Sonntag, 20. August 2006

"Ein Lied für Arbonne"

germanarbonne_s




Guy Gavriel Kay


"Ein Lied für Arbonne"



1992


Schöner Roman von Guy Gavriel Kay, der in den achtziger Jahren auch an der Ausgabe der Tolkien-Nachlässe beteiligt war und, nach einem reinen Fantasyzyklus zu Beginn seiner Karriere, inzwischen vor allem für seine historische Fantasy bekannt ist. Demnach also Fantasy, so nahe am historischen Roman wie nur irgend möglich. Ein mittelaterliches Epos um Intrige, Politik, Liebe und Krieg, geschrieben während eines zweijährigen Aufenthalts in der Provence und deshalb, unter besonderer Betrachtung der Minnekultur - des Lebens der Troubadoure und Joglare -, natürlich hauptsächlich am französischen Mittelalter orientiert. Sprachlich und stilistisch auf höchstem Niveau, atmosphärisch überzeugend und wie aus einem Guss, ein gelungenes Zeitportrait in Verbindung mit einer attraktiven Story.

Einziger Kritikpunkt meinerseits: mir persönlich eigentlich zu wenig Fantasy für einen wirklichen Fantasyroman und zuviel davon für einen echten historischen Roman. Die klassischen Fantasyelemente beschränken sich hier nämlich lediglich auf den Weltenentwurf, also die freie Benennung erfundener Reiche und Ländereien, die Tatsache, dass nachts zwei Monde die Schauplätze beleuchten, und die, verhältnissmäßig simple, religiöse Systematik. Keine mythischen Wesen oder Völker, keine Magie (abgesehen von einigen wenigen Andeutungen über priesterliche Heilkunst, deren womöglich magischer Ursprung aber auch im Dunkeln bleibt), keine mit besonderen Kräften ausgestatetten Schwerter, Artefakte oder ähnliches ... von übernatürlichen Kräften des "Bösen" oder des "Guten" keine Spur. Aber das mag vielleicht alles auch eine Frage des Geschmacks und der Erwartungshaltung sein. Auf jeden Fall ein ganz heißer Tipp für jeden Freund des Mittelalters oder denjenigen, der mal Lust dazu verspürt, einen Fantasyroman zu lesen, der eigentlich gar keiner ist.

;-)

Darüber hinaus kann man aber auch jedem, der sich für eine spezielle Epoche der Geschichte interessiert, empfehlen, doch mal nachzusehen, ob Kay nicht schon einen entsprechenden Roman zu dieser Zeit verfasst hat. Es lohnt sich mit Sicherheit.

Mir bekannt ist z.B. noch ein weiterer Roman, der Epoche und Leben der Wikinger beleuchtet.


90 %

***

The Worlds of Guy Gavriel Kay

"Bombenleger"

Nett, freundlich, unauffällig und fromm, so soll er stets gewesen sein, der Bombenleger von Dortmund.


Na ja, das waren doch schon immer die schlimmsten.

"Eon"

Die Stromkonzerne (Profit im letzten Jahr: 5 Milliarden Euro!) kündigen neue Preiserhöhungen von bis zu 7 % an (was real wohl bedeutet, dass sie so um die 12 % beabsichtigen).

Man sollte diese Konzerne zerschlagen, enteignen und das Stromnetz endgültig für den freien Wettbewerb freigeben.

Es ist offensichtlich, dass dort Verbrecher das Sagen haben.

Aber, und das ist eine gute Nachricht, es regt sich politischer Widerstand. Einige Bundesländer beabsichtigen, die Preiserhöhungen zu verbieten, und inzwischen denkt man auch bereits über einen öffentlichen Untersuchungsausschuß nach.

Jau, zerrt diese gierigen Gesellen mal vor den Kadi. Wäre vielleicht ganz interessant.

:-)



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