Sachsenpaule - 15. Aug, 16:47

Gleichschaltung

Ich hab das ganze schon bei isl.leuchtenderpfad gesehen und kommentiert
ich schrieb folgendes:

Eine Gleichschaltung im Sinne einer "Verschwörung zur Verdummung der Menschen" ist gar nicht notwendig.
Die gesellschaftlichen Prozesse alleine reichen aus um verschiedene Menschen einer Gruppe freiwillig das gleiche denken zu lassen.
Das Diktat des Aussehens, die "Oben-Unten" Hierachie ist bei allen Tieren zu beobachten, mein neuster Beitrag beschäftigt sich damit.
Wenn es um Kleidung und Haarschnitt geht so beachte alleine die Mode dieses Jahrhunderts oder denke an die verschiedenen Ritterwappen und Farben (ich muss unweigerlich an die Fußballclubs denken).
Das Alles verstärkt sich von alleine, da zb. in Comedysendungen und in der Werbung immer die gleichen Klischees verwendet werden. Schaue dir eine Talkshow an und du weisst das es funktioniert.
Doch das nur nebenbei, zurück zu den Medien:
Tatsächlich gibt es nur wenige, elitäre Firmen die die Nachrichten machen die von kleineren Firmen, die kein Geld haben selber zu recherchieren übernommen werden.
Sie stecken den Rahmen ab, sie sagen was wichtig ist. Darauf angesprochen werden sie dir antworten das ihnen "Niemand zu sagen hat" was sie publizieren sollen. Das ist vollkommen korrekt, denn was sie nicht publizieren sollen haben sie bereits in ihrem Studium, in Studentenverbindungen und im Beruf selbst lange genug verinnerlich.
Marx hatte recht als er sagte das die Medien die Menschen von wichtigen abhalten sollen.
"Wir liefern euch die Gesprächsthemen, macht damit was ihr wollt, geht alle 4 Jahre wählen aber lasst uns in ruhe".
Zu den Menschen die die Medien nutzen gehören auch jene die die Entscheidungen in unserer Gesellschaft treffen. Firmenbosse, Politiker, Intellektuelle.....
Demokratie ist etwas was man auf den entsprechenden Schulen früh ablegt, den Menschen die wirkliche Macht haben wird beigebracht das die meisten Menschen zu dumm sind zu entscheiden, und das es ein großer gesellschaftlicher Dienst ist ihnen die Entscheidungen abzunehmen.

Formal haben alle die gleichen Rechte, doch mit der Zeit, 1900 aufwärts, durch Einwanderungen, Frauenwahlrechte usw, wurde es wichtig zu kontrollieren was sie denken.

Ob nun bewusst oder nicht, Firmen verdienen Geld damit so weiterzumachen wie bisher, Klischees zu fördern, das Denken einzuengen und deswegen wird es weiter so passieren.
Die einzige Chance die ich sehe ist das Internet, wenn die Leute durch Hyperlinks auf Seiten und Kommentare von anderen Usern klicken und mit neuen Denkweisen konfrontiert werden.

Isl.LeuchtenderPfad - 15. Aug, 16:54

Und wieder kann ich nur zustimmen!!
V - 15. Aug, 18:32

@Sachsenpaule

Das geht mir ein wenig zu undifferenziert gegen die Demokratie. Meine Kritik zielt auf den außer Kontrolle geratenen Kapitalismus, der nicht notwendig dasselbe ist, wie die Demokratie, also die Staatsform, in der er sich entwickelt hat.

Das ist, meiner Meinung nach, ein ganz wichtiger Punkt, der nicht oft genug betont werden kann und über den man sich tunlichst auch Gedanken machen sollte, bevor man zum großen Rundumschlag ausholt!!!

Sei, um Himmels willen, ein wenig differenzierter bei diesem Thema. Manches, was du sagst, ist in Ansätzen richtig, aber es ist eben sehr undifferenziert. Und außerdem - überlege dir bitte genau, von wem du Zustimmung erhälst zu dem, was du sagst, und welche eigenen, politisch-ideologischen Ziele von demjenigen, der dir beipflichtet, womöglich verfolgt werden.


Ich sage es mal ganz prinzipiell:

Antidemokratische Tendenzen haben hier absolut nichts zu suchen und sind nicht erwünscht!

Die Demokratie ist es, die es uns ermöglicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, unsere eigene Weltsicht zu entwickeln und, nicht zuletzt, unsere Meinung zu äußern und also Kritik zu üben.

Auch wenn sie gegenwärtig vom entfesselten Kapitalismus kompromittiert und in Schwierigkeiten gebracht wird.

Das sei hiermit einmal deutlich und für alle Zeit klargestellt.

Darüber hinaus bin ich aber natürlich, ganz im demokratischen Sinne, gerne bereit über alles zu reden.
Isl.LeuchtenderPfad - 15. Aug, 20:32

Sie stellen es falsch dar.Der Raubritterkapitalismus hat die Demokratie nicht kompromittiert und in Schwierigkeiten gebracht.Nein.Demokratie wie sie jetzt real existiert hat diese Art von Kapitalismus erst möglich gemacht.Wenn man nur über genug Einfluss verfügt und die richtigen Kreise kennt kann man es sich richten wie man es braucht.Man schmiert ein bisschen hier und ein bisschen da(ist ja nur Lobbyarbeit) und schon hüpfen Politiker wie Siemens oder Daimler-Benz es gerne möchte.Und das beste daran ist das die "Volksvertreter" nichts dabei finden wenn sie von Grosskonzernen bezahlt werden während sie im Parlament eigentlich unsere Interessen vertreten sollen.Woher kommt so eine Gesinnung???Lernt man das auf der Universität oder in irgendwelchen Geheimen Zirkeln???Mir kommt es so vor als wäre Demokratie nicht mehr als ein Placebo für Dumme(ihr dürft tun und lassen was ihr wollt und ihr dürft uns sogar kritisieren,aber fährt uns nicht an den Wagen,wie es "Sachsenpaule" erklärt) damit die wirklichen Absichten leichter verschleiert werden können.Aus diesem System hat sich eine Politclique,Politaristokratie, entwickelt die sich für das Mass aller Dinge hält.Und diese hat sich mit der Finanzaristokratie verbündet.Und die Mehrheit arbeitet diesen auch noch Fleissig in die Hände.
Mir hat einmal jemand gesagt der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur ist eigentlich gar nicht so gross.In einer Diktatur berauben die Regierenden das Volk,nur das Volk hat diese Leute nicht gewählt und ist in diesem Sinne nicht für das Schuldig was diese Regierung tut.
Und in der Demokratie berauben die Regierenden das Volk genauso,nur mit dem Unterschied das diese das Volk gewählt hat und dann auch noch Danke dazu sagen muss.
V - 15. Aug, 21:04

Ich sehe das entschieden anders. Vergleichen sie doch einfach mal eine Diktatur der Vergangenheit oder auch der Gegenwart mit den demokratischen Systemen.

Da müssten selbst ihnen gewisse Unterschiede doch noch auffallen. Die Demokratie ist, trotz ihrer Schwächen, das bisher beste und menschenfreundlichste System und immer noch weit von den Zwängen einer Diktatur entfernt.

Würde ich mich, oder würden sie sich, innerhalb einer Diktatur in dieser Weise systemkritisch äußern ... so müssten wir mit einer Ermordung bzw. Hinrichtung rechnen. Die Diktatur unterdrückt freie Meinungsäußerung und freien Willen und beherrscht ihre Untertanen durch die Erzeugung von (Todes-)angst.

Sie können das nicht gleichsetzen. Das ist absurd und realitätsfremd.

Was würde geschehen, wenn ich mich in ein islamistisch beherrschtes Land begebe und dort vorbehaltlos Kritik übe??? Ich wäre ein toter Mann.

Dieser Unterschied alleine ermöglicht ihnen doch überhaupt erst hier zu sein und die Demokratie an den Pranger zu stellen. Wie gesagt - das ist absurd.
Isl.LeuchtenderPfad - 15. Aug, 21:21

Die anderen Unterschiede sind mir sicherlich Bewusst.Es ging mir in meinem Kommentar nur um den Aspekt wie sich die Regierenden in diesen oder jenen
System Bereichern ob sie jetzt Demokraten sind oder Diktatoren.
TheSource - 15. Aug, 21:25

Den Raubtierkapitalismus

gibt es, solange Geschichte geschrieben wird. Ob nun Kolonialismus, Sklaverei, Lehens- und Leibeingentum... oder welche Art der Ausbeutung auch immer. Die Demokratie zwingt nur dazu, ihn besser zu verpacken.
V - 15. Aug, 21:31

Ja, Gier ist unsterblich. Es gilt eben, ihr Grenzen zu setzen. Diese Notwendigkeit wird vernachlässigt, wenn der Staat bzw. die Politik von der Wirtschaft kontrolliert wird.
Sachsenpaule - 15. Aug, 21:37

Oh

Es bleibt jedem selbst überlassen ob das was ich schreibe etwas mit Politik zu tun hat oder nicht.
Lass mich jenen, berühmt gewordenen, Satz eines englischen L0rds zitieren:
"Macht korrumpiert, und absulute Macht korrupiert absolut".
TheSource - 15. Aug, 21:43

Macht.

Die Annahme, Macht könne man besitzen, ist weit verbreitet, aber im Grunde nicht logisch. Man dient ihr - auf die eine oder andere Weise... im schlimmsten Fall auch ihren Perversionen; jedoch beistzt man sie nicht.

Zur Demokratie im Allgemeinen: Ihre große Schwäche ist die des Mittelmaßes - in einem demokratischen System wird immer der/die KandidatIn die Mehrheit erreichen, der/die eben dieser (der Mehrheit) genehm ist; nie jedoch der Mann oder dir Frau von Genius und dementsprechender Progressivität.
Sachsenpaule - 15. Aug, 21:58

Sekundärpolitik

Und so war es gedacht:
Politik ist sekundär.
Politik ist immer re-aktiv, sie re-agiert auf Nachrichten, Statistiken und Meinungen.
Politik als solche müsste all ihre Maßnahmen den Bürgern schmackhaft machen und wie könnten sie das, wenn es nicht durch die Medien gesagt was die Leute "wollen"?
TheSource - 15. Aug, 22:18

Das ist eine

Definitionsfrage. Bleibe ich bei der Etymologie, dann leitet sie sich von P o l i s ab, gr.: Das Volk. In dem, wie sie sich heute in all ihren Verformungen und Ausformungen darstellt, stimme ich Ihnen zu, was Ihre letzte Replik betrifft.
Es wirft aber eine ganz andere Frage auf, die, so fatalistisch sie klingen mag, m. E. angemessen ist: Wissen die Leute denn, was sie wollen - und wie man dahin kommt? Gehen wir zum Automechaniker, wenn wir kochen lernen wollen? Das, was einen progressiven, fortschrittlichen Politiker ausmacht, wird selten im sog. "Willen des Volkes" reflektiert, ganz im Gegenteil: Nicht selten ist er der Masse höchst unsympathisch.
V - 16. Aug, 00:53

Nach einem ausgiebigen Spaziergang wieder an Bord.

@The Source

Die Einschätzung der Fähigkeiten des Volkes ist eine sehr schwierige Angelegenheit. Ich persönlich glaube, dass das Volk zuweilen auch unterschätzt wird. Hin und wieder könnte man gar den Eindruck gewinnen, dass es, gewissen Strömungen des Zeitgeistes, gewissen Notwendigkeiten politischer Veränderung gegenüber, sogar sehr sensibel sein kann und die Reaktionszeit der Politiker hin und wieder auch übertrifft. Insbesondere, und vielleicht auch ausschließlich, in Zeiten, in denen gesellschaftliche Gegebenheiten das Ignorieren politischer Themen weitgehend unmöglich werden lassen. Ich muss sagen, ich halte das Volk für intelligenter, als es manchmal den Anschein haben könnte.

Auch was die Frage des politischen Genius betrifft, glaube ich, dass es von den jeweiligen Umständen abhängen könnte. In Zeiten gesicherter Lebensumstände dominiert ohne Zweifel die Bequemlichkeit und damit auch die relativ unreflektierte Wahlentscheidung, so dass jeder allzu progressive Kopf der Bewahrermentalität zum Opfer fallen wird. In Zeiten der Krise jedoch mag es anders aussehen.

Vielleicht gibt es da eine Art "kritische Masse", einen Punkt, an dem die Stimmung des Volkes, in die progressivere Haltung hinein, umschlägt.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

logo

V.

Aktuelle Beiträge

"Pro-"
-viderwechsel. Ziemlich komplizierte Sache. Na ja,...
V - 4. Dez, 06:50
Äh, oben das war...
Äh, oben das war natürlich nicht wirklich...
V - 4. Dez, 06:47
Ne, dieses Jahr nicht,...
Ne, dieses Jahr nicht, weil wir ziemlich viel Termine...
Daniela Berouti - 3. Dez, 14:42
In der Kölner Gegend...
In der Kölner Gegend ist jetzt irgendwann Mineralienmesse,...
Mahakala - 3. Dez, 10:30
"Kleiner..."
... Bericht vom Adventsmarkt in Bad Sobernheim. Drüben...
V - 3. Dez, 09:09

V hört:


Swiss-Klassik

Statistik

Status

Online seit 1448 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 4. Dez, 06:51

Aktionen
Albernheiten
Alternativen
Amerika
Angesäuert
Awards
Befreiungen
Beobachtungen
Berouti-Schmuckdesign
Bilder
Bloggen
Boese
Buddha
Chancen
Computer
Danke!
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren