"Das Mirakel"
Ausgewählte Phantastik von:
Heidrun Jänchen • Anke Laufer • Christel Scheja • Friederike Stein • Andrea Tillmanns • Alexander Amberg • Matthias Falke • Wolfgang G. Fienhold • Hans-Dieter Furrer • Horst Geßler • Volker Groß • Frank W. Haubold • Michael K. Iwoleit • Hahnrei Wolf Käfer • Hartmut Kasper • Bertram Kuzzath • Wilko Müller jr. • Frank Neugebauer • Lothar Nietsch • Niklas Peinecke • Stephan Peters • Uwe Schimunek • Frank Schweizer • Malte S. Sembten • Michael Siefener • Achim Stößer
Herausgegeben von Frank W. Haubold, illustriert von Mario Franke und Thomas Hofmann.
Edfc-Jahresanthologie 2007.
***
Die Stories:
Malte S. Sempten, "Bubble-Boy" - Gut geschrieben, sehr stimmungsvoll, schön aufgebaut, das Ende hätte vielleicht - nach dem sehr überzeugenden Aufbau - etwas mächtiger ausfallen können;
Wolfgang G. Fienhold, "Absolutum" - weise Worte, tadellos;
Heidrun Jänchen, "Slomo" - wunderbar, schönes Spiel mit dem Tempo...
Zwischenruf:
Ich kann mir - auch in Anbetracht der letzten beiden Jahresanthologien, die hier übrigens noch einmal getoppt sind - nicht vorstellen, dass es generell eine bessere, lohnendere Phantastikanthologie auf dem deutschen Markt gibt. Das ist die Spitze, ganz sicher. Die ersten drei Stories sind dermaßen gut - was u.a. die Ideen und die literarische Ausführung betrifft -, dass es einem schon irgendwie den Atem verschlagen kann. Beste Phantastik, und ich gehe natürlich davon aus, dass das bis zum Ende so bleiben wird.
;-)
Hans-Dieter Furrer, "Madame Delvaux" - vom phantastischen Thema her eine dieser klassischen Geistergeschichten, die mich immer ein wenig an die Comicserie "Gespenstergeschichten" erinnern - "Seltsam, aber so steht es geschrieben!" -, mir persönlich insgesamt ein bisschen zu wenig Handlung und zu viel Brüssel bzw. Delvaux;
Friederike Stein, "So was wie Joghurt" - ziemlich chaotisch, ziemlich hektisch, aber interessant, weil komplett im Slang geschrieben - das kann man, muss man aber nicht mögen;
Frank Schweizer, "Inspektor Pyrrhon und der Killerfön" - sehr interessante Idee, ausreichend gut umgesetzt - eine Welt, in welcher der Skeptizismus zur Staatsreligion geworden ist und deshalb jedes sichere Wissen, jede sichere Meinung oder Äußerung unter Strafandrohung steht, außerdem gewürzt mit einer Vielzahl verschroben-bizarrer Detailideen, die das Ganze auch noch einmal zusätzlich lesenswert machen;
Anke Laufer, "Der Klomann" - sehr schön aus der Ich-Perspektive geschrieben, obwohl sich mir Witz und Sinn der Sache im Endeffekt nicht unbedingt erschließen;
Michael K. Iwoleit, "Terminal" - sehr schöne Idee in einer überzeugenden Pointe aufgelöst, und - eigentlich - auch gut geschrieben, obwohl mich die Eintönigkeit der schlangenartigen Sätze zwischendurch manchmal leicht einzuschläfern drohte, und ich mich zudem fragte, ob die Vielzahl englischer Begriffe wirklich sein muss (muss eine "Verbindung" denn unbedingt ein "Connect" sein?), außerdem mag ich manchmal - obwohl hier noch sehr ausgewogen eingesetzt - diese doch sehr berechnenden Stories nicht, die ihre Kernidee systematisch durch eine Stadtkulisse aufblasen, deren Straßen und Sehenswürdigkeiten man dann ausführlich erklärt bekommt, Reiseführer irgendwie - aber das ist letztlich natürlich auch eine reine Geschmackssache (vgl. auch Furrer);
Stephan Peters, "Meine liebe Stella" - schöner, atmosphärischer, eiskalter Grusel - richtig spannend - klasse;
(... to be continued ...)
***
Der mikrokosmische Maler