"Tode, die wir sterben!"
Eine verkommene Kreatur mit langen, strähnigen Haaren und kleinen, grausam leuchtenden Augen.
Den „Weißling“ nannte ich ihn.
Gebückt, hin und wieder gar auf allen Vieren, so kroch er umher, seine Haut zeigte die Farbe schmutzigen Elfenbeins, und tatsächlich hätte man ihn vielleicht für ein Albino halten können, wären da nicht die irritierend dunklen Augen gewesen, die immer wieder unter seinem cremefarbenen Haarschopf hervorblitzen wie Obsidiansplitter im gleißend-weißen Licht der Sonne.
Einem Phantom gleich tauchte er plötzlich auf, geriet in mein Blickfeld, ich wusste damals nicht, warum.
Manchmal bemerkte ich ihn nur für Sekunden, wie er am Rande meiner Wahrnehmung durchs Bild glitt, oder plötzlich den entstellten Kopf hinter einer Mülltonne hervor hob, um, kurz darauf, ähnlich wie die unsteten Ziele in den Schießbuden provinzieller Landfeste, augenblicklich wieder zu verschwinden, abzutauchen in seine eigene, private Welt, die, so vermute ich, niemand kennt und niemand jemals sah.
Was tat er, wenn er erschien?
Nun, es sah so aus, als würde er etwas suchen, oft wirkte er über alle Maßen gehetzt, nervös.
Nein, er war kein Geist, kein Gespenst, keine Einbildung, hervorgerufen durch meine überstrapazierten, hell vibrierenden Nerven; er war, und ist, so real wie ein Wesen aus Fleisch und Blut überhaupt nur sein kann, ein wirkliches, existierendes, lebendiges Geschöpf – dessen bin ich mir sicher, denn ich sah ihn, mehr als einmal, sich nähren oder fand, inmitten der unappetitlichen Überreste seiner Mahlzeiten, blasse, mehlige Kothaufen, die er als stumme Zeugen seiner körperlichen Verdauungsprozesse am Ort der Aas hinterlassen hatte.
Kein Psychiater, kein Wunderheiler oder Schamane, kein Arzt, den ich konsultierte, konnte mir dabei helfen, die Präsenz dieses unbekannten Verfolgers aus meinem Leben zu verbannen. Keiner der professionellen Helfer, die ich aufsuchte, konnte die wiederkehrende Erscheinung auch nur annähernd einer kategorialen Bestimmung zuführen, einordnen, erklären.
Erst ein Mann, dessen Geschäftsanzeige ich eines Tages zufällig in einer Zeitung entdeckte, und dem ich bis heute zu Dank verpflichtet bin, weil er mir am Ende half, mich vor den drohenden Abgründen des Irrsinns zu bewahren, löste das Problem.
Wenngleich nicht auf eine Art, wie ich sie mir insgeheim erhofft hatte.
Ich betrat das Gebäude, in dem seine Praxis untergebracht war, am 21. August des Jahres 2011, um die Mittagszeit, und bereits die ersten Schritte, die ich – aus der vor Leben pulsenden Stadt kommend - in der weitläufigen, mit obskur-abstrakten Plastiken moderner Künstler ausgerüsteten Empfangshalle unternahm, glichen einem persönlichen Durchbruch hinüber in eine andere Welt, eine abweichende, parallele Wirklichkeit weit jenseits der fragilen Zerbrechlichkeit der unsrigen.
(...)
Den „Weißling“ nannte ich ihn.
Gebückt, hin und wieder gar auf allen Vieren, so kroch er umher, seine Haut zeigte die Farbe schmutzigen Elfenbeins, und tatsächlich hätte man ihn vielleicht für ein Albino halten können, wären da nicht die irritierend dunklen Augen gewesen, die immer wieder unter seinem cremefarbenen Haarschopf hervorblitzen wie Obsidiansplitter im gleißend-weißen Licht der Sonne.
Einem Phantom gleich tauchte er plötzlich auf, geriet in mein Blickfeld, ich wusste damals nicht, warum.
Manchmal bemerkte ich ihn nur für Sekunden, wie er am Rande meiner Wahrnehmung durchs Bild glitt, oder plötzlich den entstellten Kopf hinter einer Mülltonne hervor hob, um, kurz darauf, ähnlich wie die unsteten Ziele in den Schießbuden provinzieller Landfeste, augenblicklich wieder zu verschwinden, abzutauchen in seine eigene, private Welt, die, so vermute ich, niemand kennt und niemand jemals sah.
Was tat er, wenn er erschien?
Nun, es sah so aus, als würde er etwas suchen, oft wirkte er über alle Maßen gehetzt, nervös.
Nein, er war kein Geist, kein Gespenst, keine Einbildung, hervorgerufen durch meine überstrapazierten, hell vibrierenden Nerven; er war, und ist, so real wie ein Wesen aus Fleisch und Blut überhaupt nur sein kann, ein wirkliches, existierendes, lebendiges Geschöpf – dessen bin ich mir sicher, denn ich sah ihn, mehr als einmal, sich nähren oder fand, inmitten der unappetitlichen Überreste seiner Mahlzeiten, blasse, mehlige Kothaufen, die er als stumme Zeugen seiner körperlichen Verdauungsprozesse am Ort der Aas hinterlassen hatte.
Kein Psychiater, kein Wunderheiler oder Schamane, kein Arzt, den ich konsultierte, konnte mir dabei helfen, die Präsenz dieses unbekannten Verfolgers aus meinem Leben zu verbannen. Keiner der professionellen Helfer, die ich aufsuchte, konnte die wiederkehrende Erscheinung auch nur annähernd einer kategorialen Bestimmung zuführen, einordnen, erklären.
Erst ein Mann, dessen Geschäftsanzeige ich eines Tages zufällig in einer Zeitung entdeckte, und dem ich bis heute zu Dank verpflichtet bin, weil er mir am Ende half, mich vor den drohenden Abgründen des Irrsinns zu bewahren, löste das Problem.
Wenngleich nicht auf eine Art, wie ich sie mir insgeheim erhofft hatte.
Ich betrat das Gebäude, in dem seine Praxis untergebracht war, am 21. August des Jahres 2011, um die Mittagszeit, und bereits die ersten Schritte, die ich – aus der vor Leben pulsenden Stadt kommend - in der weitläufigen, mit obskur-abstrakten Plastiken moderner Künstler ausgerüsteten Empfangshalle unternahm, glichen einem persönlichen Durchbruch hinüber in eine andere Welt, eine abweichende, parallele Wirklichkeit weit jenseits der fragilen Zerbrechlichkeit der unsrigen.
(...)
V - 9. Jun, 10:41






















aha ...!?
:-)
;-)