"Der Systemschmetterling"
Schmitt erwachte.
Ein weiterer Tag, der genauso sein würde wie alle anderen, stand ihm bevor, ein streng durchgeplanter Ablauf, der einzig und allein der Erfüllung seiner produktionstechnischen Aufgaben gewidmet sein würde, dem Dienst für das Gemeinwesen, den Staat, die Gesellschaft.
Manchmal bereute er die Errungenschaften dieser hoch modernisierten, fortgeschrittenen Zivilisation, in der er lebte. Ja, natürlich, es gab so gut wie keine Krankheiten mehr, die moderne Medizin konnte inzwischen alle Gebrechen heilen, Gen- und Clonemedizin waren auf dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Entwicklung angelangt, so dass niemand mehr, wie früher, eines qualvollen Todes sterben musste. Auch alle sonstigen Unwägbarkeiten des Lebens, das so genannte „Chaotische“, das Unberechenbare, waren weitestgehend ausgeschaltet worden. Kein Mensch verlor mehr seine Arbeit, niemand wurde mehr in familiäre Tragödien verwickelt oder litt unter zermürbenden Eheproblemen, die dazu geeignet waren, ihn aus der Bahn zu werfen und so seine Aufmerksamkeit von den Pflichten, die er im Dienste des Gemeinwesens zu erfüllen hatte, abzulenken. Das alles gehörte einer dunklen Vergangenheit an, die man überwunden hatte. Heute war alles geregelt, gesichert, mit entsprechenden Verhaltenvorschriften belegt, die Weichen für das goldene Zeitalter der Menschheit, den hehren Traum so vieler Generationen hoffnungsfroher Romantiker und Idealisten, waren gestellt worden.
Und dennoch …
Das Leben hatte irgendetwas verloren, war in Schmitts Augen zu einer deprimierend eintönigen Angelegenheit verkommen - ohne jede Abwechslung, ohne jeden Esprit.
Er stand auf. Ihm blieben, wie jeden Morgen, exakt fünfundzwanzig Minuten, um sich eine Tasse Kaffee zu machen, etwas zu essen, sich zu waschen, zu rasieren, in die Kleider zu schlüpfen und sich auf den Weg zu machen.
(...)
Ein weiterer Tag, der genauso sein würde wie alle anderen, stand ihm bevor, ein streng durchgeplanter Ablauf, der einzig und allein der Erfüllung seiner produktionstechnischen Aufgaben gewidmet sein würde, dem Dienst für das Gemeinwesen, den Staat, die Gesellschaft.
Manchmal bereute er die Errungenschaften dieser hoch modernisierten, fortgeschrittenen Zivilisation, in der er lebte. Ja, natürlich, es gab so gut wie keine Krankheiten mehr, die moderne Medizin konnte inzwischen alle Gebrechen heilen, Gen- und Clonemedizin waren auf dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Entwicklung angelangt, so dass niemand mehr, wie früher, eines qualvollen Todes sterben musste. Auch alle sonstigen Unwägbarkeiten des Lebens, das so genannte „Chaotische“, das Unberechenbare, waren weitestgehend ausgeschaltet worden. Kein Mensch verlor mehr seine Arbeit, niemand wurde mehr in familiäre Tragödien verwickelt oder litt unter zermürbenden Eheproblemen, die dazu geeignet waren, ihn aus der Bahn zu werfen und so seine Aufmerksamkeit von den Pflichten, die er im Dienste des Gemeinwesens zu erfüllen hatte, abzulenken. Das alles gehörte einer dunklen Vergangenheit an, die man überwunden hatte. Heute war alles geregelt, gesichert, mit entsprechenden Verhaltenvorschriften belegt, die Weichen für das goldene Zeitalter der Menschheit, den hehren Traum so vieler Generationen hoffnungsfroher Romantiker und Idealisten, waren gestellt worden.
Und dennoch …
Das Leben hatte irgendetwas verloren, war in Schmitts Augen zu einer deprimierend eintönigen Angelegenheit verkommen - ohne jede Abwechslung, ohne jeden Esprit.
Er stand auf. Ihm blieben, wie jeden Morgen, exakt fünfundzwanzig Minuten, um sich eine Tasse Kaffee zu machen, etwas zu essen, sich zu waschen, zu rasieren, in die Kleider zu schlüpfen und sich auf den Weg zu machen.
(...)
V - 5. Aug, 14:56





















