"Solaris"

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"Solaris"


1972


Natalya Bondarchuk, Donatas Banionis, Jüri Järvet, Vladislav Dvorzhetsky, Nikolai Grinko


Regie: Andrei Tarkovsky


Buch: Stanislaw Lem


Oh ja, das war dann natürlich ein ziemliches Meisterwerk.
Sehr intensiv, beinahe hypnotisch manchmal, und, was vor allem die Atmosphäre und den Einsatz von Musik, Ton, Klang und Geräusch angeht, durchaus mit Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" vergleichbar (wohl der einzige Film bisher, dem ich das annähernd zugestehe; obwohl man natürlich auch nicht verleugnen kann, dass Tarkovsky sich filmtechnisch ziemlich hemmungslos bei Kubrick bedient hat, weswegen die Eigenständigkeit des Films vielleicht doch ein klein wenig kompromittiert erscheint).
Auf jeden Fall aber viel besser und umfassender als Soderberghs Verfilmung von 2002.
Vor allem, weil die psychologisch-philosophischen Grundsatzfragen, die Lem in seinem Roman diskutiert, und die wohl eigentlicher Sinn und Zweck der ganzen Angelegenheit sind, hier wesentlich deutlicher zur Geltung kommen.

Was macht uns zu Menschen?

Welchen Wert haben, selbst wenn sie der empirischen Realität ganz offensichtlich widersprechen, unsere Illusionen, Träume und Ideale? Wie und womit arbeitet der menschliche Geist? Wonach suchen wir?

Definitiv empfehlenswert.


100 %


***

Hundertprozentige
orgyen - 11. Mai, 20:25

Ich stimme Dir voll und ganz zu.
Hast Du ihn im Original mit Untertiteln gesehen?

V - 11. Mai, 21:05

Ne, nur in der deutschen Synchro.
david ramirer - 11. Mai, 20:58

mich hat tarkovsky (den ich sonst sehr schätze) in dem fall ebenso enttäuscht wie soderbergh - denn das buch von lem ist so voll mit zentralen botschaften und themen, so rund und meisterhaft in seiner poetischen kosmologie, dass wohl auch die beste verfilmung hier nur den schaum runtertrinken kann, was mir aber zu wenig ist.
kubriks 2001 halte ich für um häuser besser - auch wenn der film den betrachter mit mehr fragen zurücklässt wie das buch von clarke, aber das ist in dem fall eher angebracht (atmosphärisch). bei "solaris" wirkt der film im vergleich zum buch bestenfalls wie eine skizze.

V - 11. Mai, 21:13

Ja, da hast du zweifelsfrei Recht. Das Buch ist nicht zu übertreffen, und vielleicht auch überhaupt nicht angemessen zu verfilmen.

Allerdings stellt Tarkovsky wenigstens eine einigermaßen gelungene Annäherung dar.

Soderberghs Film ist zwar, für sich genommen, auch nicht unbedingt so ganz schlecht, wird aber dem Buch noch viel weniger gerecht. Man sieht doch, dass, auch bei Soderbergh, ne Menge Hollywood im Spiel ist.

Tarkovsky versucht es wenigstens, würde ich sagen.

:-))

Jepp, Kubricks "Odyssee" bleibt unerreicht (ein absolutes Monument des SF-Films - zumindest was diese gewisse Art der metaphysisch-philosophischen Betrachtungsweise angeht, und wahrscheinlich auch generell).

Lem hat übrigens auch keinen der beiden Filme gemocht.
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