shayol 2007.


("Vellum - The Book Of All Hours", 2005)


Gerüchte, die besagen, dass dieses Buch auch "Das ewige Stundenbuch" heißt, weil man eben ewige, eintönig ewige Stunden benötigt, um es zu lesen, sind zwar in Umlauf, aber noch nicht endgültig bestätigt.

;-)

Irgendwo in Teil 6 "Die Passion eines jeden Thomas" - zwischen "Konkrete Bilder, abstrakte Akte" und "Die Passion des Thomas Messenger" (S. 214).


***

Reading-Track

Donnerstag, 27. Dezember 2007

"Vellum"

vellum


Hal Duncan

"Vellum - Das ewige Stundenbuch"/ Shayol 2007.


("Vellum - The Book Of All Hours", 2005)


*lach*

Erst auf Seite 144 - irgendwo im vierten Teil - "Schicksalhafte Prägungen", nach "Ninschuburs Klagelied" und vor "Gotteshäuser" - und schon komm ich nicht mehr weiter, weil ich bereits fluchend auf der Suche nach einer geilen Stellen von vorher bin (wo war noch dieser Kerl, der irgendwann verrückt wird, weil er die Bibel in Binärcode umrechnet - immer wieder neu?).

;-)

Korrekt, schließlich sind wir alle nichts anderes als flache Falten, verloren im Vellum.


***

Reading-Track

Mittwoch, 26. Dezember 2007

"Vellum"

vellum


Hal Duncan

"Vellum - Das ewige Stundenbuch"/ Shayol 2007.


("Vellum - The Book Of All Hours", 2005)


Trotz aller Schwierigkeiten, die einem das Buch beim Lesen ohne Zweifel machen kann (Variation des Erzähltons, Stil- und Perspektivenwechsel, plötzliche Breaks und Brüche, Zeit und Raum generell ohne Bedeutung, wenig Handlung verteilt auf mehrere Ebenen): ein literarisches Monument der moderneren Phantastik ist das schon, was Hal Duncan hier bietet. Eine Art "Ulysses" der Phantastik, der, vor dem Hintergrund eines bevorstehenden Krieges zwischen Engeln und Dämonen, von mythologischen Ansätzen bis zur modernen SF so ziemlich alles enthält.

Es funktioniert, weil Duncan bisher das Kunststück fertigbringt, eine gewisse Balance zu halten.

Mir gefällt das ganz gut, obwohl alles - nach wie vor - an manchen Stellen einfach zu ziellos wirkt.


***

Reading-Track

Samstag, 22. Dezember 2007

"Vellum I"

vellum



Hal Duncan

"Vellum - Das ewige Stundenbuch"/ Shayol 2007.


("Vellum - The Book Of All Hours", 2005)


Der erste, allerdings noch sehr vorläufige Eindruck: eigentlich nicht anders als erwartet - zwischen Genie und Wahnsinn liegend, wobei sich jetzt, nach knapp fünfzig Seiten, natürlich noch nicht endgültig entscheiden lässt, welches Element am Ende die Oberhand behalten wird. "Wahnsinn" bedeutet in Hal Duncans Fall, dass er oft so schreibt, wie ich selbst vor zehn Jahren noch ganz gerne geschrieben habe: sehr pathetisch und, hin und wieder, - m.V. - irgendwie "ziellos umherschwallend" oder - höflicher ausgedrückt - sehr assoziativ. Fraglich ist aber auch, ob man wirklich jeden Satz mit einer oder gleich mehreren Metaphern belegen muss, wie Duncan das phasenweise tut, zumal Metaphern in dieser Menge ja auch irgendwann völlig beliebig klingen. Und das ist dann vielleicht auch schon der Begriff, der den Wahnsinn in Duncans "Stil" am treffendsten charakterisiert: Beliebigkeit. Das Geniale an der Sache liegt dagegen in der Progressivität des Textes, der mit enormem Selbstbewusstsein genau das demonstriert, was normalerweise eher zu vermeiden wäre.
Aber womöglich klingt das alles auch ein wenig zu negativ, denn eine gewisse Faszination strahlt "Vellum" natürlich schon aus, und selbstverständlich finden sich in dem ganzen Sprachwust auch viele gute Passagen, so ist es ja nicht. Außerdem lobenswert: die völlig unbefangene Vermengung verschiedenster phantastischer Elemente (in diesem Fall sicher eine positive Auswirkung des freien Assoziierens). Der gesamte Text ist zudem in recht angenehme, kleine und appetitliche Häppchen unterteilt - jeweils höchstens ein paar Seiten lang und mit einer eigenen Überschrift versehen. Das weist erstens natürlich auf die - fragmentarische - Methode hin, mit der gearbeitet worden ist, stellt darüber hinaus aber auch eine schlichte Notwendigkeit dar, denn am Stück oder auch nur in allzu langen Abschnitten und Kapiteln hätte das wohl niemand wirklich gelesen.

Und über allem steht - und auch das ist eigentlich positiv zu werten: jener stilistische und inhaltliche Hauch von Anarchie, der inzwischen ja geradezu kennzeichnend für die moderne Phantastik geworden ist.

Ein Wort noch zum Verlag: Shayol-Bücher kann man ganz offensichtlich beruhigt kaufen, sieht - bis jetzt - einigermaßen solide, stabil und gut aus, das Teil.


***

41078


Hal Duncan: Notes From The Geek Show
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