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Montag, 20. Juni 2005

"Groß-Zimmern"

Nervenaufreibende Abenteuer in Groß-Zimmern

Take a look ... drüben bei Eddy

"Runenmeer I"

Bereits in den frühen Morgenstunden waren die ersten Phänomene am Himmel über der Runenmeerprovinz zu sehen gewesen. Die Strahlen der aufgehende Sonne hatte, während sich die ersten Gomen-Fischer zur Ausfahrt bereit gemacht, Netze und Boote hergerichtet hatten, eine recht ungewöhnliche Wolkenformation beleuchtet: einen weiten, beinahe vollkommenen Kreis, der, deutlich sichtbar vor dem ansonst tadellos blauen Morgenhimmel, aus einer dünnen Linie von seltsam schwarzen Wolkenfetzen gezeichnet war.
Da eine solche Himmelserscheinung in der Runenmeerprovinz, in der es ja bekanntlich immer wieder zu solch unerklärlichen Phänomenen kam, nichts wirklich Ungewöhnliches war, hatten die Fischer nur kurz nach oben geblickt, diese neuste Merkwürdigkeit mit einem verwunderten Kopfschütteln zur Kenntnis genommen, mit den Schultern gezuckt und sich sodann wieder ihrer Arbeit zugewandt. Diesmal aber sollte es mehr sein, sollte sich auswachsen, verbreitern, nicht verschwinden, wie so viele der kurzfristigen Runenmeer-Anomalien zuvor.
Der seltsame Wolkenkreis war, je weiter der Tag voranschritt, immer deutlicher am Himmel erschienen, war in Bewegung geraten und hatte in der Folge immer mehr das Aussehen einer nach innen drehenden Spirale angenommen. Inzwischen hatten sich tausende von Gomen versammelt, waren in der gesamten Provinz aus ihren Häusern ins Freie geströmt, standen herum und starrten mit offenen Mündern nach oben. Die Fischer waren an Land zurückgekehrt und hatten sich zu den anderen gesellt, um erst einmal anzuwarten, was aus der Sache werden würde.
Gegen Mittag schließlich war der ganze Himmel in Bewegung gewesen.
Was die vielen tausend Gomenaugen jetzt, am späten Nachmittag, sahen, war eine Art riesiger Mahlstrom; ein gewaltiger, alles aufsaugender Wirbel, zum absolut schwarzen Zentrum hin immer dunkler werdend. Immer weitere Teile des Himmels wurden erfasst, gerieten in kreisförmige Bewegung und schlossen sich so dem Wirbel an, der alles in dieses schwarze Auge in seiner Mitte hineinzuziehen schien.
Die Gomen bekamen es immer mehr mit der Angst zu tun. Das, was sich dort abspielte, war selbst für ihre Verhältnisse ein bisschen zu außergewöhnlich. Und sie hatten Recht.
Am Ende des Tages begann der mächtige Wirbel die ersten Landmassen entlang der Grenzen der Provinz zu erfassen. Der Sog hatte sich einfach über den Himmel hinaus ausgedehnt ohne noch einen Unterschied zu machen zwischen Himmel und Erde, ganz so, als seien beide Sphären aus dem selben Material geformt. Hunderte Gomen aus den Grenzgebieten machten sich jetzt fluchtartig auf den Weg ins Landesinnere, fuhren auf Karren oder liefen zu Fuß hinab zu den Ufern des Runenmeeres. Dort hatten Scharen von Gomenpriester inzwischen in aller Hast ihre occulten und rituellen Werkzeuge aus den Tempeln geschleppt und veranstalteten zunehmend verzweifelt eine Zeremonie, eine Beschwörung, eine Bannung nach der nächsten, warfen Knochen, schlugen das Tamburin und stimmten die typischen, gurrenden Gomengesänge an. Aber nichts schien das Unheil aufhalten zu können.
Einige versuchten mit Booten zu entkommen, indem sie in Richtung des offenen Meeres ruderten oder segelten, aber auch sie kehrten wenig später entmutigt zurück, denn auf der Meerseite der Provinz sah es nicht einen Deut besser aus. Auch dort wurden die Wassermassen unaufhaltsam, wie es schien, nach oben in den Himmelswirbel gezogen.
Am Ende, irgendwann in der Nacht, drängte sich nur noch eine handvoll Gomen auf einem winzigen Uferstück des Runenmeeres zusammen. Um sie herum, nur noch wenige Meter entfernt, löste sich die Landschaft auf, wurde flüchtig und ging in den Wirbel ein.
Dann ein letzter Schlag auf dem Tamburin eines glatzköpfigen Gomen-Priesters und schließlich -Stille.
Die Runenmeerprovinz war nicht mehr, war aufgesaugt worden, war einfach verschwunden.


(...)


(AIN - Runenmeerprovinz - Der schwarze Wirbel)
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