"The Passion of Christ"

"The Passion of Christ"
USA, 2003
Regie: Mel Gibson
Na ja, das war schon reichlich brutal. Obwohl ich persönlich damit eher weniger Probleme hatte. Explizite Gewalt existiert schließlich in so vielen Filmen, warum also nicht auch hier, wo sie ja, wie vielleicht nirgendwo sonst, tatsächlich den Kern der Sache trifft. Immerhin mal wieder eine erfrischend andere Umsetzung dieser genialen Story, die ich - ehrlich gesagt - auch gerne geschrieben hätte. Kaum Kitsch, wie in einem Großteil der klassischen Hollywood-Verfilmungen (vom Kitsch der Gewalt jetzt mal abgesehen), kein kritischer Ansatz (wie im Fall von Scorseses Beitrag "Die Letzte Versuchung"), sondern einfach nur die humorlose, knallharte, konsequent-gnadenlose Ansicht des Themas.
Rein von der Filmdramaturgie her muss man natürlich feststellen, dass etliche Szenen, vor allem auch diese Prügel- und Auspeitschszenen gleich zu Beginn, beinahe unmöglich lange ausgedehnt werden. Andererseits wiederum dient das aber auch nur dem ungewöhnlichen Gesamtkonzept, da sie schwer auszuhalten sind, und damit die durch und durch suggestive Grundabsicht des Films bestens erfüllen. Denn am Ende, wenn es dann schließlich heißt: "Es ist vollbracht", gilt das nicht nur für das Ansinnen des Propheten oder verhinderten Zimmermanns oder was auch immer, sondern ebenso für den Zuschauer, der selbst froh ist, wenn der Vorhang letztlich reißt und die Sache einigermaßen glücklich überstanden ist.
;-)
Das mit der Vertonung in Hebräisch und Latein hat übrigens noch überraschend gut funktioniert, finde ich. Nicht zuletzt allerdings, weil Dialoge hier auch nur sehr begrenzt zum Einsatz kommen.
Einige der markanten Sprüche des Leidenden waren mir übrigens gänzlich neu, bzw. vollkommen entfallen.
Zum Beispiel:
Während des Kreuzweges, mit den Balken auf dem Buckel, bricht der gute Mann zusammen; seine Mutter, Maria, läuft hin, um ihn anzuschluchzen, und da sieht er sie doch tatsächlich aus schmerzverschleierten Augen an, und meint:
"Siehe Mutter, ich mache alles neu!".
Ups! Hat er das echt gesagt? Ich meine, hat jemand mit ausreichender Glaubwürdigkeit wirklich geschrieben, dass er das so gesagt hätte?
Hammerspruch irgendwie!
:-)

Ein wenig Schwierigkeiten habe ich damit, dass jemand behauptet, der Film wäre realistisch. Realistisch? Kann man diesen Begriff da überhaupt anwenden? Realistisch in Bezug auf was? Auf die Darstellung der historischen Gegebenheiten? Na, ich weiß ja nicht. Dann könnte man wohl auch sagen, "Das Leben des Brian" wäre realistisch, oder?
Sei es wie es sei, wenn ich ihn billig kriege, dann kommt er in die Sammlung. Als Pflichtprogramm für den Kafreitag.
Ach so, ich vergaß die sehr, sehr schöne Teufelsdarstellung! Die war wirklich fein und feiner als fein, fand ich.
100 %
V - 14. Mrz, 10:45






















WOW!
bin schon fast in der dvdthek!
Zieh ihn dir rein, Baby! Verpass ihn dir! So richtig deftig!
:-)
Nein, immer schön langsam!
;-)
Streckenweise dachte ich, ich sei im "Leben des Brian" gelandet. Die Kulissen, die Atmosphäre und die Kostümierung kam mir manchmal wie 1 zu 1 übernommen vor. Was allerdings eher für "Brian" spricht, von wegen Maßstäbe setzten!
Sehr schön dargestellt fand ich den Wahnsinn des Judas, absolut nachvollziehbar und sehr übel.
Auch diese entfesselte Bande von Folterern (bei so einem Job kann man ja nur abstumpfen) kann ich mir durchaus so (wie dargestellt) vorstelllen. Ich mein, wenn einer sowieso sterben sollte, wieso sollten sie dann auch noch behutsam mit einem umgegangen sein?
Mit der Priesterbande kann man am Ende glatt Mitleid haben, als einer von denen den ans Kreuz genagelten auffordert, doch runterzusteigen. Also das gesagte nicht als Hohn aufzufassen, sondern als Ausdruck einer schwachen Hoffnung, ob er denn nicht vielleicht doch der Messias ist? Aber nein!
Alles in Allem ein echt beklemmender Film und Du hast Recht, man ist froh, als es dann endlich vorbei ist!
Und darüber nachgedacht, ob dieser Vorwurf des Antisemitismus wohl zutreffend ist. Irgendwie werden diese jüdischen Hohepriester ja schon ziemlich krass dargestellt. So hinterlistig.
Ansonsten hat der Film mich beim zweiten Mal schon weniger beeindruckt als beim ersten Mal.
Die Frage ist, ob er die kitschigen Schinken von früher bzw. alle anderen, bisherigen Verfilmungen wirklich zu toppen vermag.
So dass man ihn vielleicht als die bisher ultimative Umsetzung begreifen könnte?
Bin mir nicht sicher. Das mit dem Einsatz der Originalsprachen find ich eigentlich nach wie vor gut.
Hmmm...
Sehr schön ist auch der kurze Gedankenflash während des Kreuzweges (zurück zum umjubelten Einzug auf dem Esel). Macht schön deutlich, dass diejenigen, die ihn da am Straßenrand so grausam verhöhnen, genau dieselben sind, die eine Woche zuvor noch gejubelt haben.
:-)