"The Briar King"

"Der Dornenkönig"
Blanvalet 2004
("The Briar King - The Kingdoms Of Thorn And Bone - Book One", 2003)
Greg Keyes ganz große Stärke: die Fähigkeit, richtig spektakuläre Fantasybilder, sehr überraschend, beinahe aus dem Nichts heraus auftauchen zu lassen. Die eine Komponente. Die andere: seine Dialoge, die ganz ausgezeichnet natürlich sind (manchmal sogar ein wenig zu natürlich, weil sie dann nämlich in den Plauderton einer ganz alltäglichen Smal-Talk-Situation verfallen). Insgesamt so etwas wie ein reizvolles Fantasygeplauder, aus dessen relativer Belanglosigkeit urplötzlich Bilder auftauchen, die so genial sind, dass es einem glatt die Schuhe auszieht - das Scriftorium des Klosters beispielsweise, oder der Abstieg in die zugewachsene Schlucht oder - manchmal auch ganz nebensächlich - der vorabendliche Blick vom Dach einer Abtei.
Zweiter Teil ist natürlich schon bestellt.
Einziges - minimales - Manko bisher, wie gesagt: hin und wieder der allzu legäre Plauderton bzw. auch die gelegentlich spürbare Tendenz zu den eher leichtgewichtigeren Vertretern des Genres, den Rollenspielromanen und ähnlichem Material.
Noch sind diese angedeuteten Schwächen jedoch völlig unwichtig angesichts der spritzigen Lebendigkeit, die Keyes erzeugt. Wenn's nicht schlimmer wird.
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"Er sah die Eiseneichen - seine Eiseneichen, die Tyrannen - verfaulen, sah Äste abbrechen und Horden von Würmern und Fliegen unter ihrer verwesenden Rinde hervorquellen wie Maden aus einem Leichnam. Er sah den Magierfluss schwarz dahinfließen, Hirsche dort, wo sie standen, tot zusammenbrechen, grüne Pflanzen einschrumpfen und zu zähem Eiter zerfließen. Es roch nach Fäulnis. Die Übelkeit, die er verspürt hatte, als er den Fußabdruck des Gryffin berührt hatte, überkam ihn erneut, hundertmal stärker, und er krümmte sich zusammen, übergab sich, und dann -
- dann wurde er wahnsinnig"
(S.341, Teil II - "Domänen der Nacht und des Waldes" - Kap. 24 - "Der Dornenkönig")
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Reading Track
V - 14. Mrz, 13:23

















