Freitag, 18. April 2008

"Das Phönix-Programm"

Noch müde trat er in den von einer Ziegelmauer umschlossenen Garten hinaus. Zu seiner Linken lag ein Bereich, aus dem er den größten Teil seines Nahrungsbedarfs gewann. Rechts dagegen rankten sich unterschiedliche Pflanzenarten unbeschnitten umeinander und erschufen ein Geflecht aus Wurzeln, Lianen und Laub.
Er pflückte ein paar Früchte von den Sträuchern des kultivierten Gartenteils, und anschließend, nachdem er das karge Frühstück verzehrt hatte, machte er sich auf den Weg, um nach den gurkenförmigen Fruchtkapseln der Lebensbäume zu sehen - drei der alten Baumriesen, deren Samen er vor langer Zeit in die feuchte Erde gedrückt hatte, waren noch am Leben, die anderen waren ihm, haltlos wie ein Traum in einem Traum, unter den sorgenden Händen verreckt - eine Tatsache, die ihm zu schaffen gemacht hatte, über die er aber hinweggekommen war.
Als er wenig später auf den ersten der Lebensbäume traf, dessen pulsierender Fruchtkörper ein stetiges, sanft-goldenes Strahlen abgab, und gerade ein Bündel Orchideen zur Seite wischte, das ihm die Sicht auf den rissigen Stamm verwehrte, erzitterte zum zweiten Mal an diesem Tag die Erde. Glitzernde Tautropfen wurden vor seinen Augen von den Blütenblättern gerissen, die wie hervorleckende Tierzungen die Kelche der Orchideen formten. Sie flogen davon.
Das Große Geschütz!

(...)


Äh, lecker Text - komplett, ganz und gar. Also für meinen Geschmack natürlich nur. Alles Weitere wird man sehen.

;-)

"Der Hofnarr"

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"Der Hofnarr"

USA, 1955


"The Court Jester"


Ein Hundertprozentiger!

Aus mehreren Gründen.

Erstens: das ist die absolut beste, und vielleicht gar einzig erwähnenswerte Parodie auf die klassisch historisch-mittelalterlichen Abenteuerfilme des alten Hollywood (schließlich fällt "The Court Jester"/1955 ja selbst noch in diese Zeitkategorie, die er parodiert); zweitens: der Slapstick ist niemals wirklich blödsinnig oder ganz unerträglich dämlich (Danny Kaye, ganz groß!), wie das heutzutage ja durchaus des Öfteren vorkommen kann; drittens: der Plot ist großartig - schön konstruiert und verwickelt, eine richtige Geschichte mit Hand und Fuß; viertens: manche Szenen sind legendär, längst unsterblich geworden und eben ganz einfach unverzichtbar - "Der Becher mit dem Fecher" (wohl das prominenteste Beispiel). Aber es geht noch weiter. "The Court Jester" ist nicht einfach nur eine Parodie. Dem Film gelingt der unglaubliche Spagat, sowohl zu parodieren als auch zu SEIN und - noch mal obendrauf - dabei nicht nur ein klassisch-historischer Abenteuerfilm, sondern auch ein erstklassiger Fantasyfilm zu sein.

Und zuletzt - dies alles wird gekrönt von der wirklich fundamentalen Darstellung eines Narren durch Danny Kaye.

Da verschägt's einem doch glatt die Sprache.

Auch schön: die Anfangsnummer (im Vorspann), in der Kaye in einer genialen Nummer Sinn, Herstellungsprozess und Aufbau des Films besingt.

"That brings us to the Plot - Plot we got - quite a lot..."

>:-)

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