"Titanic"
Fahrtwind zerzauste das Gefieder des Seeadlers, der zufrieden auf der Brücke stand und das weite Meer betrachtete, das sich vor dem Rumpf des Ozeanriesen, dessen Kapitän er war, ausbreitete. Dies war nicht weniger als der Höhepunkt und zugleich der krönende Abschluss seiner Karriere, was eigentlich ganz gut passte, wie er nicht ohne eine Spur Selbstzufriedenheit fand.
Gerade umrundete Leutnant Forelle den Ausgang der Brücke. Er hielt ein Tässchen Tee für den Kapitän bereit. Sein Gang wirkte, als sei er einer Computersimulation entsprungen. Digipack.
Smith nahm den Tee an, grinste – so es einem Weißkopfadler gegeben war – die glattige Forelle neben sich wohlwollend an, dann gab er den Befehl zur vollen Fahrt.
Es klingelte, und die Schrauben zogen an. Er spürte es in jeder Faser seines Körpers, wenn ein Schiff Fahrt aufnahm, um sodann von den mächtig stampfenden Kolben durch die Fluten getrieben zu werden. Als Kind schon hatte er des Nachts unter seiner Bettdecke die Taschenlampe über kitschig gemalte Bilder von Ozeanriesen und legendären Segelschiffen gehalten; in seinen Träumen war von Anfang an jene breite Spur präsent gewesen, die ein Pott solcher Größe auf der Meeresoberfläche hinterließ.
Smith blickt auf ein Leben voller erfüllter Träume zurück, und das mit Stolz.
Unten im Bauch schwitzten derweil die Maschinisten. Bären, Braunbären vor allem, aber auch ein paar schwarze und ein Panda, der allerdings nicht an den Öfen selbst arbeitete, sondern nur die Schichtpläne erstellte. Das helle Klingeln, über hochmoderne, elektrische Verbindungen in den Maschinenraum hinabgeleitet, erzeugte umgehend eine erhöhte Betriebsamkeit: mehr Schweiß wurde produziert, mehr Kohle wurde auf jede einzelne Schippe geladen und die Heizer verringerten, jeder für sich, die Abstände zu den brüllendheißen Öffnungen der Brennöfen.
Dampf! Volle Fahrt voraus!
Ein stummer Ruf, der durch den Maschinenraum halte, wie ein Gebet.
(...)
***
Titanic
Gerade umrundete Leutnant Forelle den Ausgang der Brücke. Er hielt ein Tässchen Tee für den Kapitän bereit. Sein Gang wirkte, als sei er einer Computersimulation entsprungen. Digipack.
Smith nahm den Tee an, grinste – so es einem Weißkopfadler gegeben war – die glattige Forelle neben sich wohlwollend an, dann gab er den Befehl zur vollen Fahrt.
Es klingelte, und die Schrauben zogen an. Er spürte es in jeder Faser seines Körpers, wenn ein Schiff Fahrt aufnahm, um sodann von den mächtig stampfenden Kolben durch die Fluten getrieben zu werden. Als Kind schon hatte er des Nachts unter seiner Bettdecke die Taschenlampe über kitschig gemalte Bilder von Ozeanriesen und legendären Segelschiffen gehalten; in seinen Träumen war von Anfang an jene breite Spur präsent gewesen, die ein Pott solcher Größe auf der Meeresoberfläche hinterließ.
Smith blickt auf ein Leben voller erfüllter Träume zurück, und das mit Stolz.
Unten im Bauch schwitzten derweil die Maschinisten. Bären, Braunbären vor allem, aber auch ein paar schwarze und ein Panda, der allerdings nicht an den Öfen selbst arbeitete, sondern nur die Schichtpläne erstellte. Das helle Klingeln, über hochmoderne, elektrische Verbindungen in den Maschinenraum hinabgeleitet, erzeugte umgehend eine erhöhte Betriebsamkeit: mehr Schweiß wurde produziert, mehr Kohle wurde auf jede einzelne Schippe geladen und die Heizer verringerten, jeder für sich, die Abstände zu den brüllendheißen Öffnungen der Brennöfen.
Dampf! Volle Fahrt voraus!
Ein stummer Ruf, der durch den Maschinenraum halte, wie ein Gebet.
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Titanic
V - 1. Feb, 00:20





















