"Zentaurengelichter"

Glen Cook
"Zentaurengelichter"
("Sweet Silver Blues", 1987)
Kleines Fantasy-Häppchen zwischendurch, ein schnell gelutschtes Bonbon - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ausgestattet mit einem sehr trockenen Humor, mal leicht satirisch, mal richtig zynisch. Eine Ich-Perspektive in knapp gehaltenem Erzählstil, welcher hin und wieder sogar bis an die Schlagwortgrenze heranreicht. Natürlich fehlt es dem Roman deshalb generell ein wenig an Atmosphäre oder auch an einer ausreichend geschilderten Welt, aber darauf kommt es letztlich auch nicht an: alleine der Humor zählt. Die Story ist ok - ein bierseliger Privatdetektiv zwischen allerhand Fantasywesen erhält den Auftrag, die Erbin eines Vermögens ausfindig zu machen und begibt sich sodann mit ein paar sehr seltsamen Kumpanen auf die reichlich bizarre und abenteuerliche Suche nach ihr. Problematisch wird das Ganze nur in den Momenten, in denen - was allerdings selten vorkommt - der Humor versagt. So wird es gegen Ende des Romans für kurze Zeit einigermaßen ernst und dann stört der schnelle und knappe Stil doch merklich.
Trotzdem: wer auf die humoreske Variante der Fantasy steht, sollte Cooks "Rätsel von Karenta" auf jeden Fall mal probieren (elf Bände bis jetzt, neun übersetzt, der letzte Originalroman erschien 2005).
Ansonsten - wie gesagt - eine nette Lektüre für zwischendurch. Zu wenig, um wirklich große Fantasyatmosphäre zu verbreiten, aber durchaus für ein paar amüsante und unterhaltsame Lesestunden geeignet. Schwächer als Pratchett (Scheibenwelt-Zyklus), besser als z.B. Asprin (Dämonen-Reihe), würde ich sagen.
78 %
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Glen Cook
V - 20. Sep, 22:16






















