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Freitag, 15. Februar 2008

"SPD..."

... wettert gegen 'Neue Asoziale'.

Hier


Mal abgesehen davon, dass die ganze Zumwinkel-Aktion (und alles, was dranhängt) natürlich wieder ein gefundenes Fressen für die SPD darstellt, um sich weiter wahlkampfmäßig zu profilieren - richtig ist das schon.

Sag ich doch bereits seit Jahren: "Asozial" ist nicht der armselige Hartz-IV-Empfänger, der sich 50 € vom Staat ergaunert, damit die Kinder Schuhe haben (oder er selbst einen Kasten Bier), asozial sind diejenigen, welche sich ständig die teuersten Klamotten/Autos/Reisen/Luxusartikel besorgen, um diese dann, entweder, gar nicht mehr zu bezahlen oder sich, über Steuerbetrug, von der Allgemeinheit finanzieren zu lassen. Das sind die Asozialen, egal wie hübsch sie nachher in ihren Markenklamotten auch anzusehen sind, wie gesund und gepflegt sie auftreten oder wie gewinnend ihr blitzweißes Lächeln erscheint.

Hmpf...

Von den beiseite geschafften Millionen natürlich ganz zu schweigen.

>;-)

Übrigens: ein System, das zugunsten der Form auf jeglichen Inhalt verzichtet, muss irgendwann vor die Hunde gehen. Geht ja gar nicht anders. Die Form kann, bei überzeugendem Inhalt, auch mal ein Stück weit vernachlässigt werden, aber umgekehrt - is ja nix mehr drin dann. Wobei sich Form und Inhalt im Idealfall selbstverständlich gegenseitig erzeugen und beeinflussen sollten, keine Frage.

Momentan gilt leider immer noch die Faustregel: je größer das Auto, je teurer die Klamotte/der Anzug, desto gewissenloser und krimineller - mit hoher Wahrscheinlichkeit - der Asoziale, der drinsteckt.

;-)

"Cromwell"

21ZPR0VKDJL



"Cromwell - Der Unerbittliche"


England, 1969


Regie: Ken Hughes


Eigentlich war ich ja durchaus der festen Überzeugung, dass kein auch nur halbwegs anspruchsvoller Historienschinken existiert, den ich nicht schon gesehen hätte. So kann man sich täuschen.

"Cromwell" - exzellent besetzt und gespielt vor allem von Alec Guinness, aber auch Richard Harris und Robert Morley - schildert die Zeit der ersten Demokratiebestrebungen im England des 17. Jahrhunderts, die schließlich zur Absetzung und Hinrichtung König Charles I führten. Da der Film in England produziert wurde, wird die Geschichte natürlich sehr pathetisch und mit entsprechendem Engagement erzählt. Außergewöhnlich schön gefilmt und in Szene gesetzt, wunderbar gespielt, leidet das Ganze jedoch an gewissen, handwerklichen Schwächen. Vor allem der Schnitt ist nicht gelungen, wirkt überraschend holprig und ungelenk, zeigt wenig Gefühl für Timing und feine, innere Zusammenhänge. Auch das Drehbuch ist nicht unbedingt eine Großtat. Die Geschichte stellt sich, obwohl es zwischendurch auch einmal zu einem einigermaßend ausufernd in Szene gesetzten Schlachtengemälde kommt, ziemlich dialoglastig dar, wobei - und das ist das eigentliche Problem - diese Dialoge auch noch, über die gesamte Länge des Films hinweg gesehen (immerhin beinahe zweieinhalb Stunden), mehr oder weniger ohne nennenswerte Variation das gleiche Thema umkreisen. Da ist einfach deutlich zu wenig Dramatik drin.

Letztlich aber, vor allem wegen der überzeugenden, um Realismus bemühten Epochendarstellung, trotzdem empfehlenswert, besonders natürlich für Freunde des Historenfilms. Alec Guinness bietet eine wirklich großartige Performance als in seiner Macht bedrohter, englischer König (die Hinrichtungsszene ist schlicht genial!); Kulissen und Ausstattung sind glaubwürdig und zeitgerecht (oft wurde sogar an Originalschauplätzen gedreht); und der Film versprüht in seinen besten Momenten den Charme eines ganz großen, klassischen Historienepos.

Was die Schwächen im Schnitt angeht, könnte man vielleicht vermuten, dass da ein panischer Produzent seine Finger im Spiel hatte, dem daran gelegen war, das Epos auf eine halbwegs kinotaugliche Laufzeit zu kürzen, da bin ich mir aber nicht ganz sicher.


85 %

"The Oscars"

Jetzt, da die achtzigste Auflage der Oscarshow gesichert ist (der Streik der Drehbuchautoren wurde beigelegt), kann man ja endlich mal über die Nominierungen reden.

:-)

Besonders bei den männlichen Hauptdarstellern ein sehr erlesenes Feld mit Johnny Depp ("Sweeney Todd"), George Clooney ("Michael Clayton"), Tommy Lee Jones ("In The Valley Of Elah"), Daniel Day-Lewis ("There Will Be Blood") und - etwas überraschend, wie ich finde - Möchtegern-Aragorn - den missratenen Aragorn verzeih ich ihm nie, Viggo Mortensen ("Eastern Promises", ein Cronenberg-Film). Und auch die Nominierungen für den besten Film des Jahres sind entsprechend gut (allerdings kein absoluter Favorit dabei, würde ich sagen). Ansonsten: Cate Blanchett zweimal - als Hauptdarstellerin in "Elizabeth - Das goldene Königreich" sowie in einer Nebenrolle; des Weiteren die Coen-Brüder, nach langen Jahren der quasi Nichtbeachtung, für ihre Regie ("No Country For Old Men"); und schließlich für die Kamera (immerhin): "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" (den ich hoffentlich bald zu sehen kriegen werde).

Visuelle Effekte: "Fluch der Karibik III", "Transformers", "Der Goldene Kompass".

"Bourne Ultimatum": Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt!

"Ratatouille": Bester Animationsfilm und (!) Bestes Originaldrehbuch (!).

Ich weiß aber immer noch nicht, wer die Show moderiert.

Live, in der Nacht von Sonntag auf Montag, 24. auf 25. Februar, Pro 7 - glaub ich.

;-)

***

Die Nominierungen

***

Auflage 79
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