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"Textfehler"

Normalerweise bin ich nicht jemand, der bei jedem kleinen Textfehler direkt an die Decke geht, aber was da im dritten Band der "Majipoor-Chroniken" ("Valentine Pontifex", Bastei-Lübbe) an Fehlern vorhanden ist, das geht wirklich auf keine Kuhhaut mehr und stört den Lesegenuss inzwischen ganz gewaltig.


*grrmpf*
guanako - 24. Okt, 16:34

tja, qualität und quantität...

...ist der unterschied (bastei zähl ich nunmal nicht zur quali), bei dem es wiederum vom verlagswesen abhängt. als autor würde ich sogar zwanzigmal mehr an die decke gehen, wenn meine sachen (so ich mal veröffentlichen sollte) derart verstümmelt wären. da sollte eigentlich auch schadensersatz möglich sein, oder?

selbst schon dann, wenn ein verlag nur die bedingung "alte deutsche rechtschreibung" nicht einhielte, wäre ich das letzte mal bei solchen konsorten gewesen (und würde mein zeugs zudem noch in rumänien oder bulgarien - natürlich vertragswidrig - neu drucken lassen. / schwarzdruck und mit einer nur 10-tausender auflage. ;o)

haste mal ne kleine kostprobe? - alà: "irghendwie wolte die Henne nun nicht dass Ei legen, weil sie sic momentan als schuzbedürftig ansah..." (oder sowas?)

V - 24. Okt, 17:01

Ist wirklich das erste Mal, dass mir das sooo gravierend auffällt. Vertauschte Buchstaben, einfach weggelassene Buchstaben. Am Lektorat kann das ja schon gar nicht mehr liegen. Muss der Druck wohl dafür verantwortlich sein (made in France!). Vielleicht ist es doch besser, eine deutsche Druckerei zu beauftragen, denn die wissen wenigstens theoretisch, was sie da drucken.

Ein paar echte Kracher waren schon dabei. Muss mal gucken!

:-)

Jetzt muss ich mich wohl doch tatsächlich noch nach der Moewig-Ausgabe umsehen.
guanako - 24. Okt, 17:10

ich glaube...

...dass es doch meistens am lektorat liegt. denn wie erkläre ich mir sonst, dass ich in tschechien gedruckte bücher (low budget!) nicht mit solchen aussetzern zu lesen bekomme? - bastei ist nunmal einfach shice, weil sie schlicht deutsche billigproduktionsmaschinerie sind...
V - 24. Okt, 17:18

Hab auch immer einen weiten Bogen um Bastei gemacht, aber seit geraumer Zeit bin ich in meinen Lesewünschen hin und wieder so speziell, dass ich auf Autoren und Bücher treffe, die es nur (bzw. nur noch) bei Bastei gibt.

Also wenn das am Lektorat gelegen haben sollte, dann hat der Mann seinen Beruf verfehlt oder aber kein Geld dafür gekriegt bzw. keine Lust gehabt.

So oder so, er gehört geschossen.

Der schöne Text ... buuuhhhuuu! Aber vielleicht erscheint ja irgendwann mal irgendwo, bei Edition Phantasia z.B., eine sorgfältig und liebevoll hergestellte Ausgabe. Schön wär's.
guanako - 24. Okt, 17:29

er gehört doch nicht...

...geschossen, sondern erhätschelt! *gg*
das was er da gemacht hat, ist wohl eher mit insgeheimen 'widerstand' (gegen das kapital) zu umschreiben. und sehr wahrscheinlich, wie du bereits sagtest: kein geld = keine Lust...
V - 24. Okt, 17:41

So kann man es natürlich auch sehen.

Bauen wir dem Rebell also ein Denkmal!

:-)

Übrigens ("kleiner" Themaumschwung), ich hab gehört Van der Graaf Generator spielt auf den Leverkusener Jazztagen. Wolltest du da nicht hin?
guanako - 24. Okt, 17:55

moewig-edition gefunden.

mail mit link ist grad raus. :o)
Bei den Leverkusener JT kann ich mir leider nur die ganz kleinen gigs leisten (hab meinen prozess verloren). deshalb: kein Graaf..
V - 24. Okt, 18:02

Ohhh, Mist!

:-(

Ja, Link angekommen. Coole Sache (jetzt muss ich nur noch die Finanzen checken, denn da sieht es auch bei mir mau aus - und ich hab keinen Prozess verloren).

Scheiß Geld! Ups, sorry ...

Wann bezahlt uns eigentlich verdammt nochmal endlich einer für das, was wir machen?

"Dreamer, stupid little Dreaaaaamer ..."

;-)
guanako - 24. Okt, 18:20

das, was wir machen...

...ist in deren augen einfach nur 'unterhaltung' (oder konversation auf anderem niveau) oder einfach nur "selbstbestimmte weiterbildung". und dafür zahlt einem in diesen komischen "hochrüstungszeiten" natürlich niemand etwas. leider...

"We'll work it out someday..." ;o)
V - 25. Okt, 06:24

Jepp, wohl wahr. Dabei halte ich gewisse "Inseln" der Unabhängigkeit in diesen Zeiten für extrem wichtig. Wenn ich mitkriege, wie verwirrt und haltlos manche Menschen, die mir hier so begegnen, zwischen Medienmanipulation und von kapitalistischer Seite verordnetem Lebensstil hin und her taumeln, ohne zu sich selbst, den eigenen Gedanken, ihrem Dasein oder ihrer Natur, noch irgendeine Beziehung zu haben, wird mir Angst und Bange. Entfremdet ohne Ende.

Verantwortung übernehmen heißt heute, sich dem Systemzwang anzupassen. Verantwortung im mitmenschlichen Sinne auszuüben, kommt dem Schritt in den Untergrund nahe.
Ich habe beispielsweise einen Freund, der sich einer aussichtsreichen Karriere entzogen hat, um seine erkrankten Eltern zu pflegen, weil er das eben als seine oberste Pflicht angesehen hat. Der berichtet mir von nahezu unglaublichen Reaktionen, wenn er offen über seine Entscheidung spricht.

Tatsächlich kommt er sich inzwischen vor wie ein Verbrecher. Solchen Leuten wird dann gerne "mangelnde Verantwortung" vorgeworfen (es heißt auch immer wieder, er ginge den "leichteren Weg"). Da zieht es mir die Schuhe aus, wenn ich sowas höre.

So was zerstört das Fundament einer Gesellschaft.


But yes - we'll work it out - someday. I'm sure about that!

;-)
guanako - 26. Okt, 13:16

immer wieder schön...

...dass es doch wesentlich mehr leuts gibt, die ähnlich denken.

was wir diesem system jedoch zu verdanken haben: es beginnen immer mehr menschen intensiver über ihre prekäre situation nachzudenken und problemlösungen auf einfachster ebene zu suchen/finden. und dies ist eine voraussetzung für eine basisnahe praktikablität bezüglich der fundamentalen überlebensstrategien. unter diesen globalisierten verhältnissen findet zudem zwangsläufig eine neue solidarisierung der einfachsten gesell. strukturen statt, aus der sich ein vernünftiger bodensatz für eine antipatrizipative haltung gegenüber diesem kapitalfrass des systems herauskristallisiert. und das wird sehr bald früchte zeitigen, auch wenn man manchmal denken muss, dass einige (aufgrund von halbwissen oder medial kolportierter unwahrheiten) irgendwie nicht mehr alle tassen im schrank haben sollten.

aber letztlich sind wir diejenigen, die wir mit beiden beinen in der alltäglichen realität (dieses paralleluniversums) stehen. und wir sind auch diejenigen, welche diesem globalsystem irgendwann alle zusammen die rote karte zeigen werden. da bin ich mir sicher.

someday... :o)
V - 26. Okt, 16:36

Ja, sicher bin ich mir auch. Alles spricht dafür. Es ist ja sozusagen schon logisch, dass eine solche Reaktion, wie du sie beschreibst, erfolgen muss. Auch die Historie sagt nichts anderes, aber ... ich bin ungeduldig und frage mich, wann sich die ersten Zeichen einer wirklichen Solidarisierung zeigen.

Zwar trifft man hier und da schon wesentlich mehr einsichtige Menschen, als noch vor ein paar Jahren, aber bei vielen fehlt doch noch der letzte Entschluss dazu, gewisse Wahrheiten, die immer offensichtlicher werden, auch zu akzeptieren. Sie scheinen nicht zu begreifen, dass hier etwas Fundamentales geschieht, eine Veränderung, die umfassend ist und irreversibel, wie mir scheint.
guan2 (Gast) - 26. Okt, 20:14

naja...

...ich bin noch ziemlich geduldig, bloss nichts überstürzen. und der letzte entschluss ist auch bei mir noch etwas im keimen - gut ding braucht halt ne weile... :o)
V - 26. Okt, 20:18

Jepp, Recht hast du. Man könnte ja in ein genauso unausgewogenes Gegenteil verfallen, und das, denk ich mal, wäre auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Also Geduld und Augen offen halten.
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