"Spiegel der Erinnerung"

Ian Irvine
"Der Spiegel der Erinnerung"
Bastei Lübbe, 2007
("A Shadow On The Glass - The View From The Mirror I", 1998)
Wieder australische Fantasy. Nach Nix (gut) und Canavan (weniger gut) , nun also Irvin.
Na gut, die Känguruhs boomen ja bekanntlich momentan.
Fängt sehr interessant an. Hin und wieder in einem getragenen, mythologischen Erzählton geschildert, vergleichbar vielleicht mit Zelazny ("Chroniken von Amber") und, was speziell den Schreibstil angeht, ein wenig mit Mark Anthony ("Die letzte Rune"). Verhältnißmäßig leichte Kost also, aber trotzdem nicht uninteressant. Da reihen sich durchaus ein paar sehr schöner, wenn auch nicht unbedingt immer sonderlich innovativer, Fantasyszenen aneinander und, vor allem, die Welt, die Irvine erschafft, überzeugt von der ersten Seite an. Eigentlich handelt es sich ja auch um drei Welten, drei verschiedene Völker, über die man jedoch im ersten Teilband (wieder mal geteilt, das Ganze!) nur andeutungsweise etwas erfährt.
Nur bedingt modern im Sinne Mievilles, keine humoristische Fantasy, auch nicht tolkienesk im engeren Sinne - aber eindeutig der mythologische Zweig des Genres.
Was - wenn's so weitergeht - eventuell eine Schwäche sein könnte: seine Charaktere sind zwar reizvoll, aber hin und wieder doch arg steif in ihren Emotionen, die sie oftmals ziemlich plötzlich abrufen und dann abspulen wie vorgefertigte Computerprogramme. Ein wenig melodramatisch, ein wenig plakativ. Was andererseits aber auch wieder dazu beiträgt, die mythologische Atmosphäre des Romans noch einmal zu verstärken.
Ich bin gespannt.
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V - 19. Aug, 05:03


















