"Erste Sätze IV"
"Vor Jahren gab es in der Stadt York eine Gilde von Zauberern. Sie trafen sich jeden dritten Mittwoch des Monats und lasen sich lange, langweilige Traktate über die Geschichte der englischen Zauberkunst vor."
(Susanna Clark, "Jonathan Strange & Mr. Norrell", 2004)
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Erste Sätze III
(Susanna Clark, "Jonathan Strange & Mr. Norrell", 2004)
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Erste Sätze III
V - 7. Apr, 15:03






















Aber ich toppe mit:
"Helena von Troja erwacht kurz vor Tagesanbruch vom Geheul der Luftschutzsirenen."
Das kann was, Herr Simmons.
Na gut, die angemahnte Langatmigkeit mag noch kommen, aber die Fußnoten stören mich bis jetzt eigentlich überhaupt nicht.
"Helena von Troja erwacht kurz vor Tagesanbruch vom Geheul der Luftschutzsirenen."
Au, das ist natürlich auch ein schöner Anfang. Da kollidieren gleich die Epochen, und alles wird möglich. Das sind ja meine liebsten Anfänge: diejenigen, die einem gleich anzeigen, dass man sich auf wirklich alles gefasst machen muss.
Hab mich an Simmons "Troja-Romane" noch gar nicht rangetraut. Bin ein wenig skeptisch.
Da muss ich mal sehen demnächst. Meine Skepsis beruhte auf ein paar Kritiken zu "Ilium", die ich gelesen habe, die meinten, Simmons habe sich da in seinen Ambitionen vielleicht etwas übernommen.
Deshalb wusste ich jetzt die ganze Zeit nicht so richtig, ob ich es wagen sollte.
Andererseits war "Hyperion" damals natürlich klasse.
Ja, Simmons stapelt nicht gerade tief in "Ilium". Er bearbeitet eine Zeitspanne von 8000 Jahren (parallel wohlgemerkt), mischt Hightech mit Altphilologie, macht aus Göttern und Helden echte Assis und Massenmörder (oder so abgefahrene Schlampen (sorry) wie Aphrodite!) Er setzt beim Leser nicht nur Spaß an guter Spannungsliteratur voraus, sondern auch ein gewisses Interesse für Homer, Shakespeare und Proust. Das ist schon ein ehrgeiziges Werk, keine Frage. Wie sehr es gefällt, liegt sicher an der Erwartungshaltung. Ich fand es, wie gesagt, spitze.
Simmons hat mal in einem Interview gesagt, das "Goldene Zeitalter" der SF sei genau jetzt. Nie waren - so Simmons - die Leser offener, gebildeter und anspruchsvoller, nie die Autoren besser. Da ist was dran, und man merkt es seinen Büchern, zumindest "Ilium", auch an. Das kann schiefgehen, bei "Ilium" klappt es aber.
Wieder ein "Schinken" mehr auf der Liste.
;-)