"Sweeney Todd"

"Sweeney Todd"
USA, 2007
Regie: Tim Burton
Eigentlich ein Volltreffer. Wären da nicht ein oder zwei Dinge, die störend wirken.

Zum einen ist die Geschichte, eine ganz klassische Rachestory, reichlich ausgelutscht und hat auch im stilistisch wundervollen, erstklassigen Burton-Ambiente keine neuen Aspekte zu bieten - alles verbleibt ausschließlich auf den banalen, tausendmal erzählten Kern beschränkt. Zum anderen schwächelt der Gesang. Denn obwohl man Musik, Lieder und Darbietung nicht wirklich als schlecht oder missraten bezeichnen kann, wird irgendwann spürbar, dass die beiden Hauptdarsteller, Johnny Depp und Helen Bonham-Carter, eben vor allem Schauspieler sind und ursprünglich nicht aus der Gesangssparte kommen. Natürlich ist das alles sehr gut, sehr reizend und gefällig gesungen - und auch die Verbindung zwischen Gesang und Schauspielkunst funktioniert zumeist perfekt, allerdings fehlt es den beiden im Endeffekt dann doch gelegentlich einfach zu deutlich an stimmlicher Bandbreite und Ausdruckskraft, um in dieser Hinsicht restlos überzeugen zu können und "Sweeney Todd" damit zu einem absoluten Klassiker des Musikfilms zu machen. Dieser Status ließe sich aller höchstens noch aus der genialen bildlichen Umsetzung und der, nicht weniger genialen, dunklen Atmosphäre des Films ableiten. Unverrückbar Fakt bleibt nämlich, bei aller Kritik, auch, dass dieses schwarze und groteske London, dass Burton hier darstellt, nahezu atemberaubend phantastisch und schön geworden ist, weshalb sich das Ansehen definitiv schon rechtfertigt bzw. vielleicht gar zur Pflicht wird.
88 %
V - 20. Jul, 23:15

















