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"Befreiungen II"

Es muss nicht immer alles einen Sinn bzw. einen Zweck haben oder ein bestimmtes Ziel verfolgen.


Befreiungen I
guanako - 24. Okt, 17:04

auf dem weg dahin...

...bezüglich "befreiung" bin ich mittlerweile auch manchmal schon ziemlich im 'anderen eck' angelandet: wir nehmen uns generell zu wichtig, deshalb all unsere qualen. machen wir es mal anders, so steht der eigentlichen entdeckungsreise, der wieder-neuentdeckung unseres seins plötzlich nichts mehr im wege...

pragmatismen dann, wenn sie uns real ernähren (erde, pflanze, wasser, luft, feuer, himmel...). ansonsten?

V - 24. Okt, 17:37

Jepp, das ist ja praktisch das Fundament jeder weitergehenden Befreiung. Ohne das läuft ja schon mal gar nix, glaub ich. Wer das nicht überwindet, der ist ja in den meisten Fällen kaum dazu fähig, zuzuhören oder irgendetwas in Augenschein zu nehmen, das über seinen egozentrischen Horizont hinausgeht.

:-)

Pragmatismus ist ein interessantes Thema. Generell tritt er ja im "Ernstfall" meistens immer schon von alleine in Kraft, mein ich mal. Wirklich problematisch wird er nur dann, wenn er zum theoretischen Luxusgut wird. Da stößt er sich dann womöglich mit Idealen oder explizit moralischen Ansprüchen. Außerdem halte ich seine theoretisch immer notwendige Verbindung mit irgendeinem Ziel für sehr seltsam. Ist dann irgendwie immer so ein starres Koordinatensytem mit festem Endpukt, von dem aus alles betrachtet wird.
Zum Beispiel der Wahrheitsbegriff. Der ist im Pragmatismus, soweit ich mich entsinne, so richtig schön eingebunden und erklärt. Leider funktioniert er aber, so wie ich das gesehen habe, auch nur innerhalb dieses festen Koordinatensystems, und das ist ziemlich schwach.

Ist aber schon ne Weile her, dass ich mich damit auseinandergesetzt habe. Das ist also nur das, was sich mir irgendwie eingeprägt hat.
guanako - 24. Okt, 18:36

pragmatismus...

...ist mithin leider nurmehr noch zum schlagstock der medienmacher an die nation verkommen (und wer ihn nicht gnadenlos mit engagement ausüben kann, ist ein elender, "abseitiger schmarotzer".). clements frei übersetzte aussage dazu: nur mit der ideologie des frei praktizierten pragmatismus lässt sich in dieser globalisierten wirtschaft noch eine neue zukunft, ein "neues deutschland" aufbauen. jawoll... (fehlt wohl nur noch das schei** sick.hail...) - diese leute haben mittlerweile wirklich alles verideologisiert und verfehlkategorisiert. (egal, das artet sonst aus...)

dem reinen pragmatismus kann ich jedoch eine menge abgewinnen, wenn ich damit nachvollziehbar die entwicklung direkt verknüpfter überlebensstrategien verbinden kann. seh ich jedoch alltägliche zwänge damit verknüpft, welche scheinbar sinnvoll sein sollen (oder so benannt werden und es doch nicht sind), dann habe ich auch die grössten probleme mit dieser thematik. entscheidend ist wahrscheinlich wohl, dass dabei der vernünftige nutzen dann auch die effiziente tragfähigkeit von elementaren problematiken beinhalten muss, mit der man diesen pragmatismus auch wirklich begründen könnte. und das ist leider in dieser gesellschaft immer weniger der fall...
V - 25. Okt, 06:04

Jepp, ein absolutes Kennzeichen unserer Zeit, jede Menge entkernte Begriffe, zu leeren Worthülsen verkommen, die nur noch dazu dienen, irgendwelche Wirkungen zu erzielen.

Tiefere Zusammenhänge sind nicht mehr gefragt.

Erst wenn alles den Bach runtergegangen ist, wird sich das ändern (wie so vieles andere auch). Es muss ja immer erst zu spät sein, bevor reagiert wird. Pragmatismus nur noch mit der kapitalistischen Rücksichtslosigkeit gleichzusetzen ist da nur ein Beispiel.

Ein weiteres Beispiel, das mich nervt, ist die Gleichsetzung von "Kommunismus" und "Sozialismus" mit den gescheiterten Diktaturen unter diesem Etikett - wer fragt noch nach dem humanistischen und wahren Kern dieser Konzepte? Der Kapitalismus hat in seinem Siegesrausch die Idee der Menschlichkeit, der Gemeinschaft gleich mitverworfen - als ob das möglich wäre.

*lach*
guanako - 25. Okt, 08:42

der kapitalismus hat ein problem...

...weil er nun (scheinbar) keinen gegner mehr hat. also schuf er sich selbst ein monstrum namens "terrorism". und er wird sich an seiner eigenen matrix verschlucken, die er selbst schuf. hoffentlich bald (aber er wird versuchen, uns mit sich zu nehmen)...
V - 25. Okt, 13:44

Ich glaube leider auch nicht, dass der Zusammenbruch in irgendeiner Weise diejenigen, welche die Gefahr im vorhinein erkannt und zur Sprache gebracht haben, verschonen wird. Wie auch?

Kismet, wie der Araber sagt.

;-)
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