Ich fühle mich nicht dazu befugt, Ratschläge in Blogs zu erteilen. Wirklich nicht. Aber einen kleinen Denkanstoß? Rauchen lügt. Immer. Das merkt man erst, wenn man eine Weile aufgehört hat. Rauchen ist eine Suchtkrankheit und die Gleichgültigkeit dieser Tatsache gegenüber ist Teil der Krankheit. Aber es geht um was anderes: Herzschmerzen sind (erstens) oft keine Herzschmerzen, sondern Muskelschmerzen von wo anders, die ausstrahlen (aber ich bin kein Arzt!! don't count on me!) und sie sind (zweitens) oft ein Stresssignal des Unterbewußtseins, ein "Hey! Hier passt mir was nicht!". Ich traue mich, das zu schreiben, weil ich selbst oft von diesem Stresssignal betroffen war in meinem Leben. "Nichts hat sich geändert" kann ein ziemlicher Stress sein für das Unterbewußtsein. Aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Feel free to erase.
Ja, das sind Stresssymptome. Und das elende Rauchen ist natürlich ne üble Sache. Wäre jetzt allmählich schon froh, wenn das mit dem Aufhören mal klappen würde. Eigentlich hab ich lange genug geraucht.
Man weiß ja alles darüber ... aber das ist ja der besondere Haken an der Sache. Aber das alles klingt vielleicht dramatischer, als ich selbst es eigentlich sehe. Das "nichts hat sich geändert" ist eher eine resignierend ironische Feststellung, weniger ein verzweifelter Aufschrei.
Typisch Raucher eben ... vornehmen und dann irgendwann feststellen, das doch alles beim Alten geblieben ist.
fang mit dem kaffee an. trink einfach keinen mehr, einfach so! - 3-4 monate später siehst du, wie leicht es war, auf grünen/schwarzen tee umzusteigen. und das überträgst du dann später auch auf die zigaretten.
mach dir einfach keine gedanken drüber, sondern zieh es einfach nur durch. das ist zwar auch eine kopfsache, aber der wille selbst muss im wesentlichen 'von innen' herkommen. zeitigt sich beim kaffee der erfolg, setzt sich diese innere positionierung / eigen-konditionierung auch bei den stengeln durch...
in einem jahr lachst du über genau diese beiträge, weil du dich nicht dorthin "geprügelt" hast, sondern nur ganz geschickt dein unterbewusstsein ausgetrickst hattest... *g*
Übrigens. Dieses "einfach so", das du oben erwähnt hast, ist wahrscheinlich der einzige wahre Schlüssel zum Aufhören. Man muss eben einfach aufhören, es einfach sein lassen.
Rauchen tötet in der Bundesrepublik pro Jahr ca. 140.000 Menschen, das sind 380 pro Tag, etwa einer alle 5 Minuten. Darunter ist täglich ein Passivraucher.
Rauchen ist die wichtigste vermeidbare Ursache für Krankheit, Siechtum und Tod.
Rauchen verursacht in der BRD jährliche Kosten im Bereich von 20 bis 30 Milliarden Euro.
Ein Raucher verliert im Schnitt 9 Jahre seines Lebens, im Extremfalle sind es 25 Jahre.
Tabakrauch enthält mit Polonium 240 ein radioaktives Element.
...von dingen wie krebs, schlaganfall und herzinfarkt, ganz zu schwiegen...
(hab ich schon erwähnt, dass rauchen auch zu impotenz führen kann...??!! NA WENN DAS MAL KEIN GRUND IST UM AUFZUHÖREN !!!)
Tja, Pavlos. Das wusste ich auch alles. Trotzdem hat es eine Weile gedauert, bis ich aufhören konnte. Ist nun schon Jahre her, aber ich glaube, der wichtigste Schritt war es, zu erleben, welche unmittelbaren posiviten Effekte das Nichtrauchen für den Ex-Raucher hat. Statistiken und die Aussicht auf ein vielleicht längeres Leben sind abstrakte Informationen. Entscheidend sind die Fragen: wie geht es mir Morgen, nächste Woche, nächsten Monat, wenn ich heute aufhöre. Und das ist es, was viele Raucher nicht glauben können, dass der positive Effekt des Aufhörens so unmittelbar ist. Ein Raucher weiß nicht wirklich, wie scheiße er sich fühlt, wie scheiße sich sein Körper anfühlt, wie wenig er riecht und schmeckt, wie schlecht er Luft bekommt, wie schlecht er sich konzentrieren kann. Es weiß dies alles nicht, bis er es erlebt, wie er sich ohne Zigaretten anfühlt. Es ist ja nicht einfach so, das Nichtraucher irgendwann in ferner Zukunft für ihr Nichtrauchen belohnt werden. Nichtraucher haben jetzt, heute, in jedem Moment eine höhere Lebensqualität und einen wacheren Geist.
Aber, naja, solche Vorträge werden von vielen Rauchern ziemlich abgeblockt. Das hätte ich damals wohl auch. Aber ich hab zum Schluss zwei bis drei Schachteln am Tag geraucht und erst als mir klar wurde (wirklich klar), dass ich daran sterben werde, wenn ich nicht aufhöre, hatte ich die Kraft von einem auf den anderen Tag aufzuhören. Das war vor sechs Jahren und für mich ist das Thema natürlich schon lange durch. Aber ich weiß heute, dass Raucher aufgrund der Suchtstruktur des Rauchens nicht wirklich erkennen und spüren können, wie Scheiße rauchen ist. Sie müssen es uns Ex-Rauchern glauben. Oder eben nicht.
Ob das wirklich stimmt? Also ich kenne jede Menge Raucher, die ganz genau wissen, wie schlimm das Rauchen ist und was es bewirkt. Die meisten wissen, dass eine Vielzahl ihrer Probleme mit der täglichen Vergiftung zusammenhängt. Aber da ist immer diese Gleichgültigkeit ...
Übrigens ist ja die "normale" Reaktion eines Rauchers, auf solche angsterzeugenden Vorhaltungen wie von Pavlos, immer der Griff zur nächsten Zigarette. Zur Beruhigung so zu sagen. Dabei beruhigen die Dinger gar nicht, sondern bewirken eher das Gegenteil. Ist doch immer wieder faszinierend, wie paradox das Rauchen ist.
Dass du es weisst, glaub ich dir. Aber du spürst es nicht. Und wenn du was spürst, dann ist es nur die Spitze des Eisbergs. Was du spürst, kannst du mal 10 nehmen. Und die Gleichgültigkeit ist eine Wirkung der Droge, um sich selbst zu erhalten. Es ist, als würdest du von einem Alien-Parasiten beherrscht, der deinem Gehirn befielt, keine Angst zu haben, es locker zu sehen.
"They live, we sleep."
Ja, schon klar. Aber, und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich noch rauche, so gaaaanz einseitig sollte man es vielleicht doch nicht sehen. Das Rauchen und die Raucher pauschal nur als krank oder was weiß ich zu bezeichnen, ist doch ein wenig eindimensional.
Spricht da ein bisschen der Ex-Raucher aus dir?
;-)
Das Rauchen hat schon auch noch eine Seite, die etwas mit Genuss zu tun hat. Was jetzt keine Verteidigung des Rauchens sein soll, nur ein Vermerk bezüglich der ausgeglichenen Betrachtung.
Im Grunde genommen muss jeder selbst wissen, ab wann der Schaden den Nutzen übersteigt. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem mich die Sache zu nerven beginnt. Also gehe ich mal davon aus, dass irgendwann Schluss sein wird damit.
Es gibt ja so viel, das wir nicht tun sollten. Autofahren z.B., denn das zerstört unsere Umwelt.
Hab übrigens die letzten drei oder vier Stunden keine geraucht. Tatsächlich merke ich, dass ich dann irgendwann da sitze, und mich Frage, was ich jetzt eigentlich machen soll. Irgendwie füllt man ja damit auch ne Menge Zeit aus. Wohl ne typische Sucht-Leere, die man da erfährt.
Man weiß ja alles darüber ... aber das ist ja der besondere Haken an der Sache. Aber das alles klingt vielleicht dramatischer, als ich selbst es eigentlich sehe. Das "nichts hat sich geändert" ist eher eine resignierend ironische Feststellung, weniger ein verzweifelter Aufschrei.
Typisch Raucher eben ... vornehmen und dann irgendwann feststellen, das doch alles beim Alten geblieben ist.
;-)
probier's mal so...
mach dir einfach keine gedanken drüber, sondern zieh es einfach nur durch. das ist zwar auch eine kopfsache, aber der wille selbst muss im wesentlichen 'von innen' herkommen. zeitigt sich beim kaffee der erfolg, setzt sich diese innere positionierung / eigen-konditionierung auch bei den stengeln durch...
gruss
;-)
Aber eine gute Idee, dieser Ansatz über den Kaffee. Ich denke schon, dass es klappen würde. Ich müsste nur WIRKLICH wollen. Alles eine Kopfsache.
wirste mal sehen.
Fortführung des Themas: Januar 2007.
Titel dann vielleicht: "Wieder ein Jahr später".
Übrigens. Dieses "einfach so", das du oben erwähnt hast, ist wahrscheinlich der einzige wahre Schlüssel zum Aufhören. Man muss eben einfach aufhören, es einfach sein lassen.