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"Bloggerfrust"

Es scheint momentan einige Blogger zu geben, die, weil sie sich von ständigen Missverständnissen und sogar Angriffen in den Kommentaren genervt fühlen, generell an der Sinnhaftigkeit des Bloggens (ver-)zweifeln.

Siehe z.B. h i e r bei Martin Röll

Nun, da ist sicher etwas Wahres dran.

Zu, sagen wir, 70 % schlägt man sich in den Kommentaren wohl tatsächlich mit hemmungslosester Besserwisserei, um nicht zu sagen Klugscheißerei herum. Vielen scheint es irgendwie an Respekt und Höflichkeit, am angemessenen Tonfall dem anderen gegenüber zu mangeln. Manche Kommentare dienen offensichtlich ausschließlich der Selbstbefriedigung des Kommentierenden und nutzen den sachlichen Inhalt des Beitrags lediglich als Alibi für diesen Zweck.

Warum ist das so? Was kann man tun? Lässt es sich ändern?

Ich bin der Meinung, dass es sich da um ein Phänomen handelt, dass zum einen den gegenwärtig gängigen Umgangston in der Gesellschaft widerspiegelt, zum anderen aber in den Weblogs gehäuft auftritt, da hier, begründet vielleicht im Wesen des Bloggens, vermutlich eine Vielzahl überdurchschnittlich eitler und narzisstischer Persönlichkeiten aufeinaderprallen.

Im Grunde genommen jedoch halte ich das ganze für nicht so dramatisch, wie es in einigen Diskussionen geschildert wird. Respektlosigkeit, mangelnde Höflichkeit und Klugscheißerei wird es immer geben. Damit muss man umgehen, damit muss man rechnen - im wirklichen Leben, wie in der Blogsphäre auch.

Wer seine Beiträge hauptsächlich auf Kommentare ausrichtet und sich auf jede Diskussion einlässt, wird natürlich mehr damit zu kämpfen haben, als jemand, der vielleicht eher an einer mehr „geschlossenen“ Darstellung interessiert ist und nicht auf möglichst breiten Meinungsaustausch Wert legt.

Vielleicht sollte man im Allgemeinen auch nicht zu viel vom Bloggen erwarten bzw. zu viel Ambitionen damit verknüpfen.

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