Ian Irvine
"Der Spiegel der Erinnerung"
Bastei Lübbe, 2007
("A Shadow On The Glass - The View From The Mirror I", 1998)
Trotz einiger Schwächen in den emotionalen Äußerungen und, teilweise, den Dialogen der Charaktere, die oftmals etwas steif und aufgesetzt wirken, durchaus eine interessante und lohnende Fantasy, die Spaß macht und zu fesseln weiß. Dass die Schwachpunkte des Romans nicht die Oberhand gewinnen und damit das Lesevergnügen vollends eintrüben, liegt vor allem an der sehr gelungenen, irgendwie außergewöhnlichen Gesamtkonzeption und der zu hundert Prozent überzeugenden Weltenschöpfung, deren Komplexität und mythologische Tiefe Irvine sehr geschickt aufbaut und nur ganz allmählich Stück für Stück enthüllt. Darin liegt der Hauptreiz dieser Fantasy.
In ihrer Art klassisch, ohne jedoch die alten Klischees zu wiederholen. Nach den letzten Jahren, in denen ja vermehrt eine moderne Fantasy verfolgt wurde, die sich bewusst von den klassischen Vorbildern abheben sollte und wollte, ist es meiner Meinung nach sowieso an der Zeit für einen Versuch, den Ursprüngen des Genres neues Leben einzuhauchen, anstatt sie weiter pauschal zu verdammen.
Wie das funktionieren kann, zeigt dieser Ansatz von Ian Irvine.
Für diesen ersten Teilband:
90 %
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Der Spiegel der Erinnerung