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Montag, 31. Dezember 2007

"Der..."

... letzte Tag des Jahres. Hm...

Das hat durchaus was, oder?

:-)

Guten Rutsch!

"Kauder"

Neues von meinem speziellen Freund Volker Kauder.

Er fordert, anlässlich der jüngsten, sehr bedauerlichen Vorfälle um Gewaltausbrüche ausländischer Jugendlicher, "ERZIEHUNGSLAGER" (nach Vorbild der amerikanischen Boot-Camps).

Ja, geht's noch, Volker?

Mit "LAGERN", egal in welcher Form und zu welchem Zweck, sollten gerade wir - verdammt, verdammt - sehr vorsichtig sein, Junge!

Gibt's ja gar nicht.

Die Bedrohung mit der "Ausweisung" find ich da - in gewissen, recht engen Grenzen natürlich - schon viel angemessener.

"Black Hawk Down"

blackhawkdown-poster1



"Black Hawk Down"


USA, 2002


Regie: Ridley Scott


Auf jeden Fall - daran kann kaum ein Zweifel bestehen - ein sehr interessanter und außergewöhnlicher Ansatz. Krieg in möglichst realistischer Darstellung, schonungslos aufgezeigt und, filmtechnisch, durch genau die Verfahren gekennzeichnet, welche die natürlichen Eigenheiten des Krieges am ehesten verdeutlichen: schnelle, hektische Schnitte, die Verwirrung, Orientierungsverlust und Chaos erzeugen; weitestgehende Anonymisierung der Schauspieler in ihren Rollen des unpersönlichen Befehlsempfängers. Das alles ist gelungen, stellt die Stärke dieses Kriegsfilms von Ridley Scott dar und macht ihn sehenswert.

Allerdings liegen auch genau hier die Schwächen.

Die Machart des Films lässt weder eine einigermaßen klassische Dramaturgie zu, sodass es doch zu erheblichen Längen kommt während der knapp zweistündigen Ballerei, noch gelingt unter diesen Vorausetzungen eine akzeptable Charakterisierung der handelnden Personen. Eine gefühlsmäßige Identifikation ist letztlich nur über extreme Schockszenen bzw. die allgemeine Darstellung von permanenter Lebensbedrohung und Gewaltexzess möglich. Kurz: der Film kann zwischendurch gewaltig langweilen. Wiederum lobenswert dagegen ist allerdings, dass Scott den allzu platten Patriotismus vermeidet. Zwar wird die Handlung aus Sicht amerikanischer Truppen geschildert, dennoch bleiben dem Zuschauer allzu peinliche Amerkanismen erspart.

Ein Film, den man, alleine wegen seines innovativen Ansatzes zum Thema, nicht als ganz missraten bewerten kann, der aber auch keine absolute Höchstwertung verdient.


85 %

"Vellum"

vellum


Hal Duncan

"Vellum - Das ewige Stundenbuch"/ Shayol 2007.


("Vellum - The Book Of All Hours", 2005)



Ich frage mich, wie er das macht. Wie schafft Hal Duncan es, inmitten dieses fragmentierten Sprach- und Ideenwustes aus Pseudo-Mythologie, Cyber-Apokalypse und - inzwischen auch - Historienflashs, das reale Rückgrat der Geschichte noch so gekonnt zu bewahren??? Ich seh keinen Unterschied im Stil - vielleicht ist es die etwas gebremste und kontrolliertere Wortwahl in den entsprechenden Passagen. Andererseits erscheint aber auch gerade diese minimale "reale" Gedankenscheide des Romans wie der einzige, wirkliche Traum zwischen all den unzähligen, phantastischen Welten und Ebenen.

Hm...

Faszinierend ist auch, wie aus diesem Wust immer wieder ganz plötzlich, ganz starke Phantastikszenen aufscheinen. Das ist irgendwie, wie bunte Blüten im Schlamm zu finden. Na gut, man könnte jetzt natürlich einwenden, dass selbst ein blindes Huhn auf Dauer mal ein Korn findet, ja finden muss, aber womöglich würde das dann auch wieder zu kurz greifen.

;-)

Zu Beginn des zweiten Buchs - HERBSTDÄMMERUNG, im ersten Teil - "Die Hämmer des Hephaistos", nach "Das öde, wunde Land" und vor "Die widerspenst'ge Spitze" - S. 299.


***

Reading-Track

"Swami-Papsi"

Die Luft im Raum erzitterte, als Swami-Papsi, heiliger indischer Mann, in gemessenen Schrittfolgen die Bühne betrat. Einige seiner blumenbekränzten Jünger fühlten sich augenblicklich um einiges leichter in ihren Körpern, der eine oder andere levitierte und erhob sich, samt rotem Sitzkissen, glückselig grinsend ein paar Zentimeter hoch in die Lüfte.
Einer indes levitierte nicht: der Bösewicht.

(...)


Ich muss mich in Indien umsehen (wo der Salbaum wächst und es noch Tiger gibt, hoffe ich). Was trinkt, isst, raucht der Inder, frag ich mich.

;-)


***

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