(II)
"Unter diesem Himmel
können
alle Menschen das Schöne als schön erkennen,
denn es gibt ja auch das Hässliche;
alle Menschen können das Gute als gut erkennen,
denn es gibt ja auch das Böse.
Sein und Nichtsein erzeugen einander,
Schwieriges und Einfaches ergänzen sich,
lang und kurz gestalten einander,
hoch und tief streben zueinander,
Stimme und Klang harmonieren miteinander,
Vorderseite und Rückseite folgen einander.
Deshalb verweilt der Weise
bei allem, was er tut, im Nicht-Tun
und lehrt nicht durch Worte.
Die zehntausend Dinge gehen aus dem Weg hervor,
doch er erhebt keinen Anspruch auf Macht;
er schenkt ihnen Leben,
doch er erhebt keinen Anspruch auf Besitz;
er hilft ihnen,
doch er verlangt keinen Dank;
er vollendet sein Werk,
doch er erhebt keinen Anspruch auf Ehre.
Weil er keinen Anspruch auf Ehre erhebt,
kommt ihm stets Ehre zu."
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TAO I