"The Good Shepherd"
2006
Regie:
Robert DeNiro
DeNiros zweite Regiearbeit (nach
"In den Straßen der Bronx", 1994). Eine Steigerung, aber immer noch kein
wirklich großer Film. Immerhin zeigt DeNiro hier zumindest phasenweise mal eine eigene Handschrift als Regisseur. Leider aber erst nachdem er zuvor wieder in dieselben, alten Fehler wie im Falle seines Erstlingswerkes verfallen ist. "In den Straßen der Bronx" war ein erschreckend uneigenständiges Machwerk aus technisch, stilistisch, drehbuchmäßig kopierten Klassikern des Mafia-Filmgenres von Sergio Leone bis Martin Scorsese. "The Good Shepherd" liefert dem entsprechend über weite Strecken eine Kopie des klassischen Polithrillers von Costa Gravas bis Oliver Stone, aus deren langem Schatten DeNiro seinen Film erst nach über der Hälfte der Spielzeit herausbugsieren kann. Immerhin schafft er es dann irgendwann.
Matt Damon spielt gut, hat aber, wie übrigens der gesamte Film auch, darunter zu leiden, dass niemand ihm die Verwandlung vom jungen Student der Lyrik bis hin zum gestandenen CIA-Chef, mit dann ebenfalls wieder einem eigenen, erwachsenen Sohn, so recht abnimmt.
Und dann - die Länge. Das Ganze ist auf anstrengende 2:40 ausgedehnt und erfordert über die gesamte Dauer eine sehr hohe Konzentrationsfähigkeit - vom misslungenen, etwas holprigen Anfang, der es dem Zuschauer unnötig schwer macht in den Film hineinzukommen oder sich schnell in der Handlung zu orientieren, bis hin zum Ende, welches die drei oder vier Zeitbenen, die während des Films aufgerissen werden, wieder zusammenführt.
Bringt man jedoch die erforderliche Geduld auf, dann bleibt einem am Schluss kaum mehr etwas anderes übrig, als dem Film eine gewisse Qualität zuzugestehen.
Es geht übrigens um die Entstehung der CIA und die ersten Jahre ihrer Arbeit. Demonstriert anhand des ersten Chefs der berüchtigten Behörde, der offensichtlich so eine Art "Dostojewski-Idiot" war und zwar das Gute gewollt, aber das Böse erreicht hat.
95 %
***
Politfilm