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Literatur

Donnerstag, 15. Juni 2017

"Wie ich..."

... ja hier bereits mehrmals signalisiert habe, ist David Foster Wallace einfach, aber definitiv, der Allergrößte.

Hat jemand "Der bleiche König" gelesen? Wahrscheinlich nicht.

War ich im Falle von "Unendlicher Spaß" zunächst einmal perplex, und dann unendlich amüsiert, so kann ich "Der bleiche König" überhaupt nur schwer ohne echtes Gelächter lesen.
Schade, dass Wallace das Buch nicht mehr hundertprozentig selbst fertiggestellt hat (was vor allem die strukturelle und chronologische Ordnung der Erzählstränge, Handlungsorte und fortlaufenden Figurencharakterisierungen betrifft. Auch mancher einzelnen Textpassage merkt man an, dass sie von Wallace' unerbittlicher, extrem ausdauernder Textfeile noch nicht zu Ende bearbeitet worden ist).
Nichtsdestotrotz: "Der bleiche König" ist ein Meisterwerk, dessen Unbegreiflichkeit alles menschliche Maß übersteigt. Vielleicht kann man so ein Werk gar nicht letztgültig abschließen. Monotone, gleichgültige Unendlichkeit, provozierend vorgeworfen und zugleich ironisch gebrochen - DAS ist das Angesicht des bleichen Königs.

:-)

Kein Buch, das man am Stück lesen könnte, und insofern ein treuer, geduldiger Wegbegleiter.

Freitag, 17. Februar 2017

"Simpson,..."

... nein, nicht O.J., William von.

Die Barrings

Zu unrecht trivialisierter und darüber fast vergessener Roman aus den 50er-Jahren. Liefert einen genialen Einblick in das preußische Junkertum des 19. Jahrhunderts. In etwa so, wie Manns Buddenbrocks einen Einlick in die bürgerliche Kaufmannswelt derselben Epoche gewährt.

Und ist dabei, vielleicht abgesehen von Fontanes Stechlin (welcher malerischer daherkommt), der beste Einblick in jene Zeit, den ich bisher kenne.

Donnerstag, 3. März 2016

"Lotte..."

... in Weimar, Thomas Mann.

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Großartiger Roman, den ich zurzeit geradezu verschlinge. Große, prächtige, ironische, nachspürende Reminiszenz an die Epoche der Klassik, offen bewundernd und subtil subversiv zugleich.

Bester Lesestoff für mich.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

"Die..."

Geißendörfer-Verfilmung von Manns "Zauberberg" ist - mit Verlaub und bei allem Respekt - einfach völlig ungenügend, irgendwie daneben und - alles in allem - einfach schwach. Es fehlt völlig an jener seltsamen metaphysischen Tiefe des Romans, es fehlt völlig an der delikaten psychologischen Entwicklung Hans Castorps, der sich ins Morbide fallen lässt, um der Welt, der er sich nicht gewachsen fühlt und die ihn langweilt, zu entkommen, es fehlt außerdem völlig an Anklängen, die den Roman eben AUCH zu einem Gesellschaftsroman seiner Entstehungszeit machen, es fehlt, es fehlt, es fehlt...

Zudem ist die Besetzung schwach. Eichhorn ist zuuuu blass, Aznavour überzeugt nicht, Rod Steiger übertreibt bzw. fällt im Mittelmaß um ihn herum extrem aus dem Rahmen...

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Welch tief gehende mythologische Reise könnte man aus diesem Roman in einer filmischen Umsetzung gewinnen!

Aber dazu bräuchte es Mut in jeder Hinsicht, und nicht nur den Willen zu einem oberflächlichen, unfreiwillig komischen Tanz der Karikaturen (mitunter aber auch der einzige Pluspunkt, weil wenigstens das Groteske der Romanvorlage hin und wieder getroffen wurde; außerdem kommt das Thema "Körperlichkeit" relativ klar raus, wobei aber auch nicht genügend auf einen Gegensatz zur Geistigkeit geachtet wird, und auch die Natur, die das ganze ja ursprünglich so schön um- und damit abschließt, kommt zu kurz, finde ich).

Schade, eine Menge Möglichkeiten nicht mutig genug genutzt.

Kommentar bezieht sich auf die kürzere Kinoversion. Vielleicht ist die Langfassung ja besser.

Freitag, 1. August 2014

"Obwohl ich..."

... bisher ja immer einen sorgfältig gezogenen, großen Bogen um den alten Goethe gemacht habe, brachte mich zuletzt eine kleine Leselücke ohne direkt greifbares, neues Material dazu, mir mal "Dichtung und Wahrheit" vorzunehmen.

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Und ich muss leider sagen, der große Bogen um den alten Meister war - und ist - berechtigt.

:-)

Natürlich schreibt er einen großartigen Stil, präzise, flüssig, mit eherner Feder gezeichnet und immer wieder genial durchsetzt von wunderbar nebensächlich eingeflochtenen, ewigen Wahrheiten, trotzdem bleibt er eben auch immer irgendwie ein eitler, selbstverliebter LANGWEILER!

;-)

Ich hab ihn jetzt mal auf die Fensterbank neben der Kloschüssel gestellt, aber selbst dort...

*lach*

Montag, 12. Mai 2014

"Irgendwie..."

... bin ich ein großer Fan von Stefan Zweig geworden. Zur Zeit bin ich gerade dabei, seine literarisch-historischen Lebensbeschreibungen quasi zu verschlingen.

:-)

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Stefan Zweig, 1881 - 1942

Von großer Genialität, kann ich nur sagen.

Joseph Fouché, Marie-Antoinette, Maria Stuart, Magellan...

Ich hab ja schon viel an Geschichtserzählung gelesen, und es war einiges dabei, das auch vom literarischen Stil her gesehen sehr lohnend war (Ranke, Mann..., da gibt es eigentlich genug), nie jedoch ist mir eine Historienerzählung begegnet, die auf so großartige Weise Literatur und seriöse Geschichtsschreibung miteinander verbindet bzw. in einander verschmelzen lässt. Man stelle sich Werke vor, die ähnlich einem guten Roman dramatisiert sind, stilistisch wundervoll und - ganz besonders - von einem geradezu brillanten Erzählton getragen. Ein Ton, in dem man, wie kaum irgendwo bei einem anderen Autor, die Stimme des Schreibenden aus seinen Worten vernimmt, ein Ton, der noch dazu auf wunderbare Weise - über den bloßen Bedeutungsgehalt der Worte hinweg - die ins Auge gefasste Persönlichkeit ausdrückt, also im Falle der "Maria Stuart" (Königin der Schotten!) einen ganz anderen Klang hat als im Falle von "Fouché" (Politischer Wendehals zwischen Ludwig XVI, Revolution, Napoleon und Ludwig XVIII - einer der größten Opportunisten der Weltgeschichte) oder der hoffnungslosen Marie-Antoinette (Frau vom sechzehnten Ludwig in Frankreich)! Brillant!
Und das ganze dann sauber gestützt von seriöser, fundierter Quellenhistorik. Und zwar in solch einem Maße, dass sogar - hin und wieder - an wichtigen, wissenschaftlich umstrittenen Punkten - eine klärende Diskussion eingearbeitet ist, die aber nie den literarischen Eindruck zu nichte macht oder auch nur stört.

Für jeden Historieninteressierten schlicht eine Pflicht! Nicht mehr und nicht weniger.

:-)

Seine ebenso genialen Analysen (eine kenn ich nämlich schon) zu drei großen Schriftstellern (Dostojewski, Balzac, Dickens) und drei großen Wahnsinnigen (Nietzsche, Hölderlin, Kleist - im Kampf mit dem Dämon!) folgen umgehend, eher spannend wird es dann aber wieder bei der unvermeidlichen Annäherung an Zweigs eher fiktives Prosawerk (Novellen, ein Roman) oder seine Dramenversuche und Lyrik.

Spannende Sache das.

Donnerstag, 27. März 2014

"Ein Buch,..."

... über das man ein Buch schreiben könnte.

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Dostojewski

"Die Brüder Karamasoff"

1879

Ein absolutes Wahnsinnsbuch, das sicher eine der absoluten Spitzen dessen darstellt, was man an klassischer Literatur lesen kann. In jeder Beziehung - Aufbau, Gedankentiefe - extrem tiefgründig und komplex, von einem Mann, dessen Name, würde ich persönlich sagen, ja geradezu zum Synonym für klassische Literatur (zumindest der letzten drei Jahrhunderte) geworden ist.
Kann ich sehr empfehlen, ein Buch, das Spuren hinterlässt und das man so schnell nicht vergisst.
Was mich besonders beeindruckt hat ist - zum einen - die schier unglaubliche Intensität des Romans, zum anderen natürlich die Komplexität. Man kann den Roman in keiner seiner Szenen oder Figuren überdenken, ohne sofort eine Vielzahl interner Verbindungen zu entdecken, seien sie komplementärer oder kontradiktorischer Natur. Und natürlich geht es in unglaublicher Schärfe und Tiefe um die großen Fragen: Gott, Gut und Böse, Schicksal...
Viel mehr will ich eigentlich nicht sagen, weil der Roman nun wirklich von wahren Geistesgrößen zu genüge interpretiert und auseinandergenommen worden ist (erwähnt seien hier nur Stefan Zweig/im Allgemeinen, Albert Camus/in Hinblick auf das Absurde und Existenzialistische, Sigmund Freud/psychologisch...).
Interessant für mich war vor allem auch die Figurenzeichnung Dostojewskis, obwohl, gerade was die Karamasoffs angeht, relativ klar in ihrer geistigen Disposition, bleiben sie doch auf unerklärliche und geniale Weise immer offen, voller Widersprüche, was letztlich den frappierenden Eindruck hervorbringt, jeder von ihnen könne eigentlich auch etwas ganz anderes sein als er im Rahmen dieser speziellen dramatischen Ereignisse ist. Ein Effekt, der einerseits, wie gesagt, durch die manchmal paradoxe und unstete Handlungsweise der Personen zustande kommt, andererseits aber auch im Konstruktionsprinzip des Romans selbst schon verankert ist - jede Figur, jeder Aspekt, findet nämlich stets eine Entsprechung in einer anderen Figur, wird konterkarikiert, bestätigt oder verneint, so dass sich eben jene unglaubliche Komplexität und psychologisch-dramatische Intensität ergibt, die den Roman auszeichnet.
Große Kunst, ohne Zweifel.

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Dostojewski, 1872 - wikipedia

Auch die Frage wie jeder der Karamasoffs die ihnen allen typisch zu eigene "Karamasoffche Leidenschaft" kanalisiert ist sehr interessant. Der einzige, der dabei gut wegkommt, ist der junge Alioscha, der seine Leidenschaften auf Religion und Natur richtet, und sie damit im Endeffekt bezwingt oder zumindest zu beherrschen lernt. Iwan dagegen, der Rationalist und Atheist, der sich ins Intellektuelle versteigt, endet in Schizophrenie, während Mitja, der vermeintliche Vatermörder, den völlig unbeherrschten Weg in die Abründigkeit sexueller Leidenschaft nimmt, sich also in der Materie verliert.
Trotz der immer wieder herausgehobenen Passage "Der Großinquisitor" (die natürlich ebenfalls großartig ist) mag ich persönlich übrigens die Passagen unmittelbar nach dem Mord am liebsten. Einfach unbeschreiblich intensiv - Mitjas rauschhafte Fahrt in das Dorf, in dem Gruschenka sich aufhält, das anschließende Fest, zwischen Wahnsinn, Rausch, Tragik und verzweifelter Ausgelassenheit gelegen. Sensationell!
Um aber auch mal ein bisschen Majestätsbeleidigung zu betreiben: Dostojewski wirkt immer irgendwie - und gerade hier in diesem Roman - reichlich überdramatisiert, einerseits natürlich ein Grund für die wunderbare Intensität, andererseits aber ist es schon irgendwie auffällig, dass beim guten Fjodor eigentlich kein einziger, sagen wir, entspannter Charakter existiert. Bis hin zu den unbedeutendsten Nebenfiguren finden sich ausschließlich psychologisch oder seelisch problembehaftete Charaktere, deren Schwierigkeitein mit sich oder dem Leben oft nur in ein oder zwei Sätzen angedeutet werden. Vielleicht mag das ja auch Teil der - so oft beschworenen - "russischen Seele" (zumal im 19. Jahrhundert) sein, auf den Westeuropäer kann es befremdlich wirken. In der westlichen Literatur scheint mir das Drama der Seele nie so allumfassend zu sein, hier findet sich immer die eine oder andere unbeschwerte Figur, die das Leben nimmt wie es eben kommt, ein Spaßmacher, ein Narr, ein Lebemann und Genussmensch ohne jegliche innere Zerrissenheit. Das fängt - meiner Meinung nach - schon beim Simplicissimus an (und pflanzt sich dann stetig fort).
Außerdem wirkt - auf mich zumindest - das letzte Viertel des Romans doch relativ aufgesetzt, heißt: hier schimmert die Konstruktion durch. So etwa ab Iwans Erkrankung (die mir generell nicht ganz stimmig zu sein scheint), würde ich sagen, und insbesondere im Zuge des schizophrenen Schubs, im Gespräch mit dem Teufel. Danach dann der - relativiert unmotivierte - Selbstmord des Vatermörders, und zuletzt auch noch das doch recht statische Ende mit den beiden Plädoyes und der anschließend nun wirklich angeklebten Schlussepisode zwischen Alioscha und den Kindern.
Gut, alle diese Teile haben ihre Bedeutung, dennoch...

:-)

... da löst sich die vorher so perfekte Geschlossenheit doch ein wenig auf.

Sei es wie es sei, ich hab meinen mittlerweile dritten Dostojewski (nach "Der Idiot" und "Schuld und Sühne") sehr genossen und würde ihn vorbehaltlos jedem ans Herz legen (wie den Dostojewski insgesamt natürlich auch).

Empfehlen kann ich übrigens auch die Hardcover-Piper-Gesamtausgabe, egal in welcher Erscheinungsform (rot oder blau), die is sehr schön, gut ge- und übersetzt, prima lesbar.

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Ein Problem hab ich jetzt allerdings nach der Lektüre der "Brüder Karamasoff": es fällt im Anschluss tatsächlich schwer ein leichteres Buch zu lesen. So hab ich zwar den Fantasyroman von Hair "Die Brücke der Gezeiten" angefangen (und das ist in den Grenzen seines Genres gesehen alles andere als ein schlechter Roman), aber irgendwie kommt einem das dann nach Dostojewski doch ein wenig seicht, belanglos und beliebig vor.

Also hab ich einfach mal gleich den nächsten Dostojewski aufgemacht, wobei ich mich nach kurzem Kampf für "Die Aufzeichnungen aus einem Totenhaus" entschieden habe.

:-)

Dienstag, 14. Januar 2014

"Romane,..."

... die man in der Schule nicht lesen wollte (oder konnte).

Paradebeispiel:

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Theodor Fontane

"Der Stechlin"

1897

Fontane ist mir inzwischen einer der liebsten Autoren überhaupt, und natürlich mausere ich mich deshalb inzwischen auch schon zum Sammler von Fontane-Ausgaben.

:-)

Erstens erzählt er so gut wie kaum ein anderer, zweitens schafft er es wie kaum ein anderer (deutscher) Autor dieser Epoche, seine Zeit extrem lebendig auferstehen zu lassen. Und das auch noch in einer quasi historischen Art, die nahezu objektiv und damit irgendwie zeitlos wirkt.
Ein Hoch auf den alten Theodor!

Teil meiner spannenden Reise in die deutsche, bildungsbürgerliche Literatur des 19. Jahrhunderts.

Great Stuff!!!

:-)

Schätze, meinen nächsten Urlaub verbring ich in der Uckermark.

*lach*

***

"Der Stechlin" beim Gutenberg-Projekt

Freitag, 10. Juni 2011

"Die..."

... Literaturlandkarte.

Some kind of interesting.

Samstag, 16. April 2011

"Stifter"

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Adalbert Stifter


1805-1868

"Werke in 2 Bänden"


Stifter ist einer derjenigen Autoren, bei denen man schon nach wenigen Abschnitten plötzlich weiß, dass man dankbar sein muss, ihr Werk noch näher kennengelernt und nicht etwa verpasst zu haben; ein Autor, dessen Werk einen - ungelogen jetzt - als einen irgendwie besseren Menschen zurücklässt.
Da sind zum einen natürlich die großartigen Naturbilder Stifters (die große Konstante in seinem Werk), die einfach mehr sind als einfache Naturbeschreibungen, weil sie - so eindeutig wie ich es noch nie irgendwo sonst gelesen habe - ehrlich und aufrichtig gefühlt sind. Dann die inhaltliche und schriftstellerische Entwicklung Stifters, besonders spürbar, wenn man sich seine Texte wirklich in chronologischer Reihenfolge vornimmt. Ganz zu Anfang ("Der Condor") ein gut geschriebener, aber deutlich von den großen, romantischen Vorbildern (E.T.A. Hoffmann, Ludwig Tieck) beeinflusster Erzählstil, der dann aber sehr schnell, eigentlich schon mit der zweiten Veröffentlichung, den wunderbaren "Feldblumen", an schriftstellerischer Eigenständigkeit und schriftstellerischem Selbstbewusstsein gewinnt.
Eigenständigkeit bedeutet bei Stifter, dass er - im Gegensatz zu den, auch sprachlich, meist ungehemmt in Leidenschaft schwelgenden Romantikern - zunehmend versucht, Leidenschaftlichkeit zu kanalisieren, ihr das Zerstörerische, Dunkle zu nehmen, um dadurch Ordnung, Sittlichkeit und die Möglichkeit eines dauerhaft erfüllenden Lebens zu ergründen. Und so kristallisiert sich mit der Zeit sein ganzes Hauptthema heraus: wie kann man das mächtige Schicksal so annehmen, dass man vor seinen tragischen Einschlägen bewahrt bleibt und ruhig und zufrieden seine Lebensbahn verfolgen kann? Ein Versuch, der allerdings - nicht wie bei so vielen anderen - in einem resignierten Fatalismus endet (dessen Tendenzen Stifter Zeit seines Lebens auch bei sich selbst streng entgegengewirkt hat), sondern in absolute Hochhaltung von Selbstbeherrschung, Beherrschung der Leidenschaft, in Annahme und nicht Bekämpfung der (in der Natur sich widerspiegelnden) Göttlichen Ordnung, der Sittlichkeit, der Ruhe und der Vernunft mündet.

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Das klingt vielleicht banal (weil es auch etliche Autoren gibt, die unter derselben Prämisse grottenschlechte Moralbücher verbrochen haben), ist aber im Falle Stifters alles andere als das. Keines der hohen Ziele wirkt oder ist, in irgendeiner Weise, aufgesetzt, vielmehr erlebt man Stück für Stück, Text für Text den inneren Kampf, die persönliche, innere Entwicklung Stifters, der nichts unhinterfragt propagiert, sondern es sich selbst zur Aufgabe macht, ehrliche Antworten und Lösungen zu finden.

Das ist - in Zusammenhang mit dem sehr schönen Stil - ein wunderbares und auch abenteuerliches Leseerlebnis.

Kann ich nur empfehlen.

Äh, den hier an Stifter gerichteten Vorwurf inhaltlicher Schwäche nehm ich übrigens - *räusper* - zurück.

;-)

***

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