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"Die Schatten des Mars"

belletristik31


Frank W. Haubold


"Die Schatten des Mars"


2007


Erst einmal zum Buch selbst: in jeder Beziehung sehr schön gearbeitet, ein Buch, das beinahe schon wegen seines Äußeren den Kauf lohnt (Leinen, Schutzumschlag, illustriert...).

Auch vom Konzept her sehr interessant: ein Episodenroman, der eine Vielzahl von Erzählungen und Schlaglichtern um mehrere zentrale Figuren gruppiert und trotzdem am Ende - denke ich - eine Art Einheit ergeben wird.

Aufgegliedert in zwei Teile - "Sturmzeichen" und "Die alte Welt".


(I) STURMZEICHEN

Bereits der Prolog ist wundervoll. Natürlich - wie sollte es im Falle von Frank Haubold anders sein - exzellent geschrieben und mit einer sehr beeindruckenden, atmosphärischen und emotionalen Kraft versehen. Die Stimmung der ersten Erzählungen (wundervoll: "Die Rakete") erinnert mich stark an die Atmosphäre des Films "Stand By Me" (nach einer Story von Stephen King), in dem es um die letzten Kindheitstage, den Zauber eines letzten, unschuldigen Sommers, das Abenteuer einer langsam schwindenden Unbeschwertheit geht - manchmal wehmütig, melancholisch, aber immer mit diesem seltsamen, goldenen Glanz überzogen, der einem das Herz wärmt. Nach einem weiteren Höhepunkt in diesem Stil ("Independence Day" - wunderschön, wenn auch traurig), schreitet die Entwicklung dann fort, und man findet sich plötzlich inmitten einer wirklich, ausdrücklich, genialen Auseinandersetzung um das Thema "KI", um die Frage nach Möglichkeit und Ethik der Erschaffung eines intelligenten, künstlichen Bewusstseins ("Das Experiment"). Einfach herrlich. Spätestens jetzt wird einem klar, dass man es mit einem Buch zu tun hat, das man am besten sorgsam aufbewahrt und zu einem Teil seines Lebens werden lässt - ein Kompendium der Emotionen, das immer und immer wieder gelesen werden sollte.


(... geht - vermutlich - weiter...)


***

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