"Realität I"
Früher hatte er die Realität gemocht, geliebt sogar. Heute dagegen stieß sie ihn ab. Und dennoch hielt er an ihr fest.
Warum? Aus Angst?
Ist es nicht völlig unsinnig, ja geradezu pervers, an etwas festzuhalten, das einen mit aller Macht abstößt?
Also ließ er los.
Warum? Aus Angst?
Ist es nicht völlig unsinnig, ja geradezu pervers, an etwas festzuhalten, das einen mit aller Macht abstößt?
Also ließ er los.
V - 7. Okt, 09:43





















best wishes...
;-)
bedenke aber auch...
Als Beleg führt er das Phänomen des "Deja Vu" an, das er als kurzen Blick in eine andere Realität deutet, ein Herausfallen aus dem normalen, seiner Meinung nach illusionistischen Zeitstrom. Oder auch so Sachen wie jene Vorkommnisse , bei denen man einen Lichtschalter ganz selbstverständlich dort sucht, wo er aktuell nicht ist, aber vielleicht mal gewesen sein könnte oder sein wird.
Ich halte das für interessant, wie fast alles, aber ... na ja ... schon fragwürdig und ein wenig zweifelhaft. Das ist mir dann schon wieder ein wenig zu spuky.
*gg*
Eigentlich sind wir doch im Augenblick der Gegenwart genau an einer Stelle im Raum. Natürlich ist dieser Augenblick der Gegenwart auf physiologischer (neurologischer) Wahrnehmunsgebene sehr kurz ... beinahe unendlich kurz. Periode bla, bla, bla ...
Aber er existiert, da bin ich mir recht sicher.
Ich nenn ihn den "Monadistischen Gegenwartsmoment", den wir natülich nicht selbst wahrnehmen können. Wir nehmen nur den Übergang zwischen zwei monadistischen Gegenwartsmomenten wahr.
Zu mehr reicht die bewusste Wahrnehmung nicht.
So entsteht aber das Zeitempfinden.
;-)
Ach, ich liebe das.
*gg*
Nachtrag (sorry):
Ist ja eigentlich nichts anderes, als das freie Phantasieren, das wir momentan bei dir betreiben, nur halt mit einem gewissen Anspruch an eine objektive Realität, bzw. eine empirische Basis sowie weitestgehende Klarheit der Begriffe.
möglich wäre auch nur...
das mit dem "monadistischen Gegenwartsmoment" (gibts das?) sagt mir nix. wovon leitest du monadistisch wörtlich ab?
genau.
Der Zeitstrang verläuft nach Dick eben nicht nur vertikal, sondern zugleich auch horizontal, sodass mehrer paralelle Zeitstränge existieren, die auch gewechselt werden können und, von der Intelligenz VALIS, auch regelmäßig gewechselt werden.
Buch:
"VALIS-Trilogie" (als Roman) oder auch sehr schön in der Dick-Biografie von Lawrenc Sutin, die übrigens auch einen sehr amüsanten Einblick in die abgefahrene, drogengeschwängerte Szene der sechziger und siebziger Jahre in Amerika gibt, in der sich Dick am wohlsten fühlte.
Das beste und phantastischste System dieser Art, das mir bis jetzt bekannt ist. Nur bedauerlich, dass Dick schleßlich selbst an die Realität von "VALIS" geglaubt hat (zu viel Drogen - Speed im Besonderen), was dem Konzept aber natürlich keinen Abbruch tut.
Ja, du zielst irgendwo schon auf Realität. Aber du hälst sie, immer und prinzipiell, offen, in der Schwebe, jederzeit beliebig formbar, während ich einen festen, realen Grund annehme bzw. sehe, der hinter jeder Beliebigkeit, jeder Phantasterei liegt. Was mich am freien Phantasieren aber auch nicht hindert.
;-)
VALIS sagt mir noch nix.
(muss mir erst noch die Robert A. Wilson-sachen reinziehen)
genau. ich suche mir ankerpunkte, welche jederzeit abreissen können (um dann zum schluss - handlungsmässig - noch als "abgerissenes seil" gesehen werden zu können, mit nem kernsatz versehen). ein fester untergrund nimmt mir quasi die untere ebene, denn wenn ich "schwebe", kann ich mit dem raum "unter mir" noch etwas ungewisses formen. das hat für mich was wie "fliegen statt nur dahingleiten"... :o)
Im Grunde genommen ist es bei mir nicht anders.
Es verhält sich nämlich so, dass dieses Fixieren der Realität nicht zuletzt auch die Folge bzw. das Ergebnis einer explizit auf dieses Thema ausgerichteten Forschung ist.
Hat mich brennend interessiert. Seit dem Studium schon (war auch Magister-Thema).
Diese Suche ist aber, endlich möchte ich fast sagen, so gut wie abgeschlossen, was bedeutet, dass auch hier der Raum bald wieder gänzlich frei sein wird.
Übrigens kann man sich in einer rigiden Vorstellung von knallharter, faktischer und empirischer Realität genauso verlieren, wie in den Weiten der ungezähmten Phantasie.
Merke also: Realität schützt vor Verirrung nicht!
;-)
Ja, der Wilson. Hab ich mir schon vor vielen Jahren, quasi ende Kindheit reingedonnert.
Monade ist ja bekannt von Leibniz. Eine genauere Abgleichung zwischen dem, was ER genau damit meint und meinem bescheidenen Wortgebrauch steht aber noch aus.
;-)