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Donnerstag, 12. Oktober 2006

"Death of a President"

Pseudo-Dokumentation, welche die Ermordung George W. Bushs durch ein Attentat darstellt ...

Irgendwie ja auch ziemlich krass, oder?

Also ich persönlich würde mich gegen einen Film, der meine Ermordung thematisiert, zur Wehr setzen (jetzt mal unabhängig von der politischen Fragwürdigkeit des Präsidenten Bush).




Artikel

"Der Mann in der eisernen Maske"

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"Der Mann in der eisernen Maske"


USA 1998


Leonardo DiCaprio, Gabriel Byrne, Jeremy Irons, John Malkovich, Gerard Depardieu.



Regie: Randall Wallace




Gutes Beispiel für einen Film, der trotz bester Voraussetzungen nicht die Qualität erreicht, die er normalerweise erreichen könnte. Schuld daran ist vor allem die naive Regie des damaligen Regieneulings Wallace. Vielleicht ein guter Drehbuchschreiber, aber, zumindest zu diesem Zeitpunkt, kein guter Regisseur. Der Film bleibt, trotz der interessanten Geschichte und der nahezu atemberaubenden Besetzung, seltsam blass, unausgewogen und inkonsequent ...

Wallace hatte sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Geschichte der Musketiere unter Fokussierung auf die Menschen zu verfilmen. Emotionalität, Psychologie und Realität der Figuren sollten also im Vordergrund stehen. Prima. Gute Idee. Was jedoch nicht, wie in diesem Fall, dazu führen darf, dass die Schauspieler am Ende agieren, als würden sie ein Theaterstück aufführen und zwischen bloßen Kulissen herumlaufen. Diese Kulissen sind recht ansehnlich, ja, kein Zweifel, aber eben auch völlig unverbunden mit dem Rest des Films. Kulissen, die dazu auch noch zu schön sind, um wirklich wahr zu sein. Ein steriles Abbild des 17. Jahrhunderts, mit ordentlich geschminkten Armen, die so gut aussehen, als wären sie verkleidete Adelige auf einem Maskenball.

Dann das zweite, vielleicht noch verhängnisvollere Unternehmen des Regisseurs: irgendwie hatte er die seltsame Vorstellung entwickelt, dass Kameraarbeit, Kamerafahrten oder Winkel, nur von der eigentlichen Geschichte ablenken. Prima engagierter und anspruchsvoller Ansatz. Respekt, Herr Wallace! In der Realität jedoch leider nicht machbar (zumindest nicht in solch einem Film).
Ende vom Lied: Wallace filmt alles mit meist feststehender Kamera, frontal ... ohne besondere Winkel, ohne Kamerafahrten, ohne sonderliche Weitwinkelaufnahmen ... und beraubt sich so der besten künstlerischen Mittel. Tragisch für einen historischen Film, der eine spannende Handlung verfolgt und noch dazu im opulenten Milieu des französischen Barock angesiedelt ist.

Hinzu kommen dann noch eine übergroße Portion Respekt den großartigen Schauspielern gegenüber, sowie eine gewisse Unerfahrenheit im Timing der Szenen.

Et Voila.

Guter Film, der durch die erstklassigen Darbietungen der Schauspieler auch durchaus noch sehenswert ist, sonst aber leider eine Enttäuschung bleibt und einen irgendwie unbefriedigt zurücklässt.

Noch ein Wort zur Besetzung:

Natürlich eine Ansammlung von überaus genialen Schauspielern, die eigentlich auch alle, mehr oder weniger, eine zwar hin und wieder etwas selbstgefällige, aber doch beachtliche Leistung abliefern (wohl nicht wegen, sondern eher trotz der Regie von Wallace). Absolut Top: Jeremy Irons, den in diesem Film keiner der anderen zu schlagen vermag. Auch brillant: John Malkovich. Gabriel Byrne mit ebenfalls überzeugender Leistung, wobei er allerdings manchmal etwas übermotiviert erscheint und deshalb die Darstellung des gealterten D'Artagnan gelegentlich etwas überzieht. Gerard Depardieu in der schweren, weil einst von Oliver Reed genial umgesetzten Rolle des Porthos - sehr gut, aber auch sehr eigensinnig, sodass man hin und wieder das Gefühl hat, Depardieu spielt mehr oder weniger für sich alleine, ohne rechte Anbindung an den Rest der Besetzung. Zuletzt: DiCaprio - ansehnlich wie immer.

Am Ende vielleicht noch eine kleine Entschuldigung für den Regisseur: das Budget des Films war mit 35 Millionen Talern doch ziemlich begrenzt. Eigentlich aber, das zeigen andere Beispiele, muss das auch nicht unbedingt ein Argument sein.




75 %

"Lycidas"

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Christoph Marzi


"Lycidas"



2004



Tja, schade ...

Zwei Drittel sind wirklich großartig - spannend, unterhaltsam, amüsant ...

Aber der Roman zerbricht - leider - in zwei Teile.

Das letzte Drittel fällt, unnötigerweise, ab.

Da fängt Marzi nämlich plötzlich aus heiterem Himmel an, über Gebühr zu psychologisieren, und versucht, irgendwie zwanghaft, seinen Figuren, insbesondere seiner Hauptfigur Emily Laing, eine emotionale Tiefe zu verleihen, die sich während der ersten beiden Drittel des Romans eigentlich noch ganz unkompliziert von alleine ergeben hat. Immer und immer wieder, sogar an den unmöglichsten Stellen, inmitten eigentlich rasanter Ereignisfolgen, kommt er auf die ewig gleichen Emotionalisierungen zurück - nervig und, wie gesagt, unnötig wie ein Kropf.
Und so geht dann eben im letzten Drittel, logischerweise, ein großer Teil der wunderbaren Leichtigkeit, mit der er die Geschichte zuvor erzählt hat, den Bach runter. Schade, denn insgesamt gesehen kann der Roman durchaus überzeugen. Die Konstruktion ist gelungen, der Stil, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig, geht in Ordnung, die Figuren sind lebendig und reizvoll, die Atmosphäre ist wunderbar, die Welt überzeugend ... warum also die unnötige Schwere des letzten Drittels?

Man weiß es nicht.

Und ansonsten?

Geschmackssache, würde ich sagen.

Wahrscheinlich wird sich nicht jeder für dieses hemmungslose Gemisch aus so ziemlich allem, was die Phantastik zu bieten hat, begeistern können. Marzis "uralte Metropole" ist angefüllt mit Elfen, sprechenden Tieren, Spinnenwesen, monströsen Insekten, ägyptischen Göttern, christlich-jüdischen Engeln, zombieartigen Wesen, Werwölfen, Aphroditen, dem Golem aus Prag ...
Da gibt es absolut nichts, das einem in den Gängen, Tunneln und Höhlen der "Stadt unter der Stadt" nicht begegnen könnte, oder was dort unmöglich wäre. Eine ziemlich rasante Achterbahnfahrt durch die Phantastik und die verschiedensten Mythologien der Welt. Dabei sind die Ideen natürlich nicht alle neu, sondern werden mitunter munter aus zahlreichen anderen Werken der Phantastik oder auch der klassischen Literatur entlehnt. Dickens, Mieville, Neil Gaiman, Dante, Milton, die Bibel ... da existieren, ähnlich wie im Falle der phantastischen Wesen, kaum Grenzen irgendeiner Art.
Wie gesagt, nicht jeder wird diesen manchmal kruden Mythenmix mögen, ich persönlich finde ihn aber, besonders wenn er, wie in diesem Fall, so geschickt in eine Geschichte eingebunden wird, interessant und dem Stand gegenwärtiger Phantastik, die sich seit einiger Zeit ja darin gefällt, die eigenen Entwicklungsgeschichte zu reflektieren, durchaus angemessen.

Und über den Abgründen der "uralten Metropole" herrscht das, wunderbar eingefangene, London der Romane von Dickens: skurril, unheimlich und bizarr. Unnötig zu erwähnen, dass dort natürlich auch die bekannten Mythen Londons zum Einsatz kommen. Jack the Ripper lässt also ebenfalls grüßen.

Tja, eigentlich schön und gut, wäre da eben nur nicht dieses verhängnisvolle letzte Drittel des Romans.

Es wären 100 % gewesen.

So sind es "nur" 85 %.

Allerding sollte auch nicht verschwiegen werden, dass das sehr schöne Ende dann wieder ein wenig versöhnlich stimmt. Am Schluss ist es der gefallene Engel, Luzifer/Lycidas persönlich, der sich opfert und somit die Welt rettet. Und was immer dies auch bedeuten mag, es ist zumindest höchst interessant.

Marzi ist übrigens ein eingebürgerter Saarländer und lebt mit seiner Familie in Saarbrücken.

Kann ich, als überzeugter Patriot, ja schließlich nicht unerwähnt lassen, gell!


:-)




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