Sonntag, 9. März 2008

"KLP 2008"

Nominierungen für den Kurd-Laßwitz-Preis 2008 unter anderem für Frank W. Haubold (für seinen Roman "Die Schatten des Mars"/EDFC, sowie die darin enthaltene Novelle "Die Tänzerin"), Armin Rößler (für seinen Roman "Andrade"/Wurdack), Heidrun Jänchen (für ihre Novelle "Fünfundneunzig Prozent"/in: "Lazarus"/Wurdack), Ernst Wurdack (für das Cover zu "S.F.X"/Wurdack) und dann nochmal für die komplette Wurdack-SF-Crew zusammen ("für die SF-Reihe im Wurdack-Verlag, womit sie der deutschsprachigen SF eine ständig verbreiterte Plattform bieten"/Kategorie: Sonderpreis für herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen SF!) - was den Kollegen Rößler zu erhöhter Nachdenklichkeit angeregt hat, "weil so ein Sonderpreis immer zumindest einen Hauch von posthumer Würdigung hat (vermutlich der Wink mit dem Zaunpfahl, endlich in Rente zu gehen ...)".

Och nö, Armin, da musst du schon noch ein paar Jährchen drauflegen.

:-)

Glückwunsch allerseits!

:-)


***

Nominierungen komplett

"Dialoge und Perspektiven"

Was im Vergleich zwischen Roman und Erzählungen bzw. Stories deutlich anders läuft: viel, viel mehr Dialoge und, natürlich auch, viel, viel mehr Perspektiven. Was sich wohl unweigerlich auch auf kommende Erzählungen auswirken wird, auch wenn ich meine ursprüngliche, eher einzelperspektivische und relativ dialogarme Erzählweise sicher nicht ganz aufgeben werde.

Ansonsten entdecke ich aber gerade den enormen Spaß, den gute Dialoge tatsächlich machen können.

;-)

"Bad Lieutenant"

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"Bad Lieutenant"


USA, 1992


Regie: Abel Ferrara


Knallharte, ziemlich schonungslose Sache. Was aber weniger den Blut- oder Ekelfaktor im klassischen Sinne, als viel mehr die permanent vorgeführten, psychologischen und gesellschaftlichen Tabubrüche meint: Drogen, kaputte Ordnungshüter, Vergewaltigung von Nonnen mit dem Kruxifix, sexuelle Nötigung, Gotteslästerung, Masturbation...
Alles kein Problem für Abel Ferrara, den Mann fürs Grobe (womit ich natürlich auch - technisch gesehen - die extremen Gegenschnitte meine, die er hier einsetzt), sowie seinen Kumpel Harvey Keitel (in der Hauptrolle), der das Ganze dann auch noch extrem eindringlich zur Schau stellt. Ein tief religiöser Film, der so große Fragen stellt wie diejenige nach dem Wesen der Bestimmung, die, wenn sie denn überhaupt einen Sinn haben soll, natürlich auch für die Kaputten, die Bösartigen und Schwachen gelten muss ("Judas-Problem", oder?).
Ja, der Film hat gewisse Schwächen. Ferrara huldigt seinem Vorbild Martin Scorsese ("Taxi Driver", 1976), ohne dessen Geduld oder psychologische Beobachtungsgabe zu besitzen. Das ist wahr. Außerdem hängt der Film ein wenig in der Luft, weil die Geschichte sehr knapp und aufs Wesentliche beschränkt, und damit eine Momentaufnahme ohne weitergehenden Hintergrund bleibt. Aber das alles ist - meiner Meinung nach - gar nicht so wichtig in diesem Fall. Harvey Keitel spielt so intensiv - Dreck, Verkommenheit und Drogenapokalypse sind so eindeutig und überzeugend eingefangen, dass die filmischen Schwachpunkte, die eigentlich auch nur marginal sind, ganz einfach vernachlässigt werden können.

Nach wie vor einer der besten Polizeifilme.


95 %
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