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"Leere"

Die Buddhas und ihre Leere.

Zunächst, vor ca. 16 Jahren, als ich zum ersten Mal den Buddhismus versucht habe, war meine Vorstellung von der Leere doch sehr grob und naiv, wie ich heute feststelle.

Mehr so ein holzklötziges "... na gut, da ist nichts, der Baum, das Auto, alles eben nicht da in Wirklichkeit".

Aber so ist das ja gar nicht unbedingt. Es geht auch subtiler.

Natürlich sind die Dinge da! Und wie. Eine andere Annahme wäre blödsinnig ("Konsequenz-Schule" und "Schule des Mittleren Weges", anders die "Nur-Geist-Schule").

Aber -

sie haben absolut keinerlei Gültigkeit aus sich selbst heraus. Niemals (alle Schulen!).

Insofern ist diese Menge tatsächlich leer.

Was natürlich auch wieder ein paar Fragen aufwirft.

;-)


***

Buddha
creature - 17. Apr, 12:39

im buddhismus wird es als die verhaftung mit der äußeren welt bezeichnet, wenn man sich nach innen ausrichtet, die sinne von den äußeren objekten abzieht bleibt nichts mehr übrig.
dieser zustand ist wie urlaub, genau genommen der totale urlaub, ausserdem sehr heilsam und entspannend.
ich mach das täglich eine stunde, danach ist der tag ein anderer, du ruhst in dir und der druck der zeit fällt ab, ein sehr angenehmer zustand, empfehle ich jeden.

PS. würde man in diesem zustand sterben, ich glaub man würde es gar nicht mitbekommen.

V - 17. Apr, 12:46

Jepp, ich praktiziere eigentlich ständig.

*lach*

Vor allem eben die Achtsamkeit. Es gibt ja beinahe nichts Schöneres, als dem Geist in aller Ruhe dabei zuzuschauen, wie er Phänomene produziert. Man kommt sich manchmal vor wie ein Lagerarbeiter, der darüber zu entscheiden hat, was bleibt, was geht...

Allerdings ist da, wenn man von den äußeren Sinnen abzieht, immer noch der innere Sinn, der Geist selbst (böse Falle das!).

Würde ich auch jedem empfehlen. Am besten als Pflichtfach in der Schule.

;-)


PS.

"Nirvana" ist so eine Sache. Kann man "Nirvana" wirklich lebend erlangen (oder ist es "nur" das große metaphysische Ziel)?
creature - 17. Apr, 12:57

würde das jeder machen täte unser ordnung wie wir sie kennen, wirtschaft, beziehungen, auseinanderfallen.
es fehlt der "treibstoff", das ego, die gier, das verlangen nach selbstbestätigung, nach macht usw.
nicht alle menschen würden das mögen, schließlich ist es, gerade am anfang, schwer, es ist ein kampf mit einer übermacht von gedanken, es kostet überwindung sitzen zu bleiben obwohl der körper anfangs rebelliert, obwohl ich es schon so lange praktiziere ist es immer wieder neu und es gelingt mir auch nicht immer in diesen zustand zu kommen.
aber welche wahl habe ich, bei dem rattenrennen mitzumachen ohne alternative wäre grausam..;-)
(ein christ würde es als einsein mit dem atem gottes bezeichnen)

alles geschaffene kommt aus dem nirvan und kehrt auch wieder zurück, ich brauche ja nicht danach zu streben, aber es ist eben schön diese erfahrung bewußt als lebender zu machen und auch bewußt wieder ins geschaffene zurückzukehren, würd ich mal sagen!
V - 17. Apr, 13:13

Es ist ja auch ein extremer Fehlglaube - und ein Hinderniss - zu glauben, dass dieser Zustand letztlich dazu führt, dass man nichts mehr tut, oder nichts mehr erlebt.

Ich habe immer wieder Menschen getroffen, die da eine komplett hinderliche Ansicht hatten; die sich nicht vorstellen konnten, dass ein Loslassen, Weglassen, Gehenlassen in irgendeiner Weise zugleich die Fülle mehrt und also eher eine Bereicherung darstellt, anstatt nur einen Verlust.

Wer auf dieser Sichtweise beharrt, der kommt schonmal gar nicht los.

Typische erste Abwehrreaktion des Ego.

Ja, ein Kampf ist es zu Anfang schon. Sogar ein sehr schwerer mitunter, je nachdem, wie sehr das Ego zappelt, wenn es erst mal am Haken hängt.

Da hilft nur üben, nachdenken, selbst sehen...

:-)

Nachtrag:

Die westliche Mystik kennt die Leere natürlich auch. Bezieht sie aber nur auf das Ego selbst und gibt zudem methodisch nur ganz undifferenzierte Vorstellungen davon, wie man sie erreicht.

Zudem ist eben alles auf den, dann erfolgenden, Eintritt des Willen Gottes ausgerichtet (während der Buddhist ja quasi ganz zur Ruhe kommen darf, weil er mit nichts verschmelzen muss).
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