Robert Charles Wilson
"Die Chronolithen"
("The Chronoliths", 2001)
Insgesamt nicht schlecht. Verhältnissmäßig leicht und angenehm zu lesen, mit einer ganzen Reihe interessanter und glaubwürdiger Extrapolationen. Stilistisch nicht unbedingt etwas Besonderes, mit relativ einfachem Aufbau, der aber im Verlauf des Textes gekonnt ausgearbeitet und verschränkt wird. Erinnert mich - vom Stil und der Figurendarstellung her - nach wie vor an Stephen King.
Nett waren natürlich die psychologischen Anklänge, die der Roman stellenweise vorweisen konnte (
"Self-Fullfilling Prophecy"), auch wenn mich das Gefühlsleben des Ich-Erzählers und die obskuren Kuin-Theorien zwischendurch manchmal gelangweilt haben.
Insgesamt fehlt dem Ganzen vielleicht ein wenig der entscheidende Kick.
Okay, nicht so schlecht, dass ich jetzt nie mehr etwas von Wilson lesen würde, aber auch nicht so gut, dass gleich der nächste Roman von ihm folgen müsste. Bei etwas gutem Willen auch ein außergewöhnlicher Blick auf die "Zeit", der aber zuletzt keine Lösung, nichts Sensationelles oder Neues in dieser Beziehung zu Tage fördert.
70 %
***
The Chronoliths