Mittwoch, 25. Oktober 2006

"Das dystopische Dokument"

Der Parameter-Countdown war aktiviert, die Uhr tickte in eckigen Ziffern, die den gesamten Sichtschirm des Monitors ausfüllten, herunter.
Vor wenigen Minuten war das Schiff gelandet und 3/4/Dreieck/Raute/VII/Stern wartete auf das Grüppchen vermögender, abenteuerlustiger Kaldarianer, die heute in den Genuss einer perfekten historischen Holosimulation kommen würden - zumindest wenn alles glatt ging und nicht irgendwelche unerwarteten Schwierigkeiten auftraten (was zwar sein konnte, aber – seiner Erfahrung nach - eher unwahrscheinlich war).
3/4/Dreieck/Raute/VII/Stern transformierte in die historische Kostümierung, die zu der anstehenden Simulation passte, und blickte anschließend gelangweilt auf den Bildschirm.
Einer plötzlichen Eingebung folgend, minimierte er die Ansicht der herunterzählenden Zeitanzeige und startete einen halbherzigen Versuch, in das antike Datennetz der untergegangenen Zivilisation zu gelangen. Eigentlich ein illegales Verhalten, noch dazu während seiner Arbeitszeit, aber Neugier und Langeweile trieben ihn, ungeachtet der Tatsache, dass ihn womöglich eine empfindliche Strafe erwarten würde, falls man ihn dabei ertappte, unaufhaltsam voran.
Wenige Augenblicke später wurde der Bildschirm vor seinen Augen schwarz und ein Signal, eine einfache Aneinanderreihung elektronischer Töne erklang.
Dann erschien eine Meldung.
Er hatte den Zugang hergestellt.
Fasziniert machte er sich daran, die unbekannten Regionen der primitiven Virtualität einer ersten, zunächst noch ziellosen Erkundung zu unterziehen. Besonderen Wert legte er dabei auf Signaturen, die auf verschlüsselte oder bewusst versteckte Dokumente oder Medieninhalte hinwiesen.
In einer unspektakulären Ecke des Datennetzes stieß er nach einer Weile auf eine viel versprechende Benennungszeile.
Er übertrug den Namen des Dokuments in für ihn leichter verständliche Sprachzeichen und las – „Das dystopische Dokument.“
Er öffnete die Datei, zog den Kopfhörer an und schaltete den automatischen Vorlesemechanismus zu, der den Text in Kaldariaan übersetzen und zum Vortrag bringen würde.
Eine nüchterne Stimme begann zu lesen…

(...)

"Sick!"

"Bürostuhl kocht Kaffee"


Also allmählich frage ich mich wirklich, ob wir alle eigentlich überhaupt noch richtig bei Trost sind. Ich mein, rundum geht uns der Planet flöten, aber hauptsache wir können mit unseren Hintern die Kaffeemaschine einschalten oder die Heizung regulieren.

Sick!



Artikel

"A Natural Disaster"

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Anathema


"A Natural Disaster"



2004



Anathema ist eine ehemalige Death-Metal-Band, die sich irgendwann eines Besseren besonnen und beschlossen hat, vom Gegröle Abschied zu nehmen, um sich von nun an mehr der wirklichen Musik zu widmen. Und das hat prima geklappt, wie ich finde. Floydlastig ist das Ganze und, wie manche sagen, stellenweise sogar nahe am Floydplagiat, aber so schlimm ist es eigentlich nicht.

Auf jeden Fall zeichnet sich das Album durch eine extrem überzeugende Atmosphäre aus, die sich, einheitlich und doch abwechslungsreich, durch sämtliche Titel des Werks zieht.

Melancholisch, wunderbar melancholisch, traumhaft melancholisch ...

In einer Weise, wie ich es seit Jahren nicht mehr von einer Band gehört habe.

Hinzu kommen dann noch die außerordentlich schönen Melodien, gute Musiker und eine gute Produktion.


:-)



95 %



Anathema (Homepage)

"Matrix"

matrix



Zur Matrix-Trilogie der Wachowski-Brüder:


Finde ich unerträglich, alle drei Teile.

Tricktechnische und, vermeintlich, stilistische Innovation hin oder her, und obwohl Geschichte, Idee und Design nicht unbedingt schlecht sind, ich kann mir die Filme einfach nicht ansehen. Diese übertrieben pathetisch-heldenhafte Atmosphäre, die sich tatsächlich bis in jeden einzelnen Dialog zieht, diese ganzen hartgesichtigen, auf cool gestylten Typen und, vor allem, dieses ewige Erlösergelaber, halte ich einfach nicht länger als zehn Minuten aus.

Wie kann man sich eigentlich trauen, sowas drei Filme lang durchzuziehen, ohne dabei nur ein einziges Mal selbstironisch zu werden?

Und diese ganzen, streng durchchoreographierten Zeitlupenaufnahmen finde ich übrigens auf Dauer auch einfach nur blöd, sonst nix.

Meiner Meinung nach mit die überbewertesten Filme aller Zeiten. Nur aufgeblasenes Nichts.


10 %


***

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